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  • 22. Mai 2010 38 2 Min.

Die Katholische Kirche wird auch am christlichen Feiertag keinen Frieden mit den Homosexuellen schließen. Was wir brauchen, ist ein Weltversöhnungstag.

Von Jürgen Friedenberg

Man stelle sich vor: Der Papst segnet zu Pfingsten im Petersdom fünf Paare gleichen Geschlechts aus den fünf Erdteilen - stellvertretend für alle Schwulen und Lesben der Welt, die nach jahrhunderter langer Verfolgung und Ausgrenzung nun endlich in der Römisch-Katholischen Weltkirche willkommen geheißen werden. Wäre das nicht toll?

Zugegeben, das ist eine kühne Utopie. Kühn, aber nicht undenkbar. Immerhin berichtet das Neue Testament über ein Pfingstwunder, das uns heute schier unglaublich erscheinen mag: die Urchristen, die aus vieler Herren Länder angereist waren, um sich geistlich aufrüsten zu lassen, konnten sich plötzlich mühelos verständigen und verstehen. Wieso? Wohl weil sie "eines Geistes", nämlich einig im Glauben waren. Dann klappt es auch mit der Kommunikation.

Heutzutage haben wir Müh und Not damit. Schwierigkeiten bereiten nicht so sehr die zahlreichen Fremdsprachen, die lassen sich erlernen. Probleme macht die Mehrdeutigkeit jeder Sprache, auch der Körpersprache, und die Begrenztheit der menschlichen Aufnahmefähigkeit und Verarbeitung kommunikativer Signale. Missverständnisse allerorten, Sprachlosigkeit schlägt in Brutalität um. Und wer beherrscht noch die Kunst des Zuhörens?

Früher hatte jeder Tag seinen Heiligen. Da aber die Heiligen aus der Mode gekommen sind, werden viele Tage jetzt kommerziell belegt. Da gibt es den Valentinstag, den Muttertag, den Tag des Kindes - an solchen Tagen gibt man sich menschenfreundlich, aber nur, solange die Kasse stimmt. Was fehlt, ist ein Weltversöhnungstag. Ein Feiertag, an dem die Waffen schweigen und von dem Impulse ausgehen sollten für ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Freiheit.

Aus Gegnern sollten Partner werden

Wenn Juden, Christen, Mohammedaner, Buddhisten, Atheisten, Gläubige und Ungläubige übereinkämen, ihre selbstzerstörerischen Fehden ein für allemal zu beenden, das Lebensrecht und die Eigentümlichkeiten aller Menschen und Völker anzuerkennen und sich auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen - wäre das wirklich zu viel verlangt? Unvorhersehbare Naturkatastrophen zwingen uns, einander zu helfen, um zu überleben. Um Krisen, Konflikte, Kriege zu überwinden, bedarf es darüber hinaus der ehrlichen Versöhnung - aus Gegnern sollten Partner werden. Dann würden Utopien nicht Utopien bleiben.

-w-

#1 schwulenaktivist
  • 22.05.2010, 18:41h
  • Ich denke, die Welt wird lernen, auch ohne Religionen glücklich zu werden! ;)
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#2 eMANcipation*Anonym
#3 HandoAnonym
  • 22.05.2010, 19:18h
  • Bla, bla, bla...Völlig sinnloser und überflüssiger Kommentar! Bitte löschen!
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