Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?12214
  • 23. Mai 2010 21 2 Min.

Der Diözesanbischof von St. Pölten warnt vor Gruppen schwuler Priester, will einzelne aber nicht komplett vom Priesteramt ausschließen.

Von Norbert Blech

In Priesterseminaren und Teilen des katholischen Klerus soll es regelrechte "homosexuelle Netzwerke" geben. Das behauptet der Diözesanbischof Klaus Küng (nicht zu verwechseln mit dem kritischen Theologen Hans Küng) in einem Interview mit der deutschen katholischen Zeitung "Tagespost" vom Samstag.

Entsprechende Netzwerke könnten ein Kloster oder eine Diözese sogar existenziell bedrohen, sagte Küng. Für eine solche Brüderschaft, "die ganz bestimmte Personen anzieht, andere dagegen abstößt zum großen Schaden der Seelsorge", gebe es nur eine "radikale Lösung: Unter Umständen Schließung solcher Seminare und Klöster mit einem Neubeginn".

Küng wurde 2004 neuer Bischof der niederösterreichischen Diözese St. Pölten, um Vorwürfe von Liebes- und Abhängigkeitsbeziehungen sowie des Besitzes von Kinderpornographie am dortigen Priesterseminar aufzuklären, die zu einem großen medialen Skandal geführt hatten. Der Linzer Weihbischof Andreas Laun forderte damals als Konsequenz, Schwule nicht für die Priesterbildung zuzulassen (queer.de berichtete). Sei ein Kandidat bereits in der Ausbildung, bedürfe es "der Abklärung, ob es sich um vorübergehende und gegebenenfalls therapierbare Versuchungen handelt oder um eine nicht veränderbare homosexuelle Neigung. In diesem zweiten Fall würde ich einen solchen Kandidaten entlassen", so Laun damals.

Kein generelles Berufsverbot

Diesen Schluss will Küng nicht aus den Vorfällen ziehen. In dem "Tagespost"-Interview sprach er sich gegen ein genrelles Aufnahmeverbot für gleichgeschlechtlich orientierte Priesteramtskandidaten aus, forderte aber eine genaue und eingehende Prüfung. Auch wies er Vermutungen zurück, es gebe eine Verbindung zwischen Homosexualität und Pädophilie.

Im Zuge der Missbrauchsskandale in den letzten Monaten hatten einige führende katholische Stimmen diese Verbindung ins Spiel gebracht, darunter mit Kardinal Tarcisio Bertone auch die Nummer 2 im Vatikan (queer.de berichtete). Darauf aufbauend hatte Bernard Fellay, Bischof der Piusbruderschaft, in der letzten Woche ein Berufsverbot für schwule Priester gefordert (queer.de berichtete).

-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 23.05.2010, 16:44h
  • Ausgehend von der Überschrift dachte ich schon, Hans Küng wäre mit dem falschen Bein aufgestanden.
    Ähnliche Verschwörungstheorien wie die des Klaus Küng gab es doch seinerzeit bezogen auf Menschen jüdischen Glaubens (und gibt es wohl noch heute).
    Die Geschichte hat gelehrt, welche grausamen Konsequenzen daraus erwachsen können. Da gilt es den Anfängen zu wehren.
  • Direktlink »
#2 FragenderAnonym
#3 alexander
  • 23.05.2010, 17:17h
  • man kann den innerkirchlichen schwachsinn langsam nicht mehr ertragen !
    was soll allein die frage nach hetero- oder homosexuell orientierten priesteranwärtern ???

    eigentlich ist dieses problem durch das zölibat ohnehin erledigt !!!

    diese deppen begreifen nicht einmal die widersprüchlichkeit ihrer eigenen lehre.
  • Direktlink »