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- 25. Mai 2010 2 Min.
Zwei Mitglieder einer Homo-Gruppe wurden in Simbabwe wegen "Untergrabung der Autorität des Präsidenten" verhaftet - zudem erklärte der Chef der verfassungsgebenden Versammlung, dass "komische westliche Kulturen" wie die der Homosexuellen nicht den Schutz der Verfassung genießen würden.
Die 34-jährige Geschäftsführerin Ellen Chadehama und der 38-jährige Buchhalter Ingatius Mhambi sind nach einer Razzia im Büro der Gays and Lesbians of Zimbabwe (GALZ) festgenommen worden. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, dass die Polizei nach "unanständigen" Bildern oder Büchern gesucht habe. Die Beamten behaupten, dabei auch "pornografische Schriften" gefunden zu haben.
Anklage wird aber offenbar erhoben wegen eines im Büro gefundenen Briefes des ehemaligen Bürgermeisters von San Francisco, der die homofeindliche Haltung von Präsident Robert Mugabe kritisiert hatte. Dem Gesetz nach kann das mit Haftstrafen geahndet werden. Mindestens bis zum Prozessauftakt am Mittwoch bleiben Chadehama und Mhambi in Haft. Ihr Anwalt David Hofisi erklärte, ein Antrag auf Freilassung auf Kaution sei abgelehnt worden. Ihm sei zudem der Zugang zu seinen Klienten verwehrt worden.
Politiker: Homosexualität ist westliche Kultur
Unterdessen hat der Chef der verfassungsgebenden Versammlung angekündigt, dass Homosexuelle im neuen Grundgesetz Simbabwes keinerlei Schutz genießen dürften: "Simbabwe beruht als Nation auf traditionellen moralischen Normen", erklärte Munyaradzi Paul Mangwana. Er könne nicht in die Dörfer gehen und mit den Einwohnern über "inhumane Praktiken", also schwulen oder lesbischen Sex, sprechen. Die Verfassung müsse der Bevölkerung vermittelbar sein. Zudem sei Homosexualität ohnehin eine importierte "Kultur" aus dem Westen.
Simbabwe zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt von 200 US-Dollarn pro Kopf zu den ärmsten Ländern der Welt. In den letzten Jahren gab es immer wieder Hungerepidemien und Krankheiten, die von der Zentralregierung nicht ausreichend bekämpft wurden. So kostete der letzte Cholera-Ausbruch im vergangenen Jahr mindestens 4.000 Menschen das Leben.
Als Feindbild haben beide großen politischen Kräfte in seltener Eintracht Schwule ausgemacht. So bezeichneten Ministerpräsident Morgan Tsvangirai und Staatspräsident Robert Mugabe Homosexualität als "Geisteskrankheit", die die "nationale Einheit" vernichten könne (queer.de berichtete). 2008 hatten sich die Milizen beider Politiker noch Straßenschlachten geliefert. (dk)














