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- 26. Mai 2010 2 Min.
Im Verfahren um sexuelle Nötigung hat die Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungen sowohl gegen den früheren DFB-Funktionär Manfred Amerell als auch gegen Schiedsrichter Michael Kempter und drei weitere Referees eingestellt.
Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag. Der 27-jährige Kempter hatte zuvor den 63-jährigen Amerell sexueller Übergriffe beschuldigt. Drei weitere ungenannte Schiedsrichter haben daraufhin ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Amerell erhoben. Dieser bestritt die Anschuldigungen jedoch und verklagte die vier Männer wegen Verleumdung.
Dieser Fall lief nun komplett ins Leere: "Die Vernehmungen und die Auswertung des SMS- und Email-Verkehrs zwischen den Verfahrensbeteiligten haben keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschuldigte bewusst einen Widerstand der vier Schiedsrichter gegen seine sexuellen Handlungen überwinden musste", hieß es in der Begründung der Staatsanwälte. Umgekehrt könne auch nicht nachgewiesen werden, dass die vier Schiedsrichter in der hitzigen Auseinandersetzung bewusst gelogen haben.
Scharfe Kritik am DFB
"Das ist ein Freispruch erster Klasse", erklärte Amerell in einer ersten Reaktion gegenüber dem Sportinformationsdienst (SID). Homo-Aktivisten hatten im Vorfeld des Prozesses insbesondere das Krisen-Management des Deutschen Fußballbundes kritisiert. So zwang DFB-Chef Theo Zwanziger Amerell aus dem Amt, obwohl seine Schuld nie bewiesen wurde (queer.de berichtete).
So sieht auch Corny Littmann, der scheidende scheidende Präsident des Erstligisten FC St. Pauli, die Schuld in der homophoben Haltung des DFB: "Schwule Schiris sind nicht wohlgelitten im deutschen Schiedsrichterwesen, wenn sie sich offen verhalten", erklärte er im Februar (queer.de berichtete). Kempter beteuerte dagegen in der "Bild"-Zeitung seine Heterosexualität (queer.de berichtete). (dk)









