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  • 27. Mai 2010 5 2 Min.

Die Behörden in Malaysia greifen gegen schwule Massage-Salons und Fitnesscenter durch - Verhafteten drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Nach Angaben des Boulevardblatts "Harian Metro" stürmten Polizisten am Wochenende zwei Massage-Salons in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Die Beamten hielten dabei 25 Kunden und mehrere Mitarbeiter fest. Die Männer bestritten, homosexuelle Handlungen durchgeführt zu haben.

Im nordwestlichen Pulau Tikus gab es zudem eine Razzia in einem schwulen Fitnesscenter. Die Polizei verhaftete sieben Mitarbeiter zwischen 20 und 30 Jahren. Nach Angaben der Zeitung "Star" sollen die Männer nach Paragraf 377 angeklagt werden. Dieses Gesetz sieht Haftstrafen bis zu 20 Jahren für homosexuelle Aktivitäten vor.

Die Öffentlichkeit unterstützt mehrheitlich die harte Linie gegen Homosexualität. Auch Fernsehsender machen gegen Schwule mobil: So zeigte etwa TV3 am vergangenen Donnerstag einen siebenminütigen Undercover-Bericht über die schwule Szene, in der unter anderem eine Razzia in Cheras gezeigt wurde. Als belastende Beweismittel wurden dabei unter anderem Kondome sichergestellt.

Im mehrheitlich muslimischen Malaysia gibt es ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle in Sachen Homo-Rechte: Während in schwach besiedelten Gegenden, in denen die Scharia gilt, Schwulsein lebensgefährlich ist, gibt es in der Hauptstadt Kuala Lumpur eine große schwule und transsexuelle Szene, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. Trotzdem droht auch dort der Gesetzgeber mit langen Haftstrafen.

Immer wieder wird in der öffentlichen Debatte in Malaysia Homosexualität mit Schwäche oder Krankheiten gleichgesetzt. So behauptete ein bekannter Arzt im vergangenen Jahr, dass Homosexualität den Ausbruch der Schweinegrippe begünstigte (queer.de berichtete). Die Filmzensur verbietet zudem das Zeigen von glücklichen schwulen Paaren - nur Homosexuelle, die am Ende des Films ihre Heterosexualität entdecken, dürfen im Land aufgeführt werden (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | TV3 berichtet über Razzien gegen schwule Treffpunkte.
-w-

#1 Drop-The-Pants!Anonym
  • 27.05.2010, 22:43h
  • Wieder ein Vorfall, dem Amnesty International so schnell wie möglich nachgehen sollte. Auch dieses Mal werden Menschenrechte massiv verletzt! Daß die Öffentlichkeit das Vorgehen noch unterstützt, setzt dem ganzen die Krone der Widerwärtigkeit auf! So ein Land hat sich als Urlaubsort selbst ins Aus befördert!
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#2 MarekAnonym
  • 28.05.2010, 12:23h
  • Ich kann ja eh nicht verstehen, wie schwule und lesbische Touristen teilweise im Urlaub in solch homophobe Staaten wie Malaysia, Jamaica, etc. reisen können. Mal abgesehen davon, dass ich viel zu viel Angst um meinen Freund und mich hätte, will ich solche Regime und Völker nicht auch noch unterstützen.

    Und da kann man sehr wohl was bewegen, weil viele dieser Staaten zur Hauptsache vom Tourismus leben und je mehr Touristen fern bleiben, umso eher fangen die mal an nachzudenken. Denn auch wenn Fakten und Argumente nichts bringen - die Sprache des Geldes versteht man überall sehr gut. Und das ist oft das wirkungsvollste Mittel; besser als Worte.

    Es gibt genug andere Länder, die mindestens ebenso schön sind, wo das Wetter toll ist und wo aber auch Regierung, Justiz und Gesellschaft nichts gegen Schwule haben.
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#3 genervtAnonym
  • 28.05.2010, 12:31h
  • Und wieviele Muslime leben hier SAM?

    Klär uns doch mal auf!!!
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