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- 30. Mai 2010 3 Min.

Fahnen werden schon mal für die WM vorbereitet
Lena hat es geschafft!
Von Michael Götz-Pijl
"Ich weiß gar nicht, wo ich hin soll. Ich quatsche einfach noch ein bisschen weiter" - mit diesem Satz verabschiedete eine glückliche Lena Meyer-Landrut die deutschen Fernsehzuschauer. Typisch Lena - mit dieser Unbekümmertheit hatte sie gerade den größten Musikwettbewerb Europas gewonnen. "Ich danke euch wie ein kleines Hundebaby für eure großartige Unterstützung."
Mit ihrem Song "Satellite" erreichte Lena 246 Länderpunkte und verwies die türkische Band Manga mit 170 Zählern auf Rang zwei. "Wir haben nicht daran geglaubt, auch als schon klar war, dass wir gewinnen", sagte Lena. Kein Eurovision Song Contest hatte vor Beginn in Deutschland so viel Aufmerksamkeit erregt wie dieser.
Doppelter Auftritt der Spanier
Das deutsche Fräuleinwunder nahm Punkt 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Oslo in einer mit 18.000 Besucher vollbesetzten Telenor Arena seinen Lauf. Den Anfang machte Vorjahressieger Alexander Rybak, der seinen Siegertitel von Moskau "Fairytale" vortrug. Der startete mit der hoch favorisierte Safura aus Aserbaidschan, die ihre Ballade in einem mit Leuchtstoffröhren getunten Kleid sang. Während sie unfallfrei ihren Song schmetterte, hatte der zweite Kandidat, Daniel Diges aus Spanien weniger Glück.
Hörbar aufgeregt begann er sein "Algo pequenito". Und dann stürmte wenigen Sekunden ein Flitzer auf die Bühne. Der Spanier ließ sich davon nicht beirren, aber die EBU gab Spanien am Ende des Teilnehmerfeldes trotzdem eine zweite Chance. Eine Premiere in der Grand-Prix-Geschichte.
Von diesem Zwischenfall abgesehen, war es ein klassischer Grand-Prix-Abend mit allen Zutaten: schmachtende Balladen mit großem Gefühlskino lieferten Norwegen, Irland, Israel und Weißrussland. Dass Eurodance nicht totzukriegen ist, bewiesen Moldau und Island, für Ethnopop waren in diesem Jahr Serbien, Armenien, und Griechenland zuständig. Rocknummern lieferten die Türkei und Bosnien-Herzegowina - aber sie waren diesmal allesamt chancenlos gegen deutschen Pop.
Gerüchteküche kocht

Und dann gab es natürlich die ganzen Gerüchte und das Geflüster, die in und um die Halle kursierten. Die Irin Niam Kavanagh, die in den Proben mit stimmlichen Schwächen auffiel, habe zu viel geredet, zu viel getrunken und gefeiert darunter habe ihre Stimme gelitten. Schweden, unerwartet im Halbfinale ausgeschieden, blieb auf mehreren tausend Glowsticks sitzen, die im Finale vom Publikum eingesetzt werden sollten.
Nicht zu vergessen das aufgeregte Boulevardrauschen im norwegischen Blätterwald, die in den Tagen vor dem Finale das Buhlen von Alexander Rybak und Dildrik Solli-Tangen um Lena zum Thema hatten. So wurde Ihr mit beiden eine Beziehung unterstellt.
Ein weiterer Höhepunkt der Show war der Zwischen-Act. Schon vor Wochen hatte das norwegische Fernsehen in verschiedenen Städten Europas einen Flashmob-Dance aufgezeichnet. "Share the moment" hieß das Motto des Contest und es wurde brillant umgesetzt. Zum Titel "Glow" der norwegischen Formation Madcon ging die Reise durch europäische Städte, in denen begeisterte ESC-Fans den Tanz aufgeführt hatten.
Lenas Song "Satellite" setzte sich bereits an die Spitze, nachdem sechs Länder abgestimmt hatten. Und je mehr Länder ihre Stimmen abgaben, desto deutlicher wurde: Deutschland ist nicht mehr einzuholen. Aus fast allen Ländern bekam Lena Punkte - neun Mal gab es zwölf Punkte: aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Norwegen, Schweden, Schweiz, Slowakei und Spanien. Nur fünf Nationen verweigerten Deutschland ihre Zuneigung.
Am Ende war die Flaute in Armenien, Georgien, Israel, Moldau und Weißrussland aber zu verkraften. Für die türkische Rockband Manga reichte es mit 76 Punkten Rückstand nur für Platz zwei. Rang drei ging an das rumänische Duo Paula & Ovi, die 84 Zähler weniger als Lena-Nationale erzielten. Die rote Laterne ging an Großbritannien: Josh Dubovie sang "That Sounds Good To Me", aber der Rest Europas war anderer Meinung.
Bleibt nur noch zu sagen: Danke Oslo...und Willkommen in Deutschland 2011.
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Vom Eurovision Song Contest 2010 aus Oslo berichtet Michael Götz-Pijl täglich exklusiv für queer.de.
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Carolo