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https://queer.de/?12256
  • 31. Mai 2010 60 3 Min.

Jepsen hat bereits in der Vergangenheit eine Vorreiterrolle übernommen: 1992 wurde sie als erste Frau der Welt zur lutherischen Bischöfin gewählt.

Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen hat die von christlichen Kirchen über Jahrhunderte durchgeführte Verfolgung von Schwulen und Lesben kritisiert.

Die lutherische Theologin erklärte bei einem Gottesdienst in der St. Georgskirche in Hamburg, dass die Ausgrenzung von Homo­sexuellen nicht mit der Bibel vereinbart werden könnte. Die oft zitierten homofeindlichen Stellen im Alten und Neuen Testament würde aus dem Zusammenhang gerissen, so die 65-Jährige: "Sie zielten letztlich darauf hin, dass keiner zur Liebe missbraucht werden sollte. Und das gilt auch heute: Liebe soll geschenkt werden, in Gegenseitigkeit erfahren werden, nicht missbraucht oder mit Gewalt geschehen." An dem Gottesdienst nahm auch der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne) teil.

Von Gegnern der Gleichberechtigung sexueller Minderheiten wird als "Beweis" für die Minderwertigkeit von Schwulen und Lesben meist das 3. Buch Mose angeführt. Dort heißt es: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel". Mit Absätzen wie diesem rechtfertigen Teile der Kirchen noch heute die Verfolgung oder gar Hinrichtung von Homo­sexuellen. Zuletzt warnte sogar ein katholischer Erzbischof davor, dass die Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben zu einer "pädophilen Gesellschaft" führen werde (queer.de berichtete).

Jepsen: Kirche steht nicht für Homohass, sondern für "Liebe und Leben"

Jepsen sieht die Grundbotschaft der Kirche dagegen nicht in der Ablehnung alternativer Lebensformen: "Eine Kirche, die sich vom Heiligen Geist gegründet und getragen weiß, setzt sich für Liebe und Leben ein", so Jepsen. Auch die Kirche könne aber zeitweise falsche Ansichten verbreiten und sei danach auf Vergebung angewiesen.

Die Worte im Alten und im Neuen Testament, die sich gegen Homosexualität richteten, dürften nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden, sagte die Bischöfin. «Sie zielten letztlich darauf hin, dass keiner zur Liebe missbraucht werden sollte. Und das gilt auch heute: Liebe soll geschenkt werden, in Gegenseitigkeit erfahren werden, nicht missbraucht oder mit Gewalt geschehen."

Jepsen erinnerte an den Grundauftrag der Kirche: "Eine Kirche, die sich vom Heiligen Geist gegründet und getragen weiß, setzt sich für Liebe und Leben ein." Zugleich bleibe auch die Kirche selbst auf Vergebung angewiesen, gerade nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche: "Kein Mensch hat das Recht, andere klein und kaputt zu machen", so Jepsen.

Maria Jepsen gilt als eine der offensten Theologinnen im Führungszirkel der evangelischen Kirche. Sie wurde in der Vergangenheit oft für ihre liberalen Ansichten kritisiert. So erklärte die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen vor wenigen Jahren, dass die homofreundlichen Ansichten Jepsens nicht mit der biblischen Botschaft zu vereinbaren seien (queer.de berichtete). Jepsen hatte damals erklärt, dass es in der Bibel keine Verbotsschilder gebe "für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle". (dk)

-w-

#1 Tim_Chris
  • 31.05.2010, 16:24hBremen
  • Ich hätte Bischof werden sollen. Das predige ich doch schon seit Jahren.
    Allerdings ->

    Zitat: "Kirche steht ... für "Liebe und Leben""

    Falsch. Der ursprüngliche (religiöse) Glaube steht für Liebe und Leben. Die Kirche steht für Geldscheffeln, Volksverblödung, Unterdrückung, Hirnverkloakierung, Diskriminierung, Ausgrenzung, Doppelmoral, Bigotterie, Hetze, Verfolgung, Hass und Krieg.

    Schade, das solche Leute wie diese Bischöfin so furchtbar selten innerhalb der verschiedenen Glaubensgemeinschaften sind.
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#2 alexander
  • 31.05.2010, 16:26h
  • man kann dieser bischöfin maria jepsen nur dankbar sein, die mit sehr klaren worten eine vernünftige stellung bezieht, trotz gegenwind aus den eigenen reihen ! eine der wenigen, die helfen könnte den religiösen "zeitgeist" positiv zu beeinflussen.
    (hoffentlich bleiben uns evangelikale, missionarische kommentare erspart !)
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 31.05.2010, 16:28h
  • Nicht nur Bischöfin Jepsen aus Hamburg denkt so, sondern fast die ganze Führungriege der evangelischen Bischöfe/Kirchenpräsidenten in den Landeskirchen der EKD.

    Zu loben sind da auch Bischöfe/Kirchenpräsidenten wie Friedrichs (Bayern), Käßmann (Hannover), Wartenberg-Potter (Nordelbien), Junkermann, Schneider (Rheinland), Buß (Westfalen), Jung (Hessen-Nassau), Schad (Pfalz), Böhme (Bremen), usw.

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    Da können die katholischen Bischöfe noch viel von den lutherischen/reformierten/unierten Landeskirchenleitungen lernen.

    Bischöfin Jepsen ist aber vor allem zu loben, wie dies der Artikel auch gut darstellt.

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    Wahrscheinlich finden aber unser Atheistenblogger im Forum doch noch Kritikpunkte und verwässern diesen Artikel.

    Für mich gilt: sehr, sehr lobenswert, Bischöfin Jepsen.
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