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- 02. Juni 2010 3 Min.

David Laws ist jetzt nur noch einfacher Abgeordneter im Londoner Unterhaus.
Ein Outing kostete den britischen Finanzstaatssekretär den Job; nun bedauert David Laws, dass er nicht früher offen gelebt hat.
"Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als Homosexualität gerade legalisiert worden war und die meisten Menschen dachten, so etwas wäre falsch und beschämend", sagte der 1965 geborene Liberaldemokrat. "Ich habe mich daher dafür entschieden, meine Sexualität geheim zu halten. Je mehr Zeit danach verging, desto schwieriger wurde es, die Wahrheit zu sagen." Nun sei der Super-GAU eingetreten: "Ich habe einen hohen Preis dafür gezahlt, meine Sexualität geheim zu halten. Seine Privatsphäre und seinen Amt innerhalb von 48 Stunden zu verlieren ist nicht leicht." Selbst seine eigene Familie hat erst in den Zeitungen von der Sexualität des Politikers erfahren. Vorher profilierte er sich stets als ein von der Arbeit getriebener Single.
Laws ist am Wochenende nach knapp einem Monat im Amt zurückgetreten. Grund: Eine Tageszeitung hat herausgefunden, dass er über Jahre an seinen schwulen Lebenspartner Miete gezahlt hatte und diese über seine Abgeordneten-Spesenabrechnung dem Steuerzahler in Rechnung gestellt hat (queer.de berichtete). Seit 2006 ist das aber nicht mehr zulässig, wenn es sich bei dem Vermieter gleichzeitig um den Lebens- oder Ehepartner des Abgeordneten handelt.
Keine finanziellen Vorteile

Premierminister David Cameron
Er habe aber nicht das Spesensystem ausnützen wollen, bekräftigte Laws. "Meine Probleme rühren von meinem Widerwillen, offen über meine Sexualität zu sprechen", erklärte der 44-Jährige. Seinem Partner und ihm sei es klar gewesen, dass sie finanziell besser gestellt gewesen wären, hätten sie ihr Geheimnis preisgegeben. "Wir hätten ohne finanzielle Einbußen einen Kredit aufnehmen und ein Haus kaufen können. Aber das hätte bedeutet, dass unsere Beziehung öffentlich geworden wäre. Das wollte ich nicht."
Der Finanzexperte wird weiterhin als einfacher Abgeordneter im Unterhaus bleiben. Er startete seine Karriere als Investmentbanker und brachte es so bereits mit 28 Jahren zum Millionär. 1992 kündigte er seinen Job und fing für 1.250 Pfund pro Monat an, für die Liberaldemokraten zu arbeiten - damit wolle er "etwas an die Gesellschaft zurückgeben", so Laws. 2001 erhielt er den Wahlkreis Yeovil (Grafschaft Somerset) des früheren liberaldemokratischen Vorsitzenden Paddy Ashdown, den er mit großer Mehrheit gewann und zwei Mal verteidigte. Zuletzt hatte er seinen Wahlkreis im Mai mit 56 Prozent der Stimmen klar vor den Konservativen (33 Prozent) und Labour (5 Prozent) gewonnen. Der konservative Premierminister David Cameron, der Laws wegen seiner wirtschaftsliberalen Ansichten schätzt, glaubt offenbar, den Ex-Staatssekretär nach dem Abflauen der Affäre wieder im Kabinett zu sehen "Ich hoffe, dass Sie - nach einiger Zeit - wieder in der Regierung dabei sein können, so Cameron in einer ersten Reaktion auf den Rückzug.
Laws' Versteckspiel ist bei vielen Briten auf Unverständnis gestoßen, da seine liberaldemokratische Partei als äußerst homofreundlich gilt. So forderte der Parteivorsitzende Nick Clegg während des Wahlkampfes die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule. (dk)













