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- 07. Juni 2010 2 Min.

Keiner ist größer: Seit Jahren feiert São Paulo den meistbesuchten CSD der Welt.
Zwischen drei und vier Millionen Menschen haben beim CSD São Paulo ihre Landsleute aufgefordert, bei der Präsidentschaftswahl im Oktober gegen Homophobie zu stimmen.
Das Hauptthema des größten CSDs der Welt war auch dieses Jahr die anhaltende Gewaltwelle gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle. Nach Angaben von Homo-Gruppen sind allein im letzten Jahr 198 Menschen wegen ihrer von der Norm abweichenden Sexualität ermordet worden - die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher liegen. Daher fordern die Veranstalter die brasilianische Bevölkerung auf, bei den Präsidentschaftswahlen nur für Kandidaten zu stimmen, die sich für den Abbau der Diskriminierung gegen Schwule und Lesben einsetzen.
Die Regionalregierung hat die farbenfrohe Parade finanziell unterstützt, bei der - wie bei Großevents in Braslien üblich - viel nackte Haut auf der Avenida Paulista zu sehen war. Als Hauptsponsor konnten die Veranstalter das halbstaatliche Mineralölunternehmen Petrobras gewinnen.
In Brasilien müssen Schwule und Lesben wegen der Macho-Kultur ihre Homosexualität meist geheim halten, obgleich gleichgeschlechtliche Liebe bereits 1830 legalisiert wurde. Besonders auf dem Land gibt es jedoch immer wieder Berichte von Morden an Jugendlichen, nachdem sie sich geoutet haben. Aktivisten warnten vor kurzem wegen der vielen Hassverbrechen vor einem "Homocaust" (queer.de berichtete).
Dabei hat sich die rechtliche Situation seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 erheblich verbessert. Die Verfassung schützt sexuelle Minderheiten ausdrücklich vor Diskriminierung, seit 2004 dürfen Schwule und Lesben zudem eingetragene Partnerschaften eingehen. Zudem setzt sich der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auch auf internationaler Ebene für Homo-Rechte ein. Allerdings lehnen er und seine Regierung die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ab. (dk)















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brasilia (hauptstadt), 19.05.2010
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