Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?12284
  • 07. Juni 2010 17 2 Min.

Keiner ist größer: Seit Jahren feiert São Paulo den meistbesuchten CSD der Welt.

Zwischen drei und vier Millionen Menschen haben beim CSD São Paulo ihre Landsleute aufgefordert, bei der Präsidentschaftswahl im Oktober gegen Homophobie zu stimmen.

Das Hauptthema des größten CSDs der Welt war auch dieses Jahr die anhaltende Gewaltwelle gegen Schwule, Lesben und Trans­sexuelle. Nach Angaben von Homo-Gruppen sind allein im letzten Jahr 198 Menschen wegen ihrer von der Norm abweichenden Sexualität ermordet worden - die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher liegen. Daher fordern die Veranstalter die brasilianische Bevölkerung auf, bei den Präsidentschaftswahlen nur für Kandidaten zu stimmen, die sich für den Abbau der Diskriminierung gegen Schwule und Lesben einsetzen.

Die Regionalregierung hat die farbenfrohe Parade finanziell unterstützt, bei der - wie bei Großevents in Braslien üblich - viel nackte Haut auf der Avenida Paulista zu sehen war. Als Hauptsponsor konnten die Veranstalter das halbstaatliche Mineralölunternehmen Petrobras gewinnen.

- Werbung -

In Brasilien müssen Schwule und Lesben wegen der Macho-Kultur ihre Homosexualität meist geheim halten, obgleich gleichgeschlechtliche Liebe bereits 1830 legalisiert wurde. Besonders auf dem Land gibt es jedoch immer wieder Berichte von Morden an Jugendlichen, nachdem sie sich geoutet haben. Aktivisten warnten vor kurzem wegen der vielen Hassverbrechen vor einem "Homocaust" (queer.de berichtete).

Dabei hat sich die rechtliche Situation seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 erheblich verbessert. Die Verfassung schützt sexuelle Minderheiten ausdrücklich vor Diskriminierung, seit 2004 dürfen Schwule und Lesben zudem eingetragene Partnerschaften eingehen. Zudem setzt sich der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auch auf internationaler Ebene für Homo-Rechte ein. Allerdings lehnen er und seine Regierung die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ab. (dk)

-w-

#1 bildaAnonym
#2 Drop-The-Pants!Anonym
  • 07.06.2010, 15:50h
  • Wenn der CSD Sao Paolo mit dem Life Ball in Wien zur gleichen Zeit stattfindet, dann herrscht beim letzteren gähnende Leere und in Sao Paolo tobt der Bär!
  • Direktlink »
#3 eMANcipation*Anonym
  • 07.06.2010, 17:47h
  • Wer Portugiesisch kann, wird im folgenden Video sehen, dass der letzte Satz des Artikels in keiner Weise zutreffend ist. Präsident Lula und seine Regierung der Arbeiterpartei (in Koalition insbesondere mit den Kommunisten) setzen sich seit Jahren dafür ein, dass der Kongress die Zivilehe mit gleichen Rechten und Pflichten für Homosexuelle verabschiedet. Ebenso für ein Antidiskriminierungsgesetz, das auch homophobe Hassrede umfassend unter Strafe stellt. Dass sich Schwule in Brasilien "auf Grund der Macho-Kultur [generell - so wurde es ja oben postuliert] verstecken müssen", ist mir in den zwei Jahren, die ich nicht nur in Rio - und dort wohlgemerkt mindestens so sehr wie in den weniger privilegierten Lebensräumen als in den privilegierten - sondern auch in anderen Regionen Brasiliens gelebt habe, ebenfalls nicht aufgefallen. Ganz im Gegenteil.

    www.youtube.com/watch?v=nO2VzxWaP6Q
  • Direktlink »