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  • 07. Juni 2010 39 2 Min.

Safer-Sex-Plakat der Aids-Hilfe München

Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Fälle ist im vergangenen Jahr praktisch gleich geblieben - mehr Männer haben sich aber über gleich­geschlechtlichen Sex infiziert.

Das geht aus dem Jahresbericht des Robert-Koch-Instituts hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Demnach wurden 2009 insgesamt 2.856 Neuinfektionen gemeldet. Das ist ein minimaler Anstieg um 0,5 Prozent. 1.629 Männer infizierten sich beim Geschlechtsverkehr mit einem Mann - das entspricht einem Anstieg von 3,3 Prozent. Ungeschützter, schwuler Sex ist damit der Grund für die Infektion in 67 Prozent aller Fälle, bei denen der Übertragungsweg bekannt ist. 2008 waren es noch 65 Prozent. Über heterosexuellen Sex stecken sich 17 Prozent an (-1 Prozent).

Drei Städte in Deutschland melden derzeit mehr als 100 Neudiagnosen in der Gruppe der "Männer, die Sex mit Männern haben": Berlin, Hamburg und Köln. Allerdings vermeldet Hamburg einen steilen Anstieg von 91 auf 137 Fälle, während Berlin einen Rückgang von 338 auf 313 registriert hat. Unter den Flächenländern hat sich die Zahl dieser Diagnosen am meisten in Rheinland-Pfalz erhöht (von 32 auf 49), während Mecklenburg-Vorpommern knapp halb so viele Diagnosen meldet wie im Jahr zuvor (10 statt 19).

Jüngere eher gefährdet

Dem RKI zufolge besteht in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen das größte Infektionsrisiko durch ungeschützten Homo-Sex, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen und den 21- bis 24-Jährigen. Die Zahl der Neudiagnosen ist insbesondere bei den Jüngsten in den vergangenen Jahren angestiegen.

Erworben wurde die HIV-Infektion in mehr als 90 Prozent der Fälle in Deutschland. Nur wenige Personen infizierten sich im außereuropäischen Ausland: In Lateinamerika waren es 0,8 Prozent, in der Region Südostasien, die von der Boulevardpresse gern als Sextouristenparadies dargestellt wird, infizierten sich lediglich 0,7 Prozent.

Kondombenutzung steigt

Der Anstieg muss nicht mit unbedingt mit einer höheren Infektionsrate zusammenhängen, erklärte das RKI. Es sei vielmehr möglich, dass dank der Präventionskampagnen mehr Menschen einen HIV-Test machen ließen. Tatsächlich hat sich in Deutschland die Akzeptanz von Kondomen erhöht, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Montag mitteilte. Demnach benutzten 79 Prozent der Singles unter 45 Jahren Gummis. 1998 waren es nur 58 Prozent. Diese Zahlen wurden vom Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelt, das Ende 2009 über 7.000 Menschen telefonisch befragt hatte. (dk)

-w-

#1 schwulenaktivist
  • 07.06.2010, 18:25h
  • Der HIV-Test ist kein Präventionsmittel. Nur eine Statusinformation. Wichtiger wäre die ehrliche Präventionsinfo, ganz auf unsafen Sex zu verzichten. Aber die Aidshilfen versuchen - wie bei den Heteros, alle Möglichkeiten, für unsafen Sex mit den blöden Treueargumenten zu versprechen. Ich stelle mir - vor allem junge - Männer vor, die mal hier treu sind, mal dort einen Kondom nehmen, und dann wieder mal Treue...
    Ehrlicher wäre eine offene Diskussion darüber, warum Männer unter sich unbedingt unsafen Sex haben wollen! Da käme einiges an magischen Hirngespinsten und Erwartungen hervor...
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#2 LennyAnonym
  • 07.06.2010, 18:40h
  • "Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Fälle ist im vergangenen Jahr praktisch gleich geblieben - mehr Männer haben sich aber über gleichgeschlechtlichen Sex infiziert."
    Falsch.
    Die Zahl der *bekannt gewordenen* HIV-Fälle ist gleich geblieben, der *Anteil* an Männern die sich über gleichgeschlechtlichen Sex infiziert haben hat zugenommen...
    Solange man keine absoluten Zahlen kennt, wieviele schwule und wieviele Heteromänner sich haben testen lassen sind solche Aussagen wertlos.

    Aber irgendwie dringt das nicht durch...

    Nur ein Rechenbeispiel:
    10 Neuinfektionen, davon sind 5 schwul. Klingt erstmal dramatisch. Es könnte aber genauso gut sein dass sich 100 Leute haben testen lassen von denen 10 schwul waren (10% der Leute haben HIV, 50% der Schwulen), als auch (als extremes Beispiel) dass sich 100 Leute haben testen lassen, von denen aber 90 schwul waren (10% haben HIV, aber plötzlich nur 6% der Schwulen).
    Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, wo wissen wir aber nicht, da die Sexualität der negativ getesteten (leider) nicht erhoben wird... Aus persönlicher Erfahrung denke ich aber näher am 2. Beispiel, da sich in meinem Umfeld nahezu alle Homos schon mindestens einmal haben testen lassen, aber kaum einer der Heten (woran denke ich zielgerichtete Aufklärungskampagnen ihren Anteil haben).

    So lange es keine brauchbaren Statistiken zum Testverhalten von Schwulen und Heten gibt, kann man solche absoluten Aussagen auf deutsch gesagt in der Pfeife rauchen.
    Genau deswegen finde ich solche groß angelegten Umfragen wie sie derzeit laufen wichtig, weil da kann man wirklich einmal sehen wie viel Prozent der Schwulen sich schon einmal haben testen lassen.
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#3 Frankyboy
  • 07.06.2010, 19:37h
  • Ich werde nie verstehen, warum man mit einem "fremden Mann" ungeschützten Sex haben muss...
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