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- 09. Juni 2010 2 Min.

Steven Monjeza und Tiwonge Chimbalanga während der Gerichtsverhandlung
Das wegen Homosexualität in Malawi zu 14 Jahren Haft verurteilte Paar hat sich nach seiner Begnadigung getrennt - angeblich hat sich einer der Beiden in eine Frau verliebt.
Der 26-jährige Steven Monjeza erklärte gegenüber mehreren Medien, er sei nun mit der 24-jährigen Dorothy Gulo aus seinem Heimatort Blantyre liiert. "Ich habe genug", sagte er der britischen Zeitung "Guardian". "Ich will ein normales Leben leben und nicht von jedem beobachtet, ausgepfiffen und verspottet werden". Mit Homosexualität wolle er nach den Erfahrungen der letzten Monate "nichts mehr zu tun haben".
Monjeza und der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga waren Ende Dezember festgenommen worden, nachdem sie sich in einer symbolischen Hochzeitsfeier das Ja-Wort gegeben hat. Später verurteilte ein Gericht das Paar zur Höchststrafe von 14 Jahren Gefängnis. Malawis Präsident Bingu wa Mutharika begnadigte die Beiden wenige Tage später.
Chimbalanga hatte in der Vergangenheit stets beteuert, eine transsexuelle Frau zu sein. Gegenüber dem "Guardian" sagte Chimbalanga jetzt aber, er wolle "schwul bleiben", da es "viele andere gute Männer" gebe. Die Medien, aber auch Ex-Partner Monjeza haben ihn stets als Mann bezeichnet. In einem Interview mit der britischen "Times" - kurz vor der Bekanntgabe der Trennung - sagte Chimbalanga: "Wir wollen Asyl in einem anderen Land beantragen. Gibt es so ein Land für uns? Ich weiß es nicht."
"Keinerlei Spuren analer Penetration"
Monjeza versucht nun offenbar, einen Ruf als Heterosexueller gegenüber den einheimischen Medien aufzubauen: "Obwohl ich gesagt habe, dass ich Tiwo immer noch liebe, habe ich es nicht so gemeint", erklärte der 26-Jährige der Zeitung "The Nation". "Ich hatte nie mit ihm geschlafen. Darum konnte die medizinische Untersuchung keinerlei Spuren analer Penetration feststellen." Freiwillig hat er seine Beziehung mit Chimbalanga aber offenbar nicht aufgegeben. So sei er von unbekannten Männern bedrängt und bedroht worden: "Ich bin kein Idiot! Sie haben sogar meine Familie eingeschaltet, die mich überzeugt hat, meine Meinung zu ändern."
Für Menschenrechtsaktivisten in Malawi ist die Trennung keine Überraschung: "Monjeza war immer eine zurückhaltende Person in dieser Partnerschaft. Beide haben ausprobiert, wie offen sie leben können - und sie haben sich verbrannt", erklärte George Thindwa von der Association for Secular Humanism. Der frühere politische Gefangene hat aber Hoffnung für sexuelle Minderheiten in Malawi: "Nach diesem Fall wird nichts mehr so sein wie zuvor. Das Paar hat die Büchse der Pandora geöffnet." (dk)















Es liegt doch auf der Hand - das diese Trennung der beiden,nur unter massivem Druck der Regierung in Malawi zustande kam, nachdem die ganze Welt durch die Medienberichterstattung das Vorgehen der Regierung in Malawi kritisiert hatte ...
Ohne (finanzielle) Hilfe von Aussen, werden es die Beiden wohl nicht schaffen, ihr Land zu verlassen, und anderswo eine glückliche Beziehung zu leben ...