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In der Vergangenheit haben Aktivisten schon auf mehreren CSDs gegen den Staat Israel protestiert.

Im kanadischen Toronto droht der Streit um die israelische Politik gegenüber den Palästinensern den CSD zu sprengen.

Mehrere Redner und Musiker haben ihre Teilnahme bei der am 25. Juni beginnenden "Toronto Pride Week" abgesagt, mehr als 20 vom CSD Toronto wegen ihres Engagements geehrte Preisträger haben ihre Auszeichnungen aus Protest zurückgegeben. Grund für die Aufregung: Die CSD-Organisatoren hatten die Gruppe "Queers Against Israeli Apartheid" wegen ihres Namens ausgeschlossen. Zudem darf der Begriff Apartheid auf der Veranstaltung nicht mit Juden oder Israelis in Zusammenhang gebracht werden, da das antisemitisch sei und zur Gewaltwelle gegen Kanadier jüdischen Glaubens beitragen könnte, so die Organisatoren. "Kein Kanadier, ob hetero oder homo, sollte sich hier um seine Sicherheit Gedanken machen müssen, weil er anders ist oder einen anderen Glauben hat", so die Organisatoren in einer Erklärung. Über die Fragen der israelischen Politik könne man gerne streiten - aber nicht, wenn das die Rechte oder die Sicherheit anderer verletze.

Youtube | Aktivisten geben aus Protest gegen den Ausschluss der propalästinensischen Gruppe ihre CSD-Auszeichnungen zurück.

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"Redefreiheit entzogen"

Mitglieder und Unterstützer der propalästinensischen Gruppe erklärten dagegen, dass gerade schwul-lesbische Aktivisten auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen müssten. Prominente Teilnehmer sagten daher öffentlich ab und kritisierten die CSD-Organisatoren als Zensoren: "Wenn uns die Redefreiheit entzogen wird, ist das mit Sicherheit keine Party, für die ich Musik machen kann", erklärte etwa DJ John Caffery. Noch ist unklar, wie viele Veranstaltungen wegen der Absagen ausfallen müssen.

"Queers Against Israeli Apartheid" argumentiert, dass die Israelis den Palästinensern Ende der 1940er Jahre das Land weggenommen hätten und sie jetzt auf kleinem Raum einsperrten - ähnlich wie die Südafrikaner mit den Schwarzen verfahren seien. Das sei auch ein Thema für Schwule und Lesben, da diese im "Westjordanland und im Gaza-Streifen täglich die militärische Gewalt zu spüren bekommen - und zwar nur, weil sie Palästinenser sind."

"Zionistische Propaganda"

Israel ist nach Ansicht der Gruppe kein homofreundliches Land. Vielmehr verschleiere "die "zionistische Propaganda das Ausmaß der Gewalt gegen Schwule und Lesben". Daher rufen die Aktivisten zum Reiseboykott Israels auf. "Wir zeigen Solidarität mit Schwulen und Lesben in Palästina und unterstützen sie in ihrem Widerstand gegen Homophobie und israelische Apartheid." Über die homofeindliche Haltung der palästinensischen Regierungen im Westjordanland und im Gaza-Streifen sagten die Aktivisten nichts.

Die Entscheidung, harsche Israel-Kritik nicht auf dem CSD zu dulden, könnte auch auf politischen Druck entstanden sein: Der Stadtrat Torontos hatte nämlich bereits damit gedroht, die Unterstützung für den CSD einzustellen, weil der Aufruf zum Hass gegen Israelis oder Juden gegen die städtischen Antidiskriminierungsrichtlinien verstoße. Die Regierung der Provinz Ontario hat zudem bereits 2009 beschlossen, dass der Begriff "israelische Apartheid" zum Rassenhass aufrufe und nicht verwendet werden sollte.

In Madrid fand zuvor ein ähnlicher Streit statt, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: Die spanischen CSD-Organisatoren schlossen für dieses Jahr einen israelischen Wagen auf der Parade aus, angeblich weil man wegen der aufgeheizten Atmosphäre nicht für die Sicherheit der ausländischen Gäste garantieren könne (queer.de berichtete). (dk)

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#1 hwAnonym
  • 11.06.2010, 16:09h
  • "..Zudem darf der Begriff Apartheid auf der Veranstaltung nicht mit Juden oder Israelis in Zusammenhang gebracht werden, ..."

    Sind die doof. Da bleibt man doch nicht weg.
    Go in ! Times for change !

    Können die kein Hebräisch ?
    Wenigstens Englisch

    Ich würde mir mein Plakat mit dem Barak-Zitat beschlagnahmen lassen und die die Täter des Anti-Semitismus bezichtigen.

    Barak-Zitat:

    “If the Palestinians vote in elections, it is a binational state,” he said, “and if they don't, it is an apartheid state.”

    Link zu www.economist.com

    Film zum Zitat:

    Die ehemalige israelische Bildungsministerin

    "It's a Trick, We Always Use It." (calling people "anti-Semitic")

    www.youtube.com/watch?v=jUGVPBO9_cA

    Alternativ ging natürlich auch ein vergrößerter
    israelischer Zeitungsausschnitt und anschließend
    zusätzlich Zensur schreien.

    „Schlimmer als Apartheid“

    von Gideon Levy
    12.07.2008 — Ha'aretz

    zmag.de/artikel/201eschlimmer-als-apartheid201c
  • Direktlink »
#2 PolitschwesterAnonym
  • 11.06.2010, 16:32h
  • Da wird in Toronto aus einem CSD ein Politikum! So schnell kann das gehen. Mich erinnert das an die Olympischen Sommerspiele in Montreal 1976, als Schwarzafrika sich für den Boykott wegen der Teilnahme von Neuseeland entschlossen hatten. Mit dem Wort Apartheid verbinde ich Südafrika und die Zeit der Rassentrennung. In den USA gab es diese ja auch, bis Bürgerrechtler wie Martin Luther King und Malcolm X in Erscheinung traten und für die Gleichberechtigung von Weißen und Schwarzen kämpften. Ob das auch in Kanada so war, weiß ich nicht.
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#3 MontefioreAnonym
  • 11.06.2010, 16:39h
  • Antwort auf #1 von hw
  • Die CSD Organisatoren haben richtig gehandelt. Diese Gruppe ist ganz klar antisemitisch ausgerichtet! Wenn es anscheinent einen CSD gibt wo jüdische und/oder israelische Schwulen und Lesben nicht erwünscht sind sollte man diese Veranschtaltung absagen oder wenigstens dieser sogennanten "Menschenrechtsaktivisten" ausschließen! Denn was haben schwule Juden damit zu tun, wenn die israelische Marine verhindert das die selbsternannte "Friedens"flotte israelische Soldaten lyncht und denn Gazastreifen mit AK47s beliefert?
    Und wenn man sich ja schon für "Menschenrechte" einsetzt, müsste man denn nicht auch so konsquent sein und Deutsche (Afghanstan, Kosovo, 2 Wk.), Amerikaner (Irak, Afghanistan) Iraner (Todestrafe für Kinder und Schwule) und Kanadier (die töten immer diese niedlichen Robben) dort verbieten?
    Es ist schon sehr bezeichnent für solche Gruppierungen die anscheinent nur aktiv werden wenn Israel etwas tut, bei anderen Staat aber nichts sagt.
    Und hier Apartheid mit ins Spiel zu bringen ist kompletter Schwachsinn. In Deutschland dürfen Schwule und Lesben nicht katholisch heiraten, haben wir nicht auch ein art sexuelle Apartheid?
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