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- 14. Juni 2010 2 Min.

Drei Unbekannte haben in Treptow ein schwules Paar offenbar wegen ihrer Homosexualität attackiert; dabei haben sie einem der Opfer ein Messer in den Rücken gerammt und dabei schwer verletzt.
Die Tat ereignete sich am Samstagabend kurz vor 23 Uhr in der Puschkinallee. An einer Bushaltestelle traf das schwule Paare auf die drei Männer, die es in ein Streitgespräch verwickelten. Nach Angaben der Polizei wurden die 28 und 32 Jahre alten Schwulen "auf sexueller Grundlage" beleidigt. Es sollen Wörter wie "Schwuchteln" gefallen sein. Schließlich schlugen die Täter zu, die nach Angaben der Deutschen Presseagentur als Südeuropäer beschrieben worden sind. Der 32-Jährige erhielt einen Kopfstoß, der 28-Jährige einen Faustschlag ins Gesicht.
Als die Angreifer flüchten wollten, verfolgte das schwule Paar die Männer. Nach wenigen Metern drehte sich einer der Täter um, zog ein Messer und rannte auf die Verfolger zu. Während der 28-Jährige dem Angriff ausweichen konnte und zu Boden fiel, rammte der Unbekannte dem 32-Jährigen ein Messer in den Rücken. Das Opfer musste im Krankenhaus notoperiert werden. Für ihn bestand keine Lebensgefahr. Sein Partner erlitt nur leichte Verletzungen.
Die Berliner Polizeidirektion 6 hat nun Ermittlungen im Fall aufgenommen. Sie geht bislang davon aus, dass die Tat einen homophoben Hintergrund hat.
Mehrmals haben in den letzten Monaten insbesondere Jugendgruppen gezielt Schwule wegen deren sexueller Orientierung attackiert. Im letzten Jahr gab es auch mehrere Protestaktionen der Community. So demonstrierten im Juni 2009 mehrere hundert Menschen gegen einen Eissalon in Kreuzberg, deren Besitzer Schwule aus Homophobie attackiert haben soll (queer.de berichtete). Die Stadt Berlin hat wegen der Übergriffe ein Bündnis gegen Homophobie ins Leben gerufen, mit dem die Akzeptanz von homofeindlichem Verhalten reduziert werden soll. (dk)
Demo-Aufruf: Zu einer Demonstration am Mittwoch, dem 16. Juni um 17:00 Uhr vor dem Rathaus Treptow, Neue Krugallee 4, 12435 Berlin rufen die SPD-Bezirksverordneten Alexander Freier und Oliver Igel auf. Sie erklärten: "Es gilt nun Flagge zu zeigen und sich solidarisch mit den Opfern von Gewalt zu zeigen. People of Colour, Menschen nicht deutscher Herkunft, Lesben, Schwule, bi-, trans- und intersexuelle Menschen, Menschen mit Handicap und ‚Linke' sind häufig Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt".














