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- 21. Juni 2010 2 Min.

Der frühere Militärbischof Walter Mixa
Bischof Walter Mixa soll einem internen Dokument zufolge zwei Priester sexuell belästigt haben - dabei ist sogar von "weicher Vergewaltigung" die Rede.
Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" übereinstimmend berichten, haben die Geistlichen aus dem Bistum Eichstätt und dem Bistum Augsburg Mixa beschuldigt, ein bestehendes Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt zu haben. Die sexuellen Übergriffe sollen Mitte der Neunziger Jahre stattgefunden haben. Mindestens einer der Übergriffe soll laut FAS eine "weiche Vergewaltigung" gewesen sein. Als Quelle geben die Zeitungen eine rund 40 Seiten starke geheime Akte an, das Ende April dem päpstlichen Botschafter in Berlin zugegangen ist. Dort berichten mehrere Augenzeugen von den angeblichen Übergriffen.
Mixa hat Ende April dem Papst seinen Rücktritt angeboten, nachdem Veruntreuungs- und Misshandlungsvorwürfe gegen Minderjährige bekannt geworden sind. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat jedoch die Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs inzwischen eingestellt, da kein ausreichender Tatverdacht bestand. Mixa wollte daraufhin seinen Rücktritt für ungültig erklären lassen, allerdings lehnt das der Vatikan ab.
Alkoholiker Mixa?
In dem neuen Dokument sollen weitere, bislang unbekannte Vorwürfe gegen Mixa enthalten sein. So soll der 69-Jährige ein "Spiegeltrinker" gewesen sein - also ein Alkoholiker, der jeden Tag einen gleichbleibende Menge des Rauschmittels in seinem Blut gebraucht habe. Er soll über den Tag verteilt große Mengen an Wein und Spirituosen zu sich genommen haben.
Johannes Paul II. ernannte Mixa 1996 zum Bischof von Eichstätt, 2000 wurde er zusätzlich Militärbischof der Bundeswehr. Schließlich machte Papst Benedikt XVI. den Theologen zum Bischof von Augsburg.
In seiner Zeit als Bischof galt Mixa stets als konservativer Haudegen, der die Positionen der Kirche kompromisslos vertrat. So verglich er im vergangenen Jahr etwa Abtreibungen mit dem Holocaust und erklärte, dass der Atheismus zu totalitären Regimen wie dem Nationalsozialismus geführt habe. Im Februar dieses Jahres erklärte er zudem, dass die "sexuelle Revolution" für den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche verantwortlich sei. (dk)
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