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  • 21. Juni 2010 46 2 Min.

Kein Bärenparadies mehr: Ludwigsburger Stadtbad

Nach dem Bericht einer Lokalzeitung haben die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim das traditionelle "Bärenbaden" im Stadtbad untersagt. Sex sei nicht akzeptabel.

Von Carsten Weidemann

Sechs Jahre lang konnten sich schwule Bären ungestört im Ludwigsburger Stadtbad vergnügen. Immer am letzten Freitag im Monat stand dort das "Bärenbaden" auf dem Programm. Für 50 Euro pro Stunde hatte ein Mitglied der "Stuttgarter Bären" das Bad von den Stadtwerken angemietet. Die mehr oder wenigen dicken Bartmänner waren dann unter sich und konnten machen, was sie wollten.

Doch nun hat ein Bericht in der Ludwigsburger Kreiszeitung dem fröhlichen Bärenbaden ein Ende gesetzt: "Saubere Sauerei: Im Stadtbad sind die schwulen Bären los" hieß es ungewohnt offen in der Samstagausgabe des Lokalblatts. Zwar vermied Autor Wilfried Hahn jeden homophoben Unterton, doch war seine Intention, mit seinem Artikel über das schwule Stadtbad-Treiben empörte Reaktionen hervorzurufen, mehr als offensichtlich: "Darf man dort Sauereien machen? Oder präziser gefragt: Darf Mann dort Sauereien machen? Antwort: Ja, Mann darf! Wenn er keine Spuren hinterlässt. Womit schon klar ist, dass es nicht um Schüler geht, die ins Becken pinkeln. Sondern um Sex. Um Sex zwischen Männern."

Vergeblich bemühte sich Autor Hahn in seinem ersten Bericht um eine negative Stellungnahme. Die Bären hätten das historische Stadtbad "immer picobello hinterlassen", zitiert er Karin Wächter, die bei den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim für die öffentlichen Bäder zuständig ist. Die Dame hatte auch keine moralischen Bedenken: "Das ist eine private Veranstaltung. Und es sind ja alles erwachsene Menschen, die da reingehen."

Wächters Chef jedoch sprang aus dem Sessel, als er am Samstag den Artikel in der Kreiszeitung las: Stadtwerke-Geschäftsführer Bodo Skaletz kündigte noch am Wochenende an, den Mietvertrag für das Bärenbaden fristlos zu kündigen. Von den Bären habe er noch nie etwas gehört, zitiert ihn Wilfried Hahn in der Ausgabe vom Montag, und erst recht nicht davon, dass selbige auf ihrer Webseite für "Schweinkram" trommeln. Sexuelle Aktivitäten seien in dem Bad niemals erlaubt worden.

Den Stuttgarter Bären selbst war die Gefahr offensichtlich bewusst. Auf Ihrer Webseite appelierten sie eindringlich zur Sauberkeit, um das Bärenvergnügen nicht zu gefährden. So sollten benutzte Gummis nicht in den Schränken liegen gelassen werden, hieß es etwa. Das Resumé von Wilfried Hahn: "Trotz aller Sauberkeitsappelle haben die Bären aber trotzdem Spuren hinterlassen - und zwar im Internet. Und damit haben sie sich selbst einen Bärendienst erwiesen."

-w-

#1 GastGastGastAnonym
  • 21.06.2010, 12:40h
  • Also grundsätzlich sieht die Sache hier schonmal anders aus als bei einem früheren Artikel, wo es auch um "Vergnügen" im Schwimmbad ging. Da es sich hier ja um eine rein private Veranstaltung handelte und alles sauber und ordnungsgemäß hinterlassen wurde, konnte sich schließlich keiner von den anderen Badegästen gestört fühlen. Insofern war das so in Ordnung was die Männer gemacht haben.

    Das Einzige was meiner Meinung nach kritikwürdig ist, dürfte die Tatsache sein, daß sie dem entsprechenden Vermieter möglicherweise nicht klar gesagt haben, was sie denn im Bad so treiben wollen und daß sie dafür dann vermutlich kein Einverständnis hatten.

    Sowas hätte einfach im Vorfeld klar geregelt werden müssen, dann hätten sie selbstverständlich in dem Bad auch ihren Spass haben dürfen.

    Wenn jemand ihnen das im Vorfeld aber klar untersagt hätte, dann wäre Sex natürlich wiederum nicht in Ordnung. Im Endeffekt geht es nur um klare Absprachen die eingehalten werden müssen...
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#2 XDAAnonym
#3 skydiver
  • 21.06.2010, 13:31hStuttgart
  • Hallo,

    ich selber habe im Oktober 2004 das BärenBaden im Alten-Stadtbad in Ludwigsburg ins Leben gerufen in meiner Eigenschaft als Mitbegründer und Organisator des BEARS-CLUB STUTTGART von Mai 2004 bis Januar 2010. Im Januar 2010 hat sich der BEARS-CLUB STUTTGART unter neuer Leitung und neuer Bärenseite neu formiert, und so entstanden die STUTTGARTER-BÄREN die unter www.stuttgarter-baeren.de zu finden sind !!

    Nein - der BEARS-CLUB STUTTGART war zu keinem Zeitpunkt der Veranstalter des BärenBadens in Ludwigsburg !! Wir waren als lockere Freizeitgruppe selber zu Gast im Bad und bei einem privaten Veranstalter, das als "geschlossene Gesellschaft" an jedem Freitagabend eine Nachtsauna durchführt !!

    Am letzten Freitagabend im Monat hat es sich in den letzten Jahren so "eingebürgert", das sich überwiegend schwule Bärenfreunde im Bad aufgehalten haben !! Aber auch viele hetero und bisexuelle Gäste waren während unseres allmonatlichen BärenBadens im Bad vertreten !! :-)

    Das komplette Alte Stadtbad in Ludwigsburg mit samt dem Saunabereich stand uns an den BärenBaden Abenden zur freien Verfügung !!

    Was die durchschnittlich 60-70 Besucher und 300-400 Besucher bei unseren diversen Bärentreffen im "weitläufigen" Bad so alles angestellt haben sollen, lässt sich natürlich nicht kontrollieren !! Und Man(n) kann ja auch nicht hinter jeden Bärenfreund eine "Kontrollperson" stellen :-)

    Fakt ist - das es vorgekommen ist, das in den frühen Morgenstunden an diversen Plätzen innerhalb des Bades benutzte Kondome und andere Utensilien gefunden wurden beim gründlichen "sauber machen" :-(

    Ein riesengrosser Fehler war es nun, das der neue Organisator der STUTTGARTER-BÄREN u.a. die "Benimmregeln" (Entsorgung der Kondome, Sperma auf dem Boden etc.) auf der Bärenseite veröffentlicht hat !! :-(

    Da das Internet auch von städtischen Bäderbetrieben gelesen/ besucht wird, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, das es diese Veranstaltung in der Zukunft nicht mehr geben wird :-(

    Das die Bäderbetriebe der Stadt Ludwigsburg uns Bären nicht zur Kentnis genommen haben will, ist schlichtweg falsch !! Wie begründet sich sonst die Aussage von Frau Wächter: "Die Dame hatte auch keine moralischen Bedenken: Das ist eine private Veranstaltung. Und es sind ja alles erwachsene Menschen, die da reingehen."

    Ausserdem hat im Jahr 2007 sogar ANDERStrend auf RTL eine ausführliche Reportage über das Bärenbaden beim Bärentreffen 2007 gebracht !!

    Ich finde es auf jeden Fall eine ziemlich traurige Geschichte, nachdem diese Veranstaltung bundesweit beliebt war, und zu unseren Bärentreffen immer am letzten Septemberwochenende viele internationale Gäste anwesend waren, und die Veranstaltung immer sehr beliebt war !!

    Es stimmt schon, das sich hier die STUTTGARTER-BÄREN einen "Bärendienst" erwiesen haben ...

    Bäriger Gruss vom
    Stefan
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