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- 22. Juni 2010 2 Min.

Vorsicht, Polizei: In Deutschland ist das Nacktwandern eine Ordnungswidrigkeit
In ganz Europa ist der Nacktwandertourismus auf dem Vormarsch - nicht immer zur Freude der lokalen Bevölkerung und der Textilwanderer.
Von Werner Jakob Weiher
Was sich zunächst nach Blasphemie oder Orgie in der freien Natur anhört, hat einen ernsten Hintergrund: Nacktwandern auf dem Jakobsweg ist der neue Trendsport.
Das Nacktwandern ist ein Ableger der FKK-Bewegung, wie auch Nacktreiten, Nacktbaden oder auch Nacktyoga. 1984 wurde in Österreich der erste offizielle Nacktwanderweg eröffnet, der allerdings keine vier Kilometer lang ist. Das Phänomen hat sich in den letzten Jahren, trotz Verbotes von offizieller Seite, verbreitet. Einige Gruppen und Vereine führen regelmäßig Nacktwanderungen durch. Dazu wandern die Teilnehmer, um die "öffentliche Ordnung" nicht zu stören, zunächst bekleidet in ruhige, abgelegene Landschaften, um sich dann dort zu entkleiden und ihrem außergewöhnlichen Hobby nachzugehen. So ist in einigen Regionen eine Art Nacktwandertourismus entstanden - nicht immer zur Freude der lokalen Bevölkerung und der Textilwanderer.
Seit einiger Zeit berichten auch Jakobsweg-Pilger von unbekleideten Wanderern auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela, die nur mit Wanderschuhen und Rucksack unterwegs sind. Es ist anzunehmen, dass Anhänger dieser Freikörperkultur auch den mehrere tausend Kilometer langen Camino de Santiago bewandern - vermutlich aber nur in sehr abgelegenen Regionen und während der Nacht. Denn ist das Nacktwandern in Deutschland lediglich eine Ordnungswidrigkeit, würde man nackt auf dem Jakobusweg in Frankreich oder Spanien nicht nur von der sehr gläubigen Bevölkerung auf das Ärgste beschimpft werden, sondern auch von der Polizei verhaftet...
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