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Kommentare zu:
Das Ehe-Verbot für Schwule ist rechtens


#1 DemokratAnonym
  • 24.06.2010, 15:33h
  • Dieses Urteil ist eine Schande für den Europäischen Gerichtshof für "Menschenrechte" und für die gesamte Europäische Union!

    Insbesondere für die offenbar homofeindlichen Richter aus Österreich, der Schweiz, Russland und Zypern!

    Diese Institution macht sich mit diesem Urteil skandalösen Unrechtsurteil selbst überflüssig, da sie den Inhalt des Begriffes "Menschenrechte" offenbar in keiner Weise verstanden hat und einmal mehr sexuelle Apartheid "legitimiert" und befördert!
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#2 Linu86Profil
  • 24.06.2010, 15:48hAachen
  • Das einzige was mich troestet ist das die Entscheidung knapp war (4:3) :-/ ...wieso darf Oesterreich ueberhaupt einen Richter fuer den Europaeischen Gerichtshof fuer Menschenrechte stellen, wenn bei der Wahl ihres Staatoberhauptes Leute wie die tiefbraune Frau Rosenkranz realistische Chancen haben gewaehlt zu werden. Kann man nich einfach nen Niederlaender fuer die einsetzen? Mal ne Frage: Weiss jemand ob dieses Urteil jetz fuer alle EU-Staaten fuer alle Zeiten bindend is?
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#3 stromboliProfil
  • 24.06.2010, 16:02hberlin
  • was mich zudem wundert, ist die zulassung eines österreichers ins richter kollegium.. gibts denn da kein neutralitätsgebot, schließlich war der staat österreich verklagt!
    Anderswo können doch auch richter wegen befangenheit abgelehnt werden.
    Was noch stört: "Allerdings könnte ein Staat wegen der "tiefsitzenden sozialen und kulturellen Bedeutung" der Ehe nicht dazu gezwungen werden, gleichgeschlechtlichen Paaren das selbe Recht einzuräumen."
    Erinnert an die klagen in deutschland die ebenso gegen die wand gefahren wurden.
    Resultat : zweiklassenrecht!

    Auch der satz : "Dass das gleichgeschlechtliche Paar weniger Rechte hat als ein verschiedengeschlechtliches, ist nach Ansicht der Richtermehrheit keine Diskriminierung. Schließlich habe das Paar nicht dargelegt, dass es durch die verbleibenden Unterschiede von Ehe und eingetragener Partnerschaft benachteiligt sei."
    endweder wurde da auf eine europäische rechtsauffassung gesetzt die progressiver scheint als sie denn letztendlich ist, oder es wurde wirklich geschludert!

    Ratlos: weil nun muß man wieder solidarisch mit dem ehekaspern sein, um den homophoben inhalt solcher urteile was entgegen zu setzen!
    Der hund beisst sich selbst in den schwanz.
    Merke: ohne artikel 3 verankerung in unserem grundgesetz und gleichlautendem in den anderen mitgliedsstaaten und deren verfassungen, wird da nie was rechtes und haltbares rüberkommen! &
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#4 schwulenaktivist
  • 24.06.2010, 16:05h
  • Wer sich jetzt darüber ärgert, der vergisst, dass Sexualität politisch ist und daher nur mit politischen Mitteln "befreit" werden kann, nicht mit juristischen, denn das Recht wird von der Politik gesetzt!
    In 50 Jahren wird man über diesen Entscheid lächeln!
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#5 DemokratAnonym
  • 24.06.2010, 16:08h
  • Antwort auf #2 von Linu86
  • Es ist zumindest bis zur nächsten Klage dieser Art in allen Unterzeichnerstaaten der Europäischen Menschenrechtskonvention gültig.

    Nach meiner Überzeugung sollten sich zukünftige Klagen - nicht nur in dieser Frage - vor allem an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) richten, der u. a. für die Überwachung der Einhaltung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien zuständig ist und in den letzten Jahren durchaus progressive Urteile gefällt hat, siehe z.B. hier:
    www.faz.net/s/RubA5A53ED802AB47C6AFC5F33A9E1AA71F/Doc~E524B3
    CBF2E0C4B1890C16288DBD2A6C7~ATpl~Ecommon~Scontent.html


    Ich bin kein Jurist, kann mir aber nicht vorstellen, dass die unterschiedlichen nationalen Rechtsstandards in den einzelnen EU-Ländern (sei es im Eherecht oder bei der so genannten "Hate speech"), die im klaren Widerspruch zum generellen Diskriminierungsverbot auf EU-Ebene stehen, mittel- bis langfristig vor dem Europäischen Gerichtshof Bestand haben werden.

    Wichtig wäre es, möglichst viele und strategisch ausgerichtete Klagen auf den Weg zu bringen und diese dann bis zum EuGH durchzufechten!

    Einmal mehr bleibt die Erkenntnis: Ein Gerichtshof für Menschenrechte, der solche Urteile fällt, ist überflüssig und eine Schande für Europa!
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#6 African-AmericanAnonym
  • 24.06.2010, 16:27h
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • wegen der "tiefsitzenden sozialen und kulturellen Bedeutung"

    Man höre und staune:

    Mit der gleichen Begründung hätte der "Europäische Gerichtshof für Menschenrechte" auch das Sklaventum rechtfertigen können.

    Die tiefsitzende soziale und kulturelle Bedeutung des Rassismus (welches Identitätsmerkmal zur Rassenbildung auch immer herhalten mag) !!!
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#7 Linu86Profil
  • 24.06.2010, 16:47hAachen
  • Antwort auf #5 von Demokrat
  • Hmm, ich dachte immer solche "Grundsatzentscheidungen" seien praktisch nicht rueckgaengig zu machen, man kann ja auch nicht zweimal auf Diebstahl in der selben Sache klagen. Also wenn eine neue Klage erhoben wird, dann muesste diewohl in ihrer Auslegung erheblich von der jetzigen Klageerhebung abweichen (also vermute ich mal).
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#8 Linu86Profil
  • 24.06.2010, 16:52hAachen
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • ""Dass das gleichgeschlechtliche Paar weniger Rechte hat als ein verschiedengeschlechtliches, ist nach Ansicht der Richtermehrheit keine Diskriminierung. Schließlich habe das Paar nicht dargelegt, dass es durch die verbleibenden Unterschiede von Ehe und eingetragener Partnerschaft benachteiligt sei."

    Ueber diesen Satz hab ich mich auch schon gewundert. Was fuer Pfeiffenanwaelte hat dieses Paar denn gehabt, wenn es nicht mal dargelegen konnte, wie sich die Diskriminierung auf sie auswirkt?!? Vllt sollten mal schwule/lesbische Adoptiveltern klagen, dann waere die Benachteiligung gegenueber heterosexuellen kinderlosen Paaren wohl nicht mehr zu uebersehen (Stichwort: Ehegattensplitting). Da waer ich dann mal auf die Begruendung ges Gerichts gespannt!

    @African-American: Du triffst es auf den Kopf!
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#9 stephan
  • 24.06.2010, 17:02h
  • Antwort auf #6 von African-American
  • Tatsächlich kann man mit dieser Begründung alles rechtfertigen! Wir - die Europäer - haben dem sog. Christentum 2000 Jahre gestattet, seine unbegründeten, naturfremden Glaubensüberzeugungen auszugestalten und das rächt sich jetzt. Hätte sich die antike, europäische Kultur durchsetzt, hätte anderes tiefsitzende soziale und kulturelle Bedeutung.
    Die Begründung des Gerichts ist diskriminierend!
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#10 PapstAnonym
#11 helote & metökeAnonym
#12 sylviafeeProfil
  • 24.06.2010, 17:18hBerlin
  • Wieder einmal sehen wir, wie weitsichtig Herta Däubler-Gmelin war.
    Denn sie war bald für die Zweiteilung des Gesetzes um überhaupt etwas zu bekommen und sie sagte vieles muss dann eingeklagt werden.

    In jüngster Zeit haben wir immer wieder Urteile unserer höchsten Gerichte gelesen, in dem eben auch dargestellt wird, Ehe nur zwischen Mann und Frau.
    Nichts einzuwenden hat das Gericht etwas gegen die Gleichstellung der lebenspartnerschaft mit der Ehe. Was damals noch von CDU/CSU- mit der FDP anders gesehen wurde Abstandsgebot.
    Obwohl der "Vater" immer und immer wieder etwas anderes bahauptet, ist die Ehe verwehrt solange bis das Grundgesetz geändert wird.
    Natürlich kann nach einer gewissen Zeit, eine Überprüfung beim europäischen Gerichtshof erfolgen.
    Natürlich wird es bald auch eine europäische Ehe für alle geben. Wichtig ist jetzt auf die Gleichstellung von Ehe und Partnerschaft zu drängeln und für Mehrheiten zu kämpfen, damit das Grundgesetz geändert wird.
    Also CDU/CSU wählen ist zur Zeit homophob.
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#13 Dark_SunshineEhemaliges Profil
  • 24.06.2010, 17:42h
  • Das Urteil ist doch wirklich selbst ein Verstoß gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU und somit implimentiert das Urteil das Diskriminierung und Ehe - Verbot rechtens sind wobei sich wirklich die Frage stellt wer die Richter ausgewählt hat und was das ganze jeze für auswirkungen auf die Rechtssachen der Mitgliedsstaaten hat. Das doch nen gelungener Grund die gewährung weiterer Rechte rauszuzögern oder wieder weiter zu begrenzen.
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#14 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.06.2010, 19:09h
  • Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat mich mit seinem Urteil schwer enttäuscht! Vor allem den Richtern aus Zypern und der Schweiz ist der Vorwurf zu machen, sich nicht für das schwule Paar stark gemacht zu haben. Daß der Richter aus Rußland sich gegen das schwule Paar entscheidet, war abzusehen. Dennoch bewahrheitet sich immer das Sprichwort "Schadenfreude ist die schönste Freude!" Deshalb kann ich diese auch leider nicht verhehlen, weil es ein Ösipaar war, daß vor dem höchsten europäischen Gericht gescheitert ist!
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#15 sylviafeeProfil
  • 24.06.2010, 19:34hBerlin
  • Antwort auf #13 von Dark_Sunshine
  • Das Urteil verstösst eben nicht gegen die Antidskriminierungs Richtlinie. Denn es ging leider nicht um Gleichbehandlung oder Gleichstellung es ging eben um unterschiedliche Strukturen.
    So ähnlich hat unser Verfassungsgericht auch schon einmal entschieden, indem es eben die Ehe für lesben und schwule verschloß (Mann und Frau = Ehe) Die Lebenspartnerschaft für andere Lebens-Liebesweisen bestätigte, es weieterausführend sagte eine schlechter Stellung der lebenspartnerschaft, ist nicht verfassungsrechtlich erforderlich, (Abstandsgebot zur Ehe Gauweiler und Konsorten Haupthema) Damit ist uns die Gleichstellung gegeben nicht die Ehe und ähnlich sieht es Europa, denn die schlechter Stellung war nicht beklagt. Dies könnte man jetzt eigentlich in einem neuen Verfahren nachholen, genau mit diesem Satz hat das EU Gericht eigentlich hintergründig dazu aufgefordert. Die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit Ehe europaweit einzuklagen
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#16 Liedel
  • 24.06.2010, 19:53h
  • "Also CDU/CSU wählen ist zur Zeit homophob."

    Zur Zeit? So war es und so wird es immer sein...
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#17 ChristineAnonym
  • 24.06.2010, 20:53h
  • Ich bin enttäuscht und traurig, weil der Europäische Gerichtshof mit dieser Entscheidung beschlossen hat, dass meine nicht-schwulen Söhne das Recht haben, eine Ehe zu schließen (ich meine damit eine staatlich geschützte Institution mit besonderen Rechten und Pflichten für die jeweiligen Partner), mein schwuler Sohn aber dieses Recht nicht hat. Ich finde, dass alle meine Söhne das gleiche Recht haben müssen, die Person, mit der sie ihr Leben teilen wollen, zu ehelichen. Ob die Jungs ihr Recht wahrnehmen, steht auf einem anderen Blatt. Ich schreibe denen ja auch nicht vor, welche Partei sie wählen müssen oder dass sie überhaupt wählen müssen. Sie tun es alle freiwillig und weil sie alle das gleiche Wahlrecht haben - unabhängig von der "tiefsitzenden sozialen und kulturellen Bedeutung" des Wahlrechts, wobei es in Europa ja vor nicht allzu langer Zeit noch kein Frauenrecht gab und noch in jüngerer Vergangenheit Einheitsparteien zu Wahl standen...
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#18 stephan
  • 24.06.2010, 20:54h
  • Antwort auf #11 von helote & metöke
  • Ach ... da bin ich mir aber verdammt sicher, dass die 'tiefsitzende soziale und kulturelle Bedeutung' ein sehr relativer Begriff ist, der bei einer anderen geschichtlichen Entwicklung ganz sehr verschieden ausgestaltet sein könnte und dass dies nach Logik, Recht und Billigkeit kein Grund sein dürfte, andere Lebensweisen zurückzusetzen und zu diskriminieren! Welch eine Anmaßung überdies, aus dem Status quo einer sozialen und geschichtlichen Situation das Recht auf weitere Zurücksetzung ableiten zu wollen ...
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#19 TaifunAnonym
#20 eMANcipation*Anonym
  • 24.06.2010, 21:33h
  • Antwort auf #15 von sylviafee
  • Zu deiner Information:
    Der "Europäische Gerichtshof für Menschenrechte" hat nicht über Verstöße gegen die EU (!) - Antidiskriminierungsrichtlinie(n) zu befinden, da an diese nur EU-Mitgliedsstaaten gebunden sind. Vielmehr wacht er über die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention (oder tut das eben nicht, wir bei diesem Urteil sehen).

    Das für die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie(n) zuständige Gericht ist der Gerichtshof der Europäischen Union, besser bekannt als Europäischer Gerichtshof (EuGH).

    Und der hat sich in den letzten Jahren, wie von einem Vorredner erwähnt, in der Tat durch eine ziemlich strenge und fortschrittliche Auslegung und Anwendung der Antidiskriminierungsrichtlinie hervorgetan (die dringend nötigen Erweiterungen werden aktuell ja von der deutschen Regierung blockiert).

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass wir uns im Bereich der Judikative in den kommenden Jahren vor allem auf strategische Klagen vor dem EuGH konzentrieren sollten - vor allem auch was die ganz alltägliche Hassverbreitung und Hassrede angeht!

    Dein Lobgesang auf die Eingetragene Lebenspartnerschaft und damit auf sexuelle Apartheid nach dem rassistischen "Separate, but equal"-Schema zeugt leider davon, dass du aus der Geschichte anderer gesellschaftlicher Gruppen mit vergleichbaren historischen Erfahrungen nicht viel gelernt hast.
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#21 Timm JohannesAnonym
  • 24.06.2010, 21:41h
  • Das Urteil ist sehr bedauerlich...

    Es muss also weiterhin in JEDEM einzelnen EU-Land die Eheöffnung erkämpft werden....da brauchen die Schwulen und Lesben in Europa noch einen langen Atem, bis dies dann irgendwann auch in Bulgarien oder Litauen durchgesetzt ist. Gerade in Osteuropa sieht es da echt noch finster aus.
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#22 iceman927Profil
  • 24.06.2010, 21:42hBerlin
  • Reicht es denn nicht, die völlige Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft ggü. der Ehe zu erreichen?

    In jedem 2ten Fall endet doch das Modell der Heteros vor dem Richter, satt dass die Tod sie scheidet...

    Die Anerkennung des Systems, welches die gleichgeschlechtlich Liebenden und Lebenden ablehnt, verdammt, in die Hölle beschwört, insbesondere der Herrscher des Vatikans, der einst Kommandat des Todessterns war/ist, wird man auch mit dem Urteil nicht kriegen.

    Im Beitrag "Berlin beschließt Programm gegen Homophobie" wurden leidenschaftliche Plädoyers über
    "Ich bin stolz darauf, daß ich schwul bin und das ist auch gut so!",
    "Der Zwang zum faschistoiden Religionsunterricht bleibt ihnen nach dem Scheitern von "Pro Reli" glücklicherweise erspart." (#13)
    "schwule Identität"

    gehalten. Also soll die Exegese der Bibel nun über Gesetz und Gericht erfolgen statt innerer Bewegungen und echter Toleranz?

    Im Grunde hieße das auch, der Begriff der homosexuellen Ehe wird auf alle Religionen übertragen - inkl. Muslime und Juden.

    Anstatt mal etwas Eigenes, Neues, Gleichwertiges zu schaffen?

    Demokratie, Pluralismus, gewisses nachvollziehbares, änderbares Recht sowie erlaubte, angesehende homsexuelle Verbindungen (nicht perfekt) sind Errungenschaften der Antike (Griechenland, Rom) - dafür ein ineffizienteres, intoleranteres System stützen?

    Lieber sollte man die Privilegien der kinderlosen Ehe abschaffen und sie für Familien stärken und diese für alle öffnen.

    So muss man nicht lügen, warum Schwule keine Kinder adoptieren dürfen (gefährend), aber diese später Schwule zu achten haben.
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#23 TimmometerProfil
  • 24.06.2010, 21:57hNordeifel
  • "Da erst sieben der 47 Mitgliedsstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt haben..."

    Es sind wohl 27 statt 47, oder?

    Dennoch war ich über das Verhältnis 3:4 überrascht. Hätte leider gedacht, dass es noch schlechter ausfällt. Hätte doch nur einer mehr für das Paar abgestimmt...

    Aber wie jemand schon sagte. Was hatten die für einen Anwalt? Die Nachteile darzulegen, ist doch die Pflicht dieses Anwaltes gewesen.

    Oder hat das Queer.de falsch berichtet?
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#24 felix bAnonym
  • 24.06.2010, 22:53h
  • auch wenn dieses urteil natürlich sehr bedauerlich ist, zeigt es doch überduetlich, dass wir noch lange nicht bei einer wirklichen gleichstellung angekommen sind.
    bei gleichbleibend hohen scheidungsraten zwischen 30 und 40 % sollte jedoch auch die tradierte institution der hetero-ehe mal unter die lupe genommen werden. was an einer kinderlosen "ehe" schützenswert sein soll, ist mir sowieso nicht ganz klar.
    ich glaube, dass die gesellschaft mit ihren mittlerweile sehr bunten lebens- und liebensformen den gesetzgebern eh weit voraus ist - die gesetzgebeung hinkt da immer nur den liebenden hinterher und versucht krampfhaft, an überkommenen und de facto nicht mehr zeitgemäßen formen festzuhalten. das ist krank und stinkt ziemlich vermodert...
    dann hatte frau butler hatte wohl auf dem csd doch nicht so ganz unrecht, als sie das "unpolitische" der csd's anprangerte?
    der kampf gegen die diskriminierung ist offensichtlich noch lange nicht vorbei und es bleibt nur zu hoffen, dass dieses urteil nicht im medialen blätterrauschen untergeht, sondern vermehrt klagen vor den eu-gerichten nach sich zieht.
    der kampf geht weiter!
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#25 stephan
  • 24.06.2010, 23:13h
  • Antwort auf #23 von Timmometer
  • Es sind tatsächlich 47 Staaten. Offensichtlich verwechselst Du das mit der EU, aber schon die Tatsache, dass einer der Richter aus Russland, ein anderer aus der Schweiz kam, sollte Dich stutzen lassen ...

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass uns die Einführung der Ehe-Light nun so auf die Füße fällt. Wahrscheinlich hätte man nie halbe Rechte akzeptieren dürfen!

    Ich habe die Urteilsbegründung noch nicht gelesen, aber es klingt doch ganz danach, als sollten sich diejenigen, die sich nicht der Mehrheit fügen und eine 'ordentliche Ehe' führen, dann auch mit weniger Rechten zufrieden geben. Begründung: Die Ehe zwischen Mann und Frau bleibt - wegen der tiefsitzenden sozialen und kulturellen Bedeutung dieser Verbindung - doch das einzig Wahre. Und wer sich jetzt noch diskriminiert fühlt, hat eben Pech gehabt ... Toller Diskriminierungsschutz!
    Vielleicht sollten wir manchen Juristen einmal ein paar Rechte absprechen, nur damit sie begreifen, wie sich das anfühlt!
    Ja genau: Wer nur Jurist und nicht wie im MA auch Kirchenrechtler ist, ist ab sofort für juristische Ämter nicht mehr zugelassen. Das hatte ja auch einmal eine tiefsitzende soziale und kulturelle Bedeutung und außerdem gibt es ja genügend Hilfsjobs beim Akten abstauben.

    Fühlt sich da jemand diskriminiert? Aber nicht doch! Denkt an die tiefsitzende soziale und kulturelle Bedeutung!

    Auch für dunkelhäutige Menschen, Frauen, Behinderte, Blonde, Juden und jede andere Minderheit wird den Juristen schon eine gute Begründung einfallen, weshalb es keine Diskriminierung ist, wenn sie qua Gericht auf 'halbe Rechte' gesetzt werden! ... Ach, bei denen trauen sie sich das nicht!?!
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#26 MichaelAS
  • 25.06.2010, 05:44h
  • Soviel zum Thema "Menschenrechte". Sicher würden die selben Richter auch tolerieren, das sich reiche Westeuropäer in Russland Kinder kaufen, das Menschen aus Nordafrika als so genannte "Illegale" unter unmenschlichen Bedingungen auf den Tomatenplantagen in Spanien schuften.

    Aber sicher bleibt das so, denn man muss ja von vornherein bestimmte "Rassen" und "Gruppen" ausschließen und am besten noch gegeneinander ausspielen.
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#27 alexander
#28 ninjatoon72Profil
  • 25.06.2010, 12:11hOldenburg
  • Ich würde mir wünschen, dass man die Ehe nach christlichen Normen im allgemeinen abschafft, schließlich sind wir ja kein Gottesstaat und ein Staat sollte nicht manchen Menschen Vorteile verschaffen aufgrund von Aberglaube.

    Vielmehr würde ich mir wünschen, dass man die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" weiter ausbaut und eben auch für Heteros öffnet. Auf diese weise würde die Kirche auch wieder ein bisschen Macht verlieren. Und irgendwann hätten wir dann eine Gesellschaft, wo sich zwei Menschen dazu bekennen für einander da zu sein mit allen Rechten und Pflichten. Aber so lange sich manche Menschen ihre Verklemptheit noch hinter Moral verstecken können, wird es wohl eine sehr, sehr lange Reise.
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#29 EduardProfil
#30 FloAnonym
  • 25.06.2010, 14:37h
  • Tja, ein Gericht würde wohl kaum sowas machen, was soviele Mitgliedsländer vor den Kopf stoßen würde. Dafür sind Richter dann doch noch zu konservativ und feige (und offenbar nicht unabhängig genug oder selbst homophob).

    Das bestärkt uns aber nur noch mehr, in den einzelnen Staaten den Druck weiter zu erhöhen und weiter für unser Ziel zu kämpfen.

    Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde, aber wir können es schaffen... Wir dürfen nicht aufgeben.
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#31 stromboliProfil
  • 25.06.2010, 15:45hberlin
  • Antwort auf #28 von ninjatoon72
  • "Vielmehr würde ich mir wünschen, dass man die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" weiter ausbaut und eben auch für Heteros öffnet."
    Das wäre ein denkbarer ansatz!
    Geht auch auf die insgesamte frage der "gleichstellung " zurück: Einfache regeln für die sich als partner erklärenden schutz vor übergriff, ausbeutung und rechtlicher zurücksetzung schützt.. das wäre die gesamtformel.
    Aber wir mussten ja den ehe-weg gehen mit den bekannten ergebnissen.

    Abschaffung der ehe als einzigst bindende rechtsform!
    Staatlich garantierte sicherungs gemeinschaftlich erworbenens!
    Hervorhebung der eigenen absichtserklärung als bindende norm!

    Eigentlich könnten alle gleichheitsansprüche in vorhandenen gesetzen wieder zu finden sein, wäre nicht die heraushebung eben der ehegesetze, der von kirchen aufgebaute wall des schutzes eigener interessen...
    Wie die rechtsprechung entsprechend dann feststellt: kulturell bedingte schutzwürdigkeit..
    so wird nähmlich nebenbei auch die kirche mitgeschützt!
    Ein fataler kreislauf!
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#32 seb1983
#33 stromboliProfil
#34 ChristineAnonym
  • 25.06.2010, 17:47h
  • Auf Dauer wird das nicht funktionieren mit diesem Ungleichheitsgebot bei den Menschenrechten. Es werden immer mehr heterosexuelle Partner mehr oder weniger staatlich geschützte Partnerschaften, aber keine Ehe mehr eingehen (einer meiner Jungs hat mit seiner nichtverheirateten Partnerin das gemeinsame Sorgerecht für das Kind). Dass aber schwule und lesbische Partnerschaften keine Familien mit Kindern gründen sollen/dürfen, kann auf Dauer nicht "recht" sein. Eine Lösung wird sicher in der Zukunft darin liegen, dass das Recht auf Familiengründung als Menschenrecht deklariert werden muss und die Institution herkömmliche Ehe an Bedeutung verliert. Ich habe damals auch nur meinen Freund blitzartig geheiratet, um den Ruf der Bundeswehr abzuwehren. Sollten wir beide bzw. unsere Familie heute von einer Scheidung finanzielle Vorteile haben, wären wir da auch sofort dabei - auch wenn wir uns immer noch ganz doll lieb haben und noch ganz lange zusammen bleiben wollen.
    Meine Solidarität gilt allen anderen Partnerschaften!
    Partnerschaften und Familien gehen vor. Die Ehe ist inzwischen zum Witz verkommen.
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#35 Roman BolligerAnonym
  • 25.06.2010, 20:29h
  • Heisst das nun
    Das Menschenrecht "Ehe" ist nur ein Menschenrecht für Hetero-Paare?
    Wären dann Gay- und Lesbenpaare keine Menschenpaare?

    Oder: Das Recht auf "Ehe" ist gar kein Menschenrecht, sondern nur ein Hetero-Recht und somit nicht für Homos?
    Dann müsste es aber möglich sein, dass beispielsweise Blauäugige und Braunäugige rechtlich unterschiedlich eingestuft werden könnten (gab's was Ähnliches nicht schon mal in Deutschland und in den USA)?

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat ein Apartheid-Urteil gefällt und sich damit disqualifiziert. Die Urteilsbegründung entlarvt das Gericht als ein Gremium von Opportunisten und Strategen. Das Urteil ist kein juristisches, sondern ein politisches.

    Ein Skandal.

    Es ist Zeit für kreative Action.
  • Antworten » | Direktlink »
#36 seb1983
#37 eMANcipation*Anonym
#38 eMANcipation*Anonym
  • 26.06.2010, 03:07h
  • Antwort auf #28 von ninjatoon72
  • "Und irgendwann hätten wir dann eine Gesellschaft, wo sich zwei Menschen dazu bekennen für einander da zu sein mit allen Rechten und Pflichten."

    Warum "zwei Menschen"?

    Warum kann es nicht einen Familienvertrag vieler Menschen geben?

    Überhaupt gilt: Familie ist da, wo Menschen sind!

    Wir sollten vor allem darauf hinarbeiten, dass Verantwortung für und Solidarität zwischen ALLEN Menschen in unserer Gesellschaft mindestens so wichtig und erfahrbar werden wie Verantwortung und Solidarität, die sich auf den familiären Rahmen im engen Sinne beschränken!

    Was wir dringend brauchen, ist eine große "human family", die alle Menschen teilhaben lässt, und nicht die kleinfamiliären Keimzellen des Kapitalismus, die sich gegeneinander abschotten und gegeneinander ausgespielt werden!

    Vielleicht fangen wir ja mal in unserer Community damit an, eine solche Familie zu konstruieren?!
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#39 EduardProfil
#40 testaAnonym
#41 RobinAnonym
  • 26.06.2010, 17:33h
  • Das Gericht hat sich (aus politischen Gründen) der Mehrheit der homophoben Staaten Europas gebeugt.

    Dazu sage ich nur:
    Jetzt erst recht!!
    Wer etwas haben will, muss dafür kämpfen! Und wir werden erst aufgeben, wenn wir alle unsere Ziele erreicht haben!
  • Antworten » | Direktlink »
#42 stromboliProfil
  • 26.06.2010, 19:08hberlin
  • Antwort auf #41 von Robin
  • mal so zur moralischen unterstützung:
    Wenn die Soldaten
    durch die Stadt marschieren,
    Öffnen die Jungens
    die Fenster und die Türen.
    Ei warum? Ei darum! Ei warum? Ei darum!
    Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassa, Schingdara!
    Ei bloß wegen dem Schingderassa, Bumderassasa!

    Sechsfarben (Zweierlei) Tücher, Schnauzbart und Sterne
    Herzen und küssen die jungens so gerne
    Ei warum? Ei darum!.....

    Eine Flasche Popers und ein Stückchen E
    Schenken die jungens ihren Soldaten
    Ei warum? Ei darum!.....

    Wenn im Felde blitzen Bomben und Granaten,
    Weinen die jungen um ihre Soldaten.
    Ei warum? Ei darum!.....

    Kommen die Soldaten wieder in die Heimat,
    Sind ihre jungens alle schon verheirat'.
    Ei warum? Ei darum!.....
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#43 carolo
#44 Roman BolligerAnonym
#45 sylviafeeProfil
  • 28.06.2010, 19:41hBerlin
  • Antwort auf #20 von eMANcipation*
  • Leider kann ich nicht verstehen was du kritisierst in keinster weise habe ich irgendein hinweis auf ein kalgeverfahren bei einem gericht gegeben.
    Auch find ich keinen hinweis von lobhudelei auf die lebenspartnerschaft.
    Satt habe ich das immer wieder falsch gelesen wird, falsch verstanden, und blödsinn hineininterperetiert wird.
    Volker Beck ist und war weltmeister darin.
    Die lebenspartnerschaft war und ist zur zeit das einzig machbare.
    Also um es mit brandt zu sagen, auf dem weg zu meiner vision, die vision nicht aus den augen verlieren.
    Bedeutet das machbare durchsetzen und auf das erreichen der vision hinarbeiten.
    Nach wievor befürworte ich eine ehe für alle.

    Sorry es ist langsam armselig und langweilig, denen laufend phantasien vorwerfen, die eben die realität richtig einschätzen und das schon seid 12 jahren.
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#46 EduardProfil
  • 22.08.2010, 07:53h
  • Mir "schlägt es voll auf die Eier" dass so viele Schwule unbedingt den gleichen, abgestanden, überholten Ehemist kopieren wollen, der ins Horror-Wachsfiguren-Kabinett gehört. Ebenso diese verblödete "kirchliche Trauung". Selbstbewusstsein durch Verfassungsrecht gesichert, wäre das Richtige. Dafür kämpfen, das es überall errichtet wird. Nicht kirchliche Trauung und staatlich, finanzielle, steuerliche "Gleichstellung" - dazugehören wollen per Gesetz, ist gut. Den Etablierten alles nachmachen und damit in den Arsch kriechen? Aber die dümmsten Kälber wählen ihre Schlachter selber.
    Peter
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#47 stromboliProfil
#48 ClaudiaAnonym
  • 24.06.2011, 16:33h
  • Mich wundert dabei nur, dass ein Richter aus Russland da dabei sein darf. Was ist das für ein Gerichtshof für MENSCHCENRECHTE, der sich auf die Expertise u.a. von Richtern aus RUSSLAND stützt?
    Schändlich.
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#49 GF Pr von PrAnonym
  • 27.07.2012, 03:57h
  • Am positivsten hat mich der Richter aus Griechenland uberrascht - er hat mit 'Ja' gestimmt (sogar dortige Sozialisten sind nur fur eingetragene Partnerschaft - und das nur theoretisch). Am negativsten - der Richter aus der Schweiz. Ich glaube, alles lag in seinen Handen. Habe noch einmal Artikel von einem der Manner aus diesem osterreichischen Paar in den 'Lambda-Nachrichten' gelesen. Dort stand, dass der schweizerische Richter bei 'Verhor' viel gefragt hatte und das seine Fragen sehr positiv gemeint waren. Tja, vielleicht gefielen ihm die Antworten nicht... Oder aber - etwas anderes: er hat einen italienischen Familiennamen, stammt wahrscheinlich aus Tessin... Hatte auch hier die Katholische Kirche Finger im Spiel - ich meine, ganz besonders hier?
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