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Beliebtes Cruisinggebiet in Berlin: Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Neuer Fall von homophober Gewalt in der deutschen Hauptstadt: In der Nacht zum Sonntag haben unbekannte Täter mindestens vier homo­sexuelle Männer überfallen.

Der aus vier jungen Männern bestehende Schlägertrupp zog nach Polizeiangaben gegen 23 Uhr durch das beliebte Cruising-Gebiet am Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Jedes Opfer wurde zunächst gefragt, ob es schwul sei, eine Antwort wurde jedoch nicht abgewartet. Die Täter schlugen und traten sofort auf ihre Opfer ein, die leichte Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper erlitten. Niemand musste jedoch im Krankenhaus behandelt werden. Die mindestens vier der Polizei gemeldeten Überfälle ereigneten sich innerhalb von nur zehn Minuten.

Nach den vier Tätern, die unerkannt flüchten konnten, wird nun gefahndet. Der Haupttäter wurde von den Opfern als westeuropäischer, athletischer Typ beschrieben, der mit Berliner Dialekt sprach.

Die Polizei hält es für möglich, dass die Angriffe im Zusammenhang mit dem "Transgenialen Christopher Street Day" stehen könnten, der am Samstag in Berlin stattfand. Geprüft wird auch, ob ein Zusammenhang zu einer anderen Gewalttat besteht: In der Nacht zum Samstag wurde ein 25-jähriger Transsexueller im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg angegriffen. Auch hier soll es sich um vier Täter gehandelt haben.

Erst wenige Tage zuvor war es zu einem homophoben Überfal in Berlin gekommen: Eine unbekannte Frau hatte in der Nacht zum 17. Juni einen 29-Jährigen in Berlin-Kreuzberg wegen dessen Homosexualität beleidigt und getreten. Das Opfer aus Friedrichshain überquerte nach Angaben der Polizei gegen 3:40 Uhr die Fußgängerüberquerung an der Yorkstraße Ecke Mehringdamm, als ihn eine entgegenkommende Frau schwulenfeindlich beleidigte und ihm das Essen aus der Hand schlug. Anschließend trat die Täterin dem Mann mehrfach gegen die Beine, so dass er zu Boden fiel. Sie griff sich das dabei aus der Hosentasche gefallene Handy des Opfers und flüchtete über die Yorckstraße in Richtung Bezirksamt Kreuzberg, wo sie in ein Taxi stieg. Der Überfallene beklagte schmerzende Beine, musste aber nicht behandelt werden. (cw)

-w-

#1 FloAnonym
  • 27.06.2010, 15:24h
  • Genau das sind die Auswirkungen einer gesellschaftlichen Grundstimmung, wo Schwule und Lesben immer noch als defizitär angesehen werden.

    Und daran trägt die Politik erhebliche Mitschuld. Und wenn sich nicht sehr schnell sehr viel ändert, wird das noch viel schlimmer werden.

    Die Politik muss jetzt nicht nur die Gewalt offensiv bekämpfen und Aufklärung fördern, sondern uns auch rechtlich gleichstellen. Dann ändert sich auch das gesellschaftliche Klima, das diese Gewalttaten erst evoziert.

    (Und eh jetzt wieder jemand sagt, die Schläger hätten keine Ahnung von Politik. Das mag stimmen, aber die Politik verursacht die gesellschaftliche Stimmung, die Homophobie erst ermöglicht und damit solche Taten mit verursacht.)

    Volle Gleichstellung ist nicht automatisch der Garant für gesellschaftlichen Wandel, aber es ist notwendige Voraussetzung, ohne die es nie funktionieren wird.
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#2 Angel-loveAnonym
  • 27.06.2010, 15:29h
  • Ich kann nicht verstehen warum manche Menschen sowas tun .. was ist an Schwulen soo schlimm ..

    wenn sie schwule nicht mögen sollten sie ihnen halt aus dem weg gehen ..

    Gewalt ist keine lösung .. oder hat das jetzt irgentwas gebracht das einige Schwule geschlagen wurden ?

    Schwul sein ist keine Krankheit ..
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#3 schwulenaktivist
  • 27.06.2010, 17:04h
  • Weder die Politik noch eine öffentlich präsente Gaycommunity kann verhindern, dass es Männer und übrigens auch Frauen mit defizitären Persönlichkeitsstrukturen gibt.

    Wer sich an anderen Menschen vergreift und hinterher noch behauptet, er habe sich vor denen geekelt drückt nur einen gesellschaftsideologischen Widerspruch damit aus.

    Gewaltverhältnisse und sexuelle Fremdbestimmung innerhalb heterosexueller Beziehungsstrukturen werden sich auch in "gesellschaftlich akzeptierten Beziehungen" und eingetragenen Partnerschaften ausbreiten. Und damit die eigenen Leute treffen. Das hat mit dem Barebacking übrigens schon begonnen...

    Das wird dann sehr schwierig werden, dies auch der heterosexuellen Politik anzulasten, die das alles doch nur gutgläubig in einer schwulen Variante auch für uns bereitgestellt hat.

    Ausschliessliche Heterosexualität und Monogamie haben nun mal ihre Auswirkungen auf Persönlichkeitstrukturen, die sich dann von anderen Lebensweisen provoziert oder gar bedroht fühlen. Sogenannte "Ausländer" reagieren bei uns schon lange darauf. Wir können bei denen durchaus wie in den eigenen Spiegel gucken!
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