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- 28. Juni 2010 2 Min.

Schmierereien und Brandspuren am Café Open (Bild: narobe.si)
In Slowenien mehren sich homophobe Übergriffe: So haben Unbekannte in der Hauptstadt Ljubljana (Laibach) mehrmals ein homofreundliches Café mit Molotowcocktails attackiert.
In der vergangenen Woche sind drei Anschläge auf das Café Open verübt worden, berichtet die Szeneseite narobe.si. Dabei ist die Außenwand des Cafés beschädigt worden. Zuletzt sprayten die Täter auch homophobe Texte wie "Tod den Schwuchteln!" auf das Gebäude.
Die selben Sprüche wurden auch an das Haus eines Richters gesprüht, der im vergangenen Jahr an einem Prozess gegen homophobe Angreifer beteiligt war. Damals war das Café kurz vor einer Literaturvorlesung von acht vermummten Homo-Gegnern gestürmt worden (queer.de berichtete). Die Angreifer verletzten einen Mann am Kopf und versuchten erfolglos, den Treffpunkt abzubrennen. Verurteilungen in diesem Fall gab es keine.
Die Polizei geht davon aus, dass die Angriffe aus dem vergangenen und diesem Jahr im Zusammenhang stehen. Derzeit findet in Ljubljana die CSD-Woche statt, die Parade soll am Samstag stattfinden. Das slowenische Innenministerium und die Polizei haben bereits erklärt, dass der Schutz von CSD-Teilnehmern oberste Priorität habe.
Slowenien gehört trotz der Übergriffe zu den homofreundlichsten Ländern im ehemaligen Ostblock. In der Region haben neben Slowenien lediglich Tschechien und Ungarn eingetragene Partnerschaften eingeführt. Derzeit wird in Ljubljana sogar über eine Öffnung der Ehe diskutiert (queer.de berichtete). Allerdings liegt die Zustimmung zu Homo-Rechten laut dem Eurobarometer 2006 weit unter dem EU-Schnitt: Lediglich 31 Prozent der Slowenen sprechen sich für die Öffnung der Ehe aus (EU-Schnitt: 44 Prozent) und sogar nur 17 Prozent würden schwul-lesbischen Paaren das Adoptionsrecht zuerkennen (EU-Schnitt: 33 Prozent).









