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  • 28. Juni 2010 6 2 Min.

Die riesige Regenbogen­fahne ist einer der Markenzeichen des Istanbuler CSDs.

Beim 18. CSD in Istanbul gingen Mütter auf die Straße, um gegen homophobe Gewalt zu kämpfen.

Über 4.000 Menschen demonstrierten beginnend vom Taksim-Platz für die Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Vor dem Hintergrund mehrerer Gewaltvorfälle in den letzten Monaten hielten Mütter Schilder wie "Ich bin an der Seite meines Sohnes" und "Fass mein Kind nicht an" hoch. Auf türkisch, armenisch und kurdisch konnte man lesen: "Wir sind hier, gewöhnt Euch dran". Begleitet wurde der Umzug von Parolen wie "Wir sind nicht im Krankenhaus, wir sind auf der Straße".

Anders als in anderen osteuropäischen Ländern gab es in Istanbul keine CSD-Gegendemonstration. Nur vereinzelt waren gewaltverherrlichende Sprüche zu hören.

Der CSD wurde von den Vereinen Lamda Istanbul und Kaos GL organisiert, die in der Vergangenheit wiederholt gegen Verbote klagten. So hob erst ein Gericht im April 2009 das vom Gouverneur verhängt Verbot von Lamda Istanbul auf (queer.de berichtete). Unterstützt wurden die Homo-Gruppen unter anderem von den "bunten Studierenden" der Universität Istanbul, und Pembe Hayat, einer Transsexuellen-Organisation.

Auch aus Deutschland war eine Delegation angereist. So nahmen Hacky Aumeier und Cornelia Reinauer vom Berliner Fußballverein Türkiyemspor am CSD Istanbul teil, ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich (Linke) und der LSVD-Vertreter Jörg Steinert. "Wir werden weiter daran arbeiten, die Verständigung zwischen Hetero- und Homosexuellen sowie zwischen Deutschen und Türken zu befördern", erklärten Steienert und Aumeier in einer gemeinsamen Erklärung. "Die zwischen Berlin und Istanbul seit 1989 bestehende Städtepartnerschaft gilt es in diesem Sinne auszubauen."

In der Türkei ist Homosexualität seit 1858 legal, allerdings gilt das Thema in der konservativen Gesellschaft nach wie vor als Tabu. Homo-Paaren werden vom Staat nach wie vor nicht anerkannt. Zudem verbietet das NATO-Land Schwulen und Lesben, im Militär zu dienen. (dk)

-w-

#1 UweBerlin
  • 28.06.2010, 17:31hBerlin
  • Wunderbar!
    Weiterhin VIEL ERFOLG!
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#2 Liedel
  • 28.06.2010, 20:02h
  • Und wann gehen unsere Mütter und Väter au die Straße, um gegen die steigende Homophobie in Deutschland zu protestieren?

    Gut allerdings, dass der Liebig von der Linken mit war und nicht immer nur die "altbekannten" Gesichter (wobei deren Präsenz natürlich IMMER begrüßenswert und wichtig ist. Nein, kein Claudia-Roth-Bashing).
    Da schlag ich doch mal vor, dass er und der Herr Steinert die Demonstration gegen den immer wiede aufkeimenden Homohass in unserem schönen Friedrichshain anführen.
    Das lesbisch-schwule Parkfest ist doch DIE Gelegenheit dazu. Und der Herr Steinert ist doch Politologe und wollte mal ZDF- Kanzler werden. Also kann er das bestimmt toll organisieren
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#3 hwAnonym