https://queer.de/?12380
- 29. Juni 2010 2 Min.

Joan Rivers steht seit den 1950er Jahren auf der Bühne - und hat seitdem viel an ihren inneren und äußeren Qualitäten gearbeitet.
Entertainerin und Schwulenikone Joan Rivers erklärte, dass schlaue schwule Stars mit ihrem Coming-out warten - um ihre Karrierechancen zu erhöhen.
Gegenüber dem schwul-lesbischen Nachrichtenmagazin "The Advocate" sagte die Komikerin: "Wenn jemand die Rolle des romantischen Idols spielen will, der von jeder Teenagerin geliebt wird, wäre man ein Volltrottel, wenn man fröhlich sagen würde: 'Ich bin schwul'", so die 77-Jährige. In anderen Bereichen - etwa in der Comedy - gebe es diese Einschränkung jedoch nicht. Rivers äußerte sich besonders anerkennend über einen Megastar, der das Versteckspiel seit seinem ersten Solo-Album 1991 ganze 19 Jahre lang durchgehalten hat: "Ricky Martin war klug. Er tat, was er tat, hat Millionen damit verdient und dann gesagt: 'Übrigens, Leute... Ich bin schwul.' Es hat ihm nichts mehr ausgemacht, weil er nicht mehr die 16-jährigen Mädchen bedienen musste."
Ricky Martin hat im März diesen Jahres seine Homosexualität in einer Mitteilung auf seiner Website bekannt gegeben (queer.de berichtete). Der 38-Jährige erklärte, dass er aus Angst um seine Karriere so lange geschwiegen hatte.
In der englischsprachigen Welt gilt Joan Rivers wegen ihres schnippischen Humors und ihrer Offenheit als Schwulenikone - insbesondere seit 2009, als sie die zweite Staffel der Spielshow "Celebrity Apprentice" gewann. Im vergangenen Jahr moderierte sie auch die Übertragung des CSDs im australischen Sydney. Dennoch gibt es Kritik aus der Szene an ihrer neuen Äußerung. So nannte Aktivist Michael Jones die Ansichten der Komikerin "zynisch" und forderte, dass Hollywood keine Lügenmärchen á la Rock Hudson oder Cary Grant mehr brauche. Jones verglich Rivers' Aussagen mit einem "Newsweek"-Kommentar, in dem Schwulen die Fähigkeit abgesprochen wird, überzeugend einen Heterosexuellen zu spielen (queer.de berichtete).
Bereits in der Vergangenheit haben Äußerungen von Joan Rivers für Aufsehen gesorgt: So hat sie sich bei CNN gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen - allerdings scherzhaft und mit einer verständlichen Begründung: "Ich will keine Homo-Ehe, da alle meine schwulen Freunde schon geoutet sind. Und wenn sie jetzt heiraten, dann zahle ich mich dumm und dämlich für die Geschenke." (dk)















Allein die Begründung, dass die Mädels dann nicht mehr für ihn schwärmen, ist schon mal grosser Blödsinn.
Andersrum schwärmen nämlich durchaus Schwule für ihr Idol, auch wenn er Hetero ist.