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- 29. Juni 2010 2 Min.

Gareth Thomas wird von Mitspielern und Fans gerne "Alfie" genannt - weil er Ähnlichkeit mit der Figur ALF aus der gleichnamigen US-Serie haben soll.
Der Rugby-Club Castleford Tigers ist zu einer Geldstrafe in Höhe von 40.000 Pfund (50.000 Euro) verurteilt worden, weil das Publikum einen schwulen Spieler mit homophoben Sprechgesängen beleidigt hat.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 26. März, als das Team aus Yorkshire die Crusaders aus Wales empfangen hat. Deren Star, der walisische Rekordnationalspieler Gareth Thomas, hatte sich erst wenige Wochen zuvor geoutet (queer.de berichtete).
Die English Rugby Football League will nun an den Castleford Tigers ein Exempel statuieren und droht damit, dass andere Teams bei ähnlichen Zwischenfällen ebenfalls empfindliche Strafen erwarten. Die Hälfte der Strafe für Castleford ist bis Ende 2011 auf Bewährung ausgesetzt. Der Rest muss sofort überwiesen werden.
Der bestrafte Club hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Man sei "enttäuscht und geschockt", erklärte Vereinssprecher Richard Wright. Die Castleford Tigers hätten alles unternommen, um diskriminierende Fan-Gesänge zu verhindern. Es sei unfair, nun wegen eines Einzelfalls in dieser Weise bestraft zu werden.
Thomas hat den Vorfall in einem Interview mit dem "Sunday Express" kommentiert: "Ich war ziemlich verletzt von dem, was ich hören konnte. Ich bin doch auch nur ein Mensch", erklärte der 35-Jährige. Er unterstützte das Verfahren gegen die Tigers. "Nur so können wir diesen wenigen Leuten klarmachen, dass es so nicht geht. Vielleicht wird so etwas dem nächsten Spieler, der sich outet, erspart bleiben".
Gareth Thomas ist derzeit der einzige aktive Profi-Rugbyspieler, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt. Wie im Fußball gilt auch in diesem Mannschaftssport ein Coming-out als potenzieller Karriere-Killer. In Deutschland haben daher mehrere aktive Fußballer wie der Bremer Torwart Tim Wiese Schwulen geraten, ihre Homosexualität zu verstecken, da sie sonst von Fans niedergemacht werden würden. Dortmunds Coach (Jürgen Klopp empfahl schwulen Profis, ein Netzwerk zu bilden und sich mit einem Massen-Coming-out den Fußballanhängern und der Boulevardpresse entgegen zu stellen. (dk)















DFB, nehmt Euch mal ein Beispiel daran.