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  • 01. Juli 2010 11 2 Min.

Fast jeder darf Blut spenden...

Ein Ausschuss des US-Gesundheits­ministeriums hat mit neun gegen sechs Stimmen entschieden, das Blutspende-Verbot für schwule Männer nicht abzuschaffen.

Damit behalten die Vereinigten Staaten die Regelung bei, nach der Männer kein Blut geben dürfen, die nach 1977 mindestens einen homo­sexuellen Kontakt gehabt haben. Das Ministerium erklärte, dass mit dieser Handhabung "manche Hochrisiko-Spenden verhindert werden können, auch wenn viele Spenden mit niedrigem Risiko ebenfalls unterbunden werden." Das sei "suboptimal", derzeit aber nicht zu ändern.

Homo-Gruppen kritisieren die Entscheidung. Sie sei "unglaublich, unverantwortlich und archaisch", erklärte Rea Carey von der National Gay and Lesbian Task Force. "Alle Spender werden überprüft und bewertet nach ihrem wirklichen Verhalten - und zwar unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung", so Carey. Auch das amerikanische Rote Kreuz unterstützt ein Ende des generellen Homo-Verbots.

"Auch Heteros haben HIV"

Bürgerrechtsorganisationen weisen darauf hin, dass nicht nur Blut von Schwulen mit dem Aids-Erreger infiziert sein muss: "Wir wissen, dass viele heterosexuelle Menschen HIV haben"; erklärte James Esseks von der American Civil Liberties Union (ACLU). "Wenn die existierenden Untersuchungsmethoden ausreichen, um das Blut von Heteros mit HIV zu untersuchen, dann braucht die Regierung einen guten Grund dafür, schwule und bisexuelle Männer anders zu behandeln. Den gegenwärtigen Grund kenne ich aber nicht."

Auch in Deutschland sind Schwule weiterhin ausnahmslos von der Blutspende ausgeschlossen. In einem Fragebogen muss der Spendenwillige angeben, ob er zu einer Risikogruppe für HIV gehört. Dazu zählt das deutsche Transfusionsgesetz Prostituierte, Sextouristen, Drogenabhängige, Häftlinge, "Menschen mit häufig wechselnden Intimpartnern" und Schwule - unabhängig davon, wie riskant ihr Sexualleben tatsächlich ist. Wer ankreuzt, schwul zu sein, ist von der Blutspende ausgeschlossen. (dk)

-w-

#1 goBearAnonym
  • 01.07.2010, 14:51h
  • Es ist erstaunlich, die wollen ein "Risiko" ausschließen, indem ein Homosexueller, der seit 10 Jahren monogam lebt und gern spenden würde, einfach PAUSCHAL ausgeschlossen wird, weil ein anderer eventuell gerade von seiner halbwöchigen Swingerparty kommen könnte? Das gibts aus beiden Seiten, Hetero wie Homo. (soviel zu den altbackenen Argumenten)

    ABER: Ich dachte immer, dass ALLE Blutspenden auf Erkrankungen etc getestet werden bevor die zum verteilen kommen? Dann sollte es doch letztendlich egal sein wer, wie, wo, was spendet? Oder nicht?
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#2 GastGastGastAnonym
  • 01.07.2010, 14:52h
  • Also hier besteht erheblicher Verbesserungsbedarf, die bisherige Praxis, Schwule komplett von der Blutspende auszuschließen ist diskriminierend und vor allem unsinnig.

    Daß Schwule in der Tat ein höheres HIV-Risiko haben darf man natürlich gleichzeitig nicht außer acht lassen, also es wäre falsch jetzt gleich jeden spenden zu lassen.

    Aber wie wäre es statt der Frage nach der sexuellen Orientierung die Frage nach ungeschütztem Sex in der letzten Zeit in den Fragebogen aufzunehmen. Denn das Problem sind ja nun nicht die Schwulen, die verantwortungsvoll immer ein Gummi benutzen, sondern diejenigen, die bareback betreiben.

    Eine Selektion nach ungeschütztem Sex würde außerdem auch noch die Heteros einschließen, die das praktizieren und somit ebenfalls ein höheres Risiko darstellen. Ich denke so eine Regelung wäre in jedem Fall besser als die aktuelle...
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#3 holger
  • 01.07.2010, 15:16h
  • man will mein blut nicht. okay.

    ... dann sollen sie aber nicht schreien, dass zu wenig gespendet wird.
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