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  • 02. Juli 2010 12 2 Min.

Der Dáil Éireann ist das Unterhaus der Republik Irland und besteht aus 166 Abgeordneten.

Das irische Parlament hat am Donnerstag der Einführung von eingetragenen Partnerschaften auf der Insel zugestimmt.

Da eine große Mehrheit der Abgeordneten im Dáil das Gesetz unterstützten, gab es keine formale Abstimmung. Bei der Debatte haben nur einzelne Parlamentarier die geplante Einführung kritisiert. Das "Civil Partnership Bill" muss nun noch vom Oberhaus, dem Seanad Éireann, bestätigt werden. Es kann dann voraussichtlich im Herbst in Kraft treten. Bei Rechten und Pflichten orientiert sich das irische Lebenspartnerschaftsgesetz weitgehend am Eherecht. Anders als in Deutschland sind gleich­geschlechtliche Paare etwa im Steuerrecht gleichberechtigt. Lediglich beim Thema Adoption sollen gleich­geschlechtliche Paare benachteiligt bleiben. Wegen solcher Einschränkungen hatte Aktivist Peter Tatchell das irische Gesetz zuvor als "sexuelle Apartheid" bezeichnet und die Öffnung der Ehe gefordert (queer.de berichtete).

Justizminister Dermot Ahern von der liberalen Fianna Fáil erklärte, das Gesetz spiegele die Veränderungen in der Republik Irland wider: "Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten radikal gewandelt", so Ahern. "Während die Ehe populärer denn je ist, werden andere Beziehungsformen immer üblicher. Daher müssen wir Gesetze erlassen, um diese Menschen anzuerkennen und zu schützen."

Irland galt lange Zeit als eines der konservativsten Länder Europas. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der letzten beiden Jahrzehnte entwickelte sich dort eine schwul-lesbische Bewegung, die ihre Rechte einforderte. Homosexualität ist dort erst seit 1993 legal. Seither hat die Regierung mehrere Andiskriminierungsgesetze erlassen, um sexuelle Minderheiten zu schützen.

Katholische Kirche fürchtet Ende der Familie

Einzig die katholische Kirche hat sich in dem 4,5 Millionen Einwohner zählenden Land in einer Kampagne gegen die Einführung der eingetragenen Partnerschaften gewehrt. Die Bischofskonferenz erklärte, dass eine Gesellschaft zugrunde gehen würde, wenn sie sich von der Ehe abwende. Zudem schütze die irische Verfassung die Familie - die Anerkennung von Homo-Paaren sei daher verfassungswidrig, da eine Familie nur aus einer Beziehung von Mann und Frau hervorgehen könne.

Im von Großbritannien kontrollierten Nordirland sind eingetragene Partnerschaften bereits 2005 eingeführt worden. Anders als in Südirland dürfen Homo-Paare in diesem Landesteil auch Kinder adoptieren.

-w-

#1 Timm JohannesAnonym
  • 02.07.2010, 16:32h
  • Auch das ist eine gute Meldung.
    Das freut mich für Irland.

    *
    de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Same_sex_marriage_m
    ap_Europe_detailed.svg&filetimestamp=20100611143206


    Auf dieser Karte sieht man übrigens, das damit das letzte westeuropäische Land diesen Schritt nunmehr geschafft hat.

    Alle Länder in Nord-, West- und Südwesteuropa haben damit gleichgeschlechtliche Paare entweder durch die gleichgeschlechtliche Ehe oder zumindest durch die Eingetragene Partnerschaft anerkannt.

    ---
    Es muss mehr Druck auf Polen und Italien, damit diese beide Länder auch endlich handeln. Denn diese beiden Länder sind die geographisch angrenzenden Länder innerhalb der EU, wo bisher gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkannt werden.

    Italien und Polen:
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#2 jojoAnonym
  • 02.07.2010, 18:21h
  • "...dass eine Gesellschaft zugrunde gehen würde, wenn sie sich von der Ehe abwende."

    wenn das so ist, sollten wir aber dringend mal über die gesellschaftsvernichtenden auswirkungen des zölibats reden, oder? wenn alle menschen katholische priester wären, würde die menschheit aussterben! das ist doch wider die natur! :-)
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#3 Linu86
  • 02.07.2010, 18:58hAachen
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Damit ist Irland in nur einem einzigen Schritt weiter als Deutschland es je war (steuerliche Gleichberechtigung). Bravo, Frau Merkel! Jahrelang gegen unsere Rechte gefeilscht und Sie haben gewonnen! Duerfen wir jetz bitte auch endlich unsere Rechte haben, ja?!? Oder muessen wir erst warten, bis wir von Uruguay und Albanien ueberholt werden?

    @Timm

    Ich versteh wirklich nicht, wieso du dich so sehr ueber diese "eingetragenen Lebenspartnerschaften" freust. Statt mit dem Finger auf Italien und Polen zu zeigen (Im Fall von Polen ist dies ohnehin sinnlos) sollten wir lieber bei uns anfangen. Eingetragene Lebenspartnerschaften bedeuten allerhoechstens eine Verbesserung der Rechtsstellung, aber keinesfalls eine Vebesserung der sozialen Stellung. Dies kann nur durch die Oeffnung der Ehe erreicht werden. Und die soziale Stellung ist meines Erachtens von hoeherer Bedeutung als die Rechtsstellung, denn die Wuerde die einer Beziehung durch volle staatliche Anerkennung verliehen wird kann nicht durch ausgleichende Steuervoerguenstigungen beim LPG ersetzt werden.
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