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Einzelkommentar zu:
Gay-Adoption: "Union macht sich vom Bock zum Gärtner"


#8 BodoAnonym
  • 04.07.2010, 12:08h
  • Es gibt nicht nur die Meinung der Grünen hierzu: Dr. Barbara Höll, MdB, DIE LINKE

    Adoptionsrecht für Lesben und Schwule

    Bundestagsrede zum gemeinsamen Adoptionsrecht für Lesben und Schwule. Eine Verweigerung des gemeinsamen Adoptionsrecht schadet dem Kindeswohl.

    Sehr geehrte Frau Präsidentin,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    seit Anfang 2000 verfolgen Millionen Menschen nahezu jeden Sonntag das Heranwachsen von Felix. Felix ist kein leichtes Kind. Er ist HIV-Positiv, mal introvertiert, mal rebellisch, mal hat er eine Freundin, mal keine, zeitweise hing er dem Okkultismus an und er treibt auch sonst viel Unfug. Er wächst innerhalb einer Familie auf, die ihn liebevoll durch die Wirren der Pubertät geleitet. Seine Eltern heißen Carsten und „Käthe“. Käthe ist ein Spitzname für Georg. Carsten und Georg haben Felix im Jahre 2003 gemeinsam adoptiert, nachdem sie sich zuvor das Ja-Wort gaben.
    Etwa 3-5 Millionen Menschen in Deutschland sehen dies Woche für Woche in der Serie „Lindentraße“.

    Felix ist in einer gesicherten Position. Er hat Unterhalts- und Erbansprüche gegenüber beiden Elternteilen. Diese Position hat Felix in der Fernsehwelt. In der realen Welt hätte Felix dies nur, wenn Georg oder Carsten sein leiblicher Vater wäre, denn dann hätte der andere Lebenspartner die Möglichkeit der Stiefkindadoption, ansonsten bleibt ihm dies verwehrt.

    Es geht um das Wohl des Kindes und dies betrifft in Deutschland schon jedes achte Kind. Deshalb halte ich es nicht nur für unverständlich, sondern für unverantwortlich, wenn die CDU/CSU sich nicht nur einer Regelung, sondern sogar einer Diskussion einer realen Problemlage verschließt. So wie es die Kollegin Ute Granold von der CDU am 17.Juni zu Protokoll gab, zu unserem Antrag „Öffnung der Ehe“ für Lesben und Schwule.

    Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen,
    wie kann es sein, dass sich die CDU/CSU-Fraktion sogar jeglicher Diskussion verweigert? Das ist doch ein Unding.

    Damit bedienen sie sich Ressentiments gegen Lesben und Schwule, und zeigen, dass ihnen das Wohl und die Rechtssicherheit von Kindern egal sind.
    Die vom Bundesjustizministerium in Auftrag gegebene Studie zur Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften kam 2009 zu dem absehbaren Ergebnis, dass lesbische Mütter und schwule Väter in ihrer elterlichen Kompetenz heterosexuellen Eltern in nichts nachstehen. Die feststellbaren Unterschiede im Erziehungsverhalten und Familienklima fördern ausnahmslos das Wohl des Kindes.
    Art und Umfang dieser umfangreichen Studie lassen keine Zweifel aufkommen; wir benötigen schnellst möglich ein gemeinsames Adoptionsrecht für Lesben und Schwule – im Interesse der Kinder.

    Meine Damen und Herren von der FDP,
    wenn sie eine Bürgerrechtspartei nicht nur der Worte, sondern auch der Taten sein wollen, dann werden sie endlich aktiv. Sie können nicht bloß in Interviews das gemeinsame Adoptionsrecht fordern und dann im Parlament wieder einmal den Konservativen nachgeben.
    Bei der Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers konnten und wollten sie sich durchsetzen, wenn es um das Wohl der Kinder geht, kneifen sie. Das ist feige.

    DIE LINKE fordert, dass die Bundesrepublik auch die revidierte Fassung des Europäischen Übereinkommens über die Adoption von Kindern unterzeichnet, welches allen Kindern zu Gute kommt. Deutschland würde ein Zeichen setzen, dass es mit der Zeit geht. Dieses überarbeitete Abkommen ermöglicht unter anderem den Unterzeichnern die Möglichkeit auch gleichgeschlechtlichen Partnern ein Adoptionsrecht zuzubilligen.

    Lassen sie uns zum Wohle der Kinder handeln. Es bedarf einer Lösung. Ob mit diesem Gesetzentwurf oder durch die Zustimmung unseres Antrags „Öffnung der Ehe“. Was für Millionen Fernsehzuschauer normal ist, sollte endlich auch Lebensrealität werden.
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