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- 05. Juli 2010 2 Min.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erhielt die Kompassnadel für ihr Engagement für Schwule und Lesben. Unter ihrer Federführung wurde der § 175 endgültig aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Sie sorgte auch dafür, dass die Standesämter in Bayern geöffnet wurden.
Schwule und Lesben forderten beim Kölner CSD gleiche Rechte ein - und erhielten Schützenhilfe von der Bundesjustizministerin.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nahm beim CSD-Empfang am Samstag vor 900 Gästen persönlich die Kompassnadel entgegen. In ihrer Dankesrede forderte sie die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht: "Gleichgeschlechtliche Paare müssen bei der Adoption von Kindern die gleichen Rechte haben wie alle anderen Paare auch", erklärte die 58-Jährige bei der Preisübergabe. "Bei der Entscheidung, wer ein Kind adoptieren darf, geht es einzig und allein um das Kindeswohl. Und das ist geschlechterunspezifisch."
In Ländern wie den Niederlanden, Großbritannien oder Spanien sind gleichgeschlechtliche Paare schon jetzt beim Adoptionsrecht gleichberechtigt. In Deutschland gibt es aber nach wie vor ein Adoptionsverbot für eingetragene Lebenspartner. Schwule und Lesben dürfen lediglich das leibliche Kind ihres Partners adoptieren ("Stiefkindadoption").

Oberbürgermeister Jürgen Roters (Mitte) eröffnete den CSD in Köln. (Bild: Norbert Blech)
Zuletzt hat sich in einer Umfrage eine klare Mehrheit der Deutschen für die Gleichbehandlung von Homo-Paaren in dieser Frage ausgesprochen (queer.de berichtete). Neben der FDP unterstützen sämtliche Oppositionsparteien diese Position, lediglich die Union verhindert eine Gesetzesänderung. Familienministerin Kristina Schörder (CDU) erklärte zuletzt, dass es für Kinder generell einen Mangel darstelle, wenn sie nicht von einem heterosexuellen Elternpaar erzogen werden (queer.de berichtete).
Der Kölner CSD stand dieses Jahr unter dem Motto "Stolz bewegt" und warb insbesondere um Toleranz im Sport. Mit 150 Gruppen und 100 Wagen konnte der "Cologne Pride" eine Rekordbeteiligung melden - beim Berliner CSD haben sich zwei Wochen zuvor nur 50 Wagen beteiligt. Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, für sie sei Köln der "größte und schönste CSD in Deutschland".
Selbst starke Regenfälle und Unwetter am Samstag konnten die Besucher nicht aufhalten. Zwar musste das Bühnenprogramm für zwei Stunden unterbrochen werden, die meisten Besucher strömten aber ohnehin in Kneipen, um das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien anzusehen. Am Sonntag beobachteten wie gewohnt hunderttausende am Straßenrand die Parade. (dk)















Diese , man verzeihe mir Bitte die Tonwahl, "grünschnabelige Junggöre" einer "Familienministerin". Da geht mir der Hut hoch.
Unser Altbundespräsident, Köhler sagte einmal einn schönen Satz. "Familie ist dort, wo Kinder sind". Damit meinte er (queer berichtete damals), dass es völlig inankzeptabel sei, bewerte man den Stand eines familiären Zusammenlebens, nach Geschlecht.