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- 28. Juni 2004 2 Min.
FDP-Chef Guido Westerwelle hat offenbar ein zaghaftes Coming-out hinter sich. Wie der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, ist Guido Westerwelle bei einer Veranstaltung des liberal-konservativen Führungszirkels "erstmals in männlicher Begleitung" erschienen. Anlass war das Festessen in einem Berliner Nobelrestaurant nach der Wahl des CDU-Kandidaten Horst Köhler zum Bundespräsidenten. Parteichefs, Fraktionsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer waren eingeladen – und durften ihre Partner mitbringen.
Westerwelles Coup war offenbar erfolgreich: "Die ihm gegenübersitzenden Unionsgrößen, darunter CDU-Chefin Angela Merkel, CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber und dessen Generalsekretär Markus Söder, zeigten sich von dem stillen Outing gleichermaßen überrascht wie beeindruckt", so das Nachrichtenmagazin. Ein nicht näher benannter Teilnehmer sagte, Westerwelle beweise mit seiner neu entdeckten Offenheit Statur.
Mit dem "Spiegel" hat nun erstmals ein großes Massenmedium offen über die Homosexualität des FDP-Chefs berichtet. Dennoch kam die Geschichte nicht überraschend: Bereits während des Bundestagswahlkampfes vor zwei Jahren hatte Elmar Kraushaar in seiner Kolumnen-Reihe "Der homosexuelle Mann…" in der "taz" den damaligen liberalen Kanzlerkandidaten geoutet: "Von Guido Westerwelle weiß jeder [Journalist], dass er schwul ist, aber darüber schreibt man nicht, schließlich ist Westerwelle kein bayerischer Schlagersänger und auch kein Kölner Fernsehkoch." Der FDP-Chef ist ferner in Büchern wie "Out! 500 berühmte Lesben und Schwule" seit Jahren mitsamt sexueller Orientierung eingetragen und hat sich nie dagegen gewehrt – anders als etwas Tagesschau-Sprecher Jens Riewa, der den kleinen Verlag auf 50.000 Mark Schmerzensgeld verklagte, weil er in einem Nebensatz als "schwul" bezeichnet worden war.
Es gab zwar bereits vor dem Outing mehrere offen schwule Politiker wie die Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) oder Volker Beck (Grüne). Aber bei Union und FDP hielt man sich bislang bedeckt – und auch Westerwelle hat seine sexuelle Orientierung nicht an die große Glocke gehängt, auf seiner eigenen Webseite bezeichnet er sich bieder als "ledig" und erzählt lieber von seiner "Lieblingsinsel Mallorca". Dennoch scheint der FDP-Chef langsam aus dem Schrank herauskommen zu wollen – der "Spiegel" zitiert einen anonymen Teilnehmer von Westerwelles "Coming-out-Abendessen" mit den Worten: "Er will sich offenbar nicht länger verstecken." (dk)
28. Juni 2004, 16:34 Uhr
Links zum Thema:
» Homepage von Guido Westerwelle















wurde ja auch zeit, das "schwule" verfallsdatum hat er eh schon überschritten, aber macht soll ja sexy machen.