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- 05. Juli 2010 2 Min.

Jeffrey John will der erste offen schwule Bischof der englischen Staatskirche werden.
Ein offen schwuler Dekan ist in die engere Auswahlliste für die Wahl zum Bischofs von Southwark aufgenommen worden - mit Unterstützung der Anglikaner-Führung und der Politik.
Wie die angesehene konservative Tageszeitung "Daily Telegraph" berichtet, hat Rowan Williams der Bewerbung von Jeffrey John in einer geheimen Sitzung zugestimmt. Williams ist als Erzbischof von Canterbury das Oberhaupt der anglikanischen Gemeinschaft. Bislang hatte Williams aus Angst um die Einheit der Kirche stets (offen) homosexuelle Bischöfe abgelehnt (queer.de berichtete). Letzten Monat hatte der 60-Jährige die US-Anglikaner noch dafür bestraft, dass sie eine Lesbe zu Suffraganbischöfin von Los Angeles gewählt haben (queer.de berichtete).
Grund für den Streit: Seit der Wahl des offen schwulen Gene Robinson zum anglikanischen Bischof von New Hampshire (USA) vor sieben Jahren drohen insbesondere schwulenfeindliche Landeskirchen in Afrika und Asien, sich von den eher homofreundlichen Gliedkirchen in Europa und Nordamerika abzuspalten.
Der Bischofskandidat Jeffrey John ist wegen seiner Sexualität in der anglikanischen Kirche höchst umstritten. Er lebt zölibatär mit seinem langjährigen Partner, einem Pfarrer, zusammen, mit dem er 2006 eine eingetragene Partnerschaft einging. Der Dekan von St. Albans hat sich bereits 2003 für einen Bischofsposten in Reading beworben. Wegen der Kontroverse um Gene Robinson wurde er aber gezwungen, seine Bewerbung zurückzuziehen. Auch weitere Anläufe scheiterten, wie 2008 in Wales (queer.de berichtete). John ist bei liberalen Anglikanern beliebt.
Premier und Queen müssen zustimmen
Noch diese Woche soll die "Crown Nominations Commission" den neuen Bischof von Southwark wählen. Danach muss Premierminister David Cameron und Königin Elisabeth II. der Nominierung für die Staatskirche zustimmen. Laut "Daily Telegraph" unterstützt der konservative Premier die Kandidatur Johns. Die Königin sei aber nach Angaben der Tageszeitung "in großer Sorge" um die Einheit der Kirche.
Die anglikanische Gemeinschaft hat weltweit rund 80 Millionen Mitglieder in 38 Landeskirchen, davon sind 25 Millionen in der staatlichen Church of England organisiert. Die Empörung um den ersten schwulen Bischof 2003 war besonders in afrikanischen Kirchen groß, die das Homo-Verbot in ihren Heimatländern unterstützen. Die katholische Kirche versucht daher nun, konservative Anglikaner, die Vorurteile gegen Homosexuelle pflegen, abzuwerben (queer.de berichtete). (dk)















fladen ? aber cool gemacht. mal was anderes.