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  • 09. Juli 2010 13 2 Min.

"Trompe-Moi si tu peux" ist die erste Show im französischen Fernsehen, die nach dem Selbstmord eines Kandidaten abgesetzt wird.

Eine französische Realityshow stiftete Kandidaten zum Fremdgehen an. Nun hat sich ein schwuler Teilnehmer das Leben genommen.

"Trompe-Moi si tu peux" (Betrüg mich, wenn du kannst) sollte ab dieser Woche im Privatsender M6 zu sehen sein, wurde aber nach dem Selbstmord des 32-jährigen Frisörsalonbesitzers Jean-Pierre abgesetzt. Nach Angaben des Klatschmagazins "Entrevue" hat sich der schwule Kandidat in seiner eigenen Wohnung erhängt. Zuvor hatte er seinem 25-jährigen Partner Hakim eine Nachricht auf dem Handy hinterlassen. Darin beschuldigte er Hakim, ihn zum Selbstmord getrieben zu haben.

Die Show wurde im April in einer Luxusvilla in der Dominikanischen Republik gedreht. Zehn hetero- und homo­sexuelle Paare kämpften um ein Preisgeld in Höhe von 39.000 Euro. In jeder Folge erhielt jeder Teilnehmer einen neuen Partner. Die Beiden mussten dann die anderen Kandidaten überzeugen, dass sie wirklich ein Liebespaar sind. Wenn ein echtes Paar auffliegt, muss es die Show verlassen. Zum Konzept der Unterhaltungssendung gehörte auch, Eifersuchtsszenen auszulösen und mit der Kamera festzuhalten. So durften die Kandidaten ihre "Partner" etwa mit Striptease-Einlagen, Massagen oder heißen Bädern im Jacuzzi vor den Augen der anderen Teilnehmer (und der Kameras) verwöhnen.

Produzent: Show nicht schuld am Selbstmord

Der Produzent der Show erklärte, es gebe keine Verbindung zwischen der Fernsehshow und dem Selbstmord. Jean-Pierre habe vor seinem Freitod noch telefonisch mitgeteilt, dass er sich auf die Ausstrahlung der Sendung freue. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, sich aber noch nicht öffentlich dazu geäußert.

Jean-Pierres und Hakims Eifersuchtsstreit in der Show wird die Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekommen, so der Sender M6. Ein Sprecher erklärte, dass nach dem Selbstmord "Betrüg mich, wenn du kannst" für immer im Giftschrank verschwinden werde. (dk)

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.07.2010, 15:33h
  • Zum Fremdgehen braucht man ja nicht unbedingt eine Sendung. Trotzdem macht einem der Freitod eines schwulen Kandidaten sehr traurig und es ist gut, daß die Sendung abgesetzt wurde.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 09.07.2010, 15:53h
  • Stellt sich die Frage, was schwule Männer dazu treibt, sich als Garnitur einer überwiegend heterosexuellen Veranstaltung zu betätigen bzw. sich als Pseudo-Heteros sich und anderen etwas beweisen zu müssen.

    Denn es ist davon auszugehen, dass zum Versteckspiel auch das Verstecken der schwulen Identität gehörte und dass die beiden Männer "natürlich" mit Frauen herummachen mussten.

    Die heterosexistischen Umpolungsfantasien wollen schließlich bedient werden - und einige von "uns" tragen dank gesellschaftlicher Indoktrination von kleinauf ja auch die Vorstellung in sich, zumindest mal mit diesem Gedanken "spielen" zu müssen.

    Da kann ich durchaus nachvollziehen, dass einer der Teilnehmer im Verlauf durch dieses reichlich perverse und im Kern zutiefst heterosexistische Spiel emotional und psychisch überfordert wurde.

    Ich halte eine solche Veranstaltung vor dem Hintergrund der nach wie vor äußerst problematischen psychosozialen Situation homosexueller Jungs und Männer in dieser Gesellschaft seitens des betreffenden Fernsehsenders für absolut unverantwortlich.

    www.melty.fr/trompe-moi-si-tu-peux-premieres-images-d-actu35
    581.html
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#3 Peter B.Anonym
  • 10.07.2010, 00:08h
  • Antwort auf #2 von eMANcipation*
  • Wie kommst du darauf, dass es eine "überwiegend heterosexuelle Veranstaltung" ist?
    Wenn das Pärchen 2 Männer oder 2 Frauen sind, die zusammen gelost wurden, dann haben die Heteros sicher auch versteck spielen müssen und sich homosexuell verhalten....
    Man kann auch übertreiben.

    Tragisch ist es natürlich trotzdem; nur hätte das mMn auch einen der Heteros treffen können.
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