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- 12. Juli 2010 2 Min.

Das Hetero-Team um Bundestrainer Löw holte bei der WM in Südafrika die Bronzemedaille. In Suchmaschinen wird derzeit besonders oft nach "Jogi Löw schwul" gesucht.
Der Berater von Michael Ballack hat laut "Spiegel" angekündigt, dass eine "Schwulen-Combo" im deutschen Fußball bald geoutet werden soll.
"Spiegel"-Autor Alexander Osang zitiert in seinem Essay über die deutsche Fußballnationalmannschaft ("Neue deutsche Männer") Berater Dr. Michael Becker, der mehrfach über die Homosexualität von Profifußballern gesprochen habe. So habe der Anwalt aus Luxemburg nach einem Freundschaftsspiel in Leverkusen "inmitten einer Traube von Spielerberatern und Journalisten [angekündigt], dass es einen ehemaligen Nationalspieler gebe, der 'die Schwulencombo' demnächst hochgehen lassen würde". Becker habe dem Autoren dabei die Namen mehrerer Spieler genannt, die schwul seien.
Allerdings bestehen Zweifel daran, ob Becker wirklich die Definition des Wortes "schwul" kennt. Osang berichtet: "Als ich ihn fragte, ob denn ein Spieler, der etwas überraschend nominiert worden war, seiner Meinung nach auch schwul war, sagte Becke nur: 'Der ist halbschwul', und ich begriff, dass das alles ein Synonym war für etwas, was Becker nicht mehr verstand".
Zudem seien Sportreporter nicht an dem Thema interessiert, so Osang weiter: "Alles Sportjournalisten schienen die Geschichten von der vermeintlichen großen homosexuellen Verschwörung um die Mannschaft von Joachim Löw zu kennen", heißt es in einem Abschnitt über ein Pressetreffen. Die Gerüchte gehörten offenbar zum Geschäft.
"Falsch verstanden"
Gegenüber der "Bild"-Zeitung hat Becker den "Spiegel"-Bericht weder bestätigt noch dementiert. Er erklärte nur: "Der Kollege vom 'Spiegel' muss offensichtlich etwas falsch verstanden haben". In der Fußballnationalmannschaft wird über dieses Thema ohnehin nicht gerne gesprochen: "Dazu muss man nichts sagen. Da erübrigt sich jeder Kommentar. Auf so ein Niveau muss man sich nicht begeben", erklärte Team-Manager Oliver Bierhoff. Und bei Ballacks neuem Verein ist man bemüht, nicht als homophob zu gelten: "Bei Bayer Leverkusen haben wir überhaupt keine Ressentiments gegenüber Homosexuellen", erklärte der Pressesprecher der Werkself gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".
Bislang hat sich noch kein aktiver Profifußballer in Deutschland geoutet. Im internationalen Fußball wagte nur der englische Stürmer Justin Fashanu 1990 diesen Schritt. Er galt Anfang der 1980er Jahre als viel versprechender englischer Jungstar. Wegen seiner (zunächst geheimen) Homosexualität musste er jedoch Schikanen über sich ergehen lassen: Als Fashanu etwa beim damaligen Spitzenclub Nottingham Forrest spielte, erfuhr sein Trainer über die Besuche seines Jungstars in Schwulenclubs - und bezeichnete ihn fortan vor den Mitspielern als "verdammte Schwuchtel". Fashanu wurde daraufhin Mitglied einer christlichen Sekte, die ihn von seiner Homosexualität "heilen" sollte. Nach einer wenig erfolgreichen Karriere erhängte sich Fashanu 1998. (dk)
Das Essay von von Alexander Osang ist im neuesten "Spiegel" (28/2010) erschienen (S. 132-135).














