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- 12. Juli 2010 2 Min.

Erst Fragebögen ausfüllen, dann duschen...
Mit einem sehr seltsamen Fragebogen will das US-Verteidigungsministerium herausfinden, ob Hetero-Soldaten schwule Kameraden tolerieren würden.
Die 32 Seiten lange "Department of Defense Comprehensive Survey of Uniformed Active Duty and Reserve Service Members" ist an insgesamt 400.000 Soldaten und Reservisten gesendet worden. Schwerpunktmäßig soll damit herausgefunden werden, ob die Militärangehörigen ihre Arbeit genauso gut machen könnten, wenn sie an der Seite von Homosexuellen arbeiteten.
Mit der Umfrage will die Obama-Regierung feststellen, ob das Verbot für Schwule und Lesben, offen im Militär zu dienen, aufgehoben werden kann. In seinem Wahlkampf hatte Barack Obama versprochen, das Homo-Verbot ("Don't ask, don't tell") abzuschaffen. In den letzten Jahren haben aber Homo-Gegner wiederholt gegen die Aufhebung mobil gemacht. Er ist Juni erklärte etwa General John Sheehan, dass Homosexuelle die Moral der Soldaten korrumpieren und Krankheiten wie Aids einschleppen würden (queer.de berichtete).
Militärpfarrer hilft Heteros bei duschenden Schwulen
Im Fragebogen will das Verteidigungsministerium unter anderem herausfinden, ob sie einem schwulen oder lesbischen Vorgesetzten vertrauen oder ob sich homosexuelle Kameraden im Gefecht negativ auf die Truppe auswirken würden. In einer Frage wollen die Pentagon-Beamten sogar wissen, ob die offenen Duschen ein Problem für Hetero-Soldaten darstellen könnten. Als Antworten wurden unter anderem angeboten: "Ich benutze die Dusche zu einem anderen Zeitpunkt" oder "Ich spreche mit dem Militärgeistlichen, einem Mentor oder einem Vorgesetzten darüber, wie ich die Situation bewältigen kann".
Das Servicemembers Legal Defense Network (SLDN), das sich um die Belange von schwul-lesbischen Soldaten kümmert, hat seine Mitglieder bereits aufgefordert, nicht an der Befragung teilzunehmen. Die Umfrage sei nicht komplett anonym, sondern könne Rückschlüsse auf den Antwortgeber zulassen. Das könne im Extremfall dazu führen, dass ein homosexueller Soldat geoutet und wegen des "Don't ask, don't tell"-Gesetzes gefeuert wird.
Keine Fragebögen bei Aufhebung der Rassentrennung und des Frauenverbots
Zudem bezweifelt die Homo-Gruppe, dass die Umfrage einen Erkenntnisgewinn mit sich bringt. Auch in der Vergangenheit sei das Ende der Diskriminierung bestimmter Gruppen nie von einer Befragugung abhängig gemacht worden: "Es gab keine Umfrage 1948, als Präsident Truman die Rassentrennung im Militär beendet hat", erklärte SLDN-Chef Aubrey Sarvis. "Auch 1976, als Frauen erstmals in Militärakademien zugelassen wurden, gab es keine Fragebögen. Sogar als Frauen in der Marine auf Schiffen ihren Dienst leisteten, hat man nicht auf Umfragen zurückgegriffen, um diese Veränderung zu rechtfertigen."
Offiziell wird die Umfrage von einer Unternehmensberatung durchgeführt, denn das Verteidigungsministerium darf die Soldaten nicht direkt nach ihrer sexuellen Orientierung befragen. Das verbietet "Don't ask, don't tell". (dk)
Links zum Thema:
» Der Fragebogen















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