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- 13. Juli 2010 3 Min.

Nach Ansicht von Kardinal Jorge Bergoglio treibt sich der Teufel in argentinischen Parlamentsausschüssen herum.
Während der Senat über die Ehe-Öffnung berät, warnt die katholische Kirche, dass Satan persönlich das Gesetz verfasst habe.
Noch in dieser Woche soll der Senat über die Öffnung der Ehe abstimmen, die bereits im Mai von der Abgeordnetenkammer beschlossen wurde (queer.de berichtete). Im Vorfeld der Abstimmung haben mehrere christliche Kirchen nun gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen protestiert. Am meisten echauffierte sich die katholische Kirche über die Parlamentarier. Ihr gehören neun von zehn Argentiniern an.
So versuchten katholische Pfarrer nach Anweisung der Kirchenleitung am Sonntag, in Predigten Stimmung gegen die Ehe-Öffnung zu machen. Der Kardinal von Buenos Aires warnte in einem Brief an argentinische Klöster sogar davor, dass der "Vater der Lügen" hinter der Forderung nach Gleichberechtigung für Schwule und Lesben stehe. In der Bibel wird so der Teufel beschrieben. "Lassen Sie uns nicht naiv sein, wir sprechen hier nicht von einem einfachen politischen Kampf", erklärte Kardinal Jorge Bergoglio. "Dies ist ein zerstörerischer Anlauf gegen den Plan Gottes. Wir sprechen nicht von einem Gesetzentwurf, sondern von einer Intrige des Vaters der Lügen, die die Kinder Gottes verwirren und hinters Licht führen soll."
Auch andere Kirchenführer rüsteten verbal auf. So warf der Héctor Aguer, Erzbischof von La Plata, der Regierung vor, "einen kulturellen Krieg gegen das Christliche in unserem Volk" zu beginnen.
Homo-Ehe = Gotteslästerung?

Für die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ist die Ehe sei ein Bürgerrecht für alle und keine Institution für religiöse Organisationen.
Mehrere christliche, jüdische und islamische Religionsgemeinschaften haben ähnlich gegen die geplante Gesetzesänderung polemisiert. So forderten etwa die Mormonen die Gläubigen in einem Schreiben auf, sich zu erinnern, "dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist, die so von Gott festgelegt wurde." Daher sei es gotteslästerlich, wenn die Regierung die göttliche Ordnung mit der Öffnung der Ehe sprengen würde. Die Mormonen haben bereits bei "Proposition 8" in Kalifornien entscheidenden Einfluss ausgeübt: Sie unterstützten den Volksentscheid zur Abschaffung der Homo-Ehe mit Millionen von Dollar - und gewannen die Abstimmung knapp (queer.de berichtete). Auch nach Ansicht der Mormonen ist Satan bei der Homosexualität im Spiel: Der Teufel mache Männer schwul, erklärte unlängst einer der Kirchenfürsten (queer.de berichtete).
Noch ist unsicher, wie der Senat abstimmen wird. Die Mitte-Links-Regierung unter der peronistischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte mit ihrer klaren Mehrheit im Abgeordnetenhaus zum Sieg der Abstimmung beigetragen. Im Senat verfügt sie aber nur über 35 Sitze, während die Opposition auf 37 Mandate kommt.
Argentinien wäre das erste südamerikanische Land, das die Ehe für Lesben und Schwule öffnet. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen gibt es bislang nur im Nordteil des Kontinents: Neben Kanada haben auch fünf US-Bundesstaaten sowie die Hauptstädte der USA und Mexikos die Ehe geöffnet. (dk)















demokratisch gefällte Beschlüsse stammen "vom Satan".
Klar, alles was deren Geschäftsmodell bedroht, wird natürlich verteufelt.
Mit Demokratie und Menschenrechten hatten die es ja noch nie. Denn alles, was Menschen schlauer macht ist denen, die Menschen dumm halten ein Dorn im Auge.