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  • 14. Juli 2010 15 2 Min.

Die Facebook-Seite von queer.de

Weit mehr Schwule und Lesben lesen Blogs oder sind in sozialen Netzwerken aktiv als heterosexuelle Computernutzer, so das Ergebnis einer amerikanischen Umfrage.

Demnach lesen 54 Prozent von Schwulen und Lesben regelmäßig Weblogs, unter Heterosexuellen sind es nur 38 Prozent. Am meisten Interesse haben homo­sexuelle Blog-Fans an allgemeinen Nachrichtenblogs, die von 71 Prozent der Blogleser mindestens einmal die Woche aufgerufen werden. Danach folgen politische Blogs (58 Prozent) und schwul-lesbische Blogs (53 Prozent). Nur 42 Prozent haben sich in den letzten sieben Tagen persönliche Blogs anzeigen lassen. Bei heterosexuellen Blog-Nutzern sind diese Web-Tagebücher weit populärer (61 Prozent), ansonsten ähneln sich die Interessen (mit Ausnahme der schwul-lesbischen Blogs).

Wie bei Blogs zeigen Schwule und Lesben auch eher Interesse an sozialen Netzwerken. So haben 74 Prozent der Schwulen und 70 Prozent der Lesben ein Facebook-Konto eingerichtet. Bei Heterosexuellen sind es nur 65 Prozent. Auch MySpace ist bei homo­sexuellen Männern (33 Prozent) und Frauen (31 Prozent) weit populärer als bei Heteros (22 Prozent). Die Twitterbegeisterung ist unter Schwulen und Lesben mit 29 Prozent Mitgliedschaft sogar doppelt so hoch wie bei der Vergleichsgruppe (15 Prozent).

Im Vergleich zu den letzten Jahren ist die Popularität von Blogs und sozialen Netzwerken geradezu explodiert. Schwule und Lesben haben dabei ihren Vorsprung in der Benutzung dieser Seiten aufrecht erhalten. Musikblogs weckten etwa bei einer vergleichbaren Umfrage im Jahr 2006 nur bei fünf Prozent der befragten Schwulen und Lesben Interesse - jetzt kletterte die Zahl auf 16 Prozent. Seit 2009 stockt der Anstieg bei Blogs jedoch. Dafür schoss in einem Jahr die Zahl der Fans sozialer Netzwerke nach oben: 2009 hatten nur 50 Prozent der Schwulen ein Facebook-Konto, jetzt sind es 74 Prozent.

Harris Interactive hat für die Umfrage 2.412 Erwachsene befragt, von ihnen haben sich 341 als schwul oder lesbisch identifiziert. Harris erklärte, dass die Gruppe der Homosexuellen in der Umfrage mit 14 Prozent überrepräsentiert war, um so ein genaueres Ergebnis für die Teilgruppe zu erhalten. (dk)

-w-

#1 vingtans
  • 14.07.2010, 19:00h
  • ich glaube ja nicht das sich dieses "internet" durchsetzt...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.07.2010, 19:03h
  • Und was ist die Quintessenz des Ganzen? Unsereins ist besser informiert als die Heten, wobei ich erst dachte, es sind doch mehr Heten in den Sozialen Netzwerken. Naja, Irren ist männlich!
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 14.07.2010, 22:45h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Wenn man sieht, wie voll diese "sozialen Netzwerke" von schwulenfeindlichen Beleidigungen und Bemerkungen sind, wie sehr sie Instrument heterornormativer sozialer Kontrolle schon im frühpubertären Alter sind, dann mag man an der hier postulierten, starken schwulen Präsenz tatsächlich zweifeln.

    Auch hier gilt es Strategien zu entwickeln, rassistische und schwulenfeindliche Hassrede zu ächten und gerade junge Menschen vor der allgegenwärtigen Gewalt, die ihnen ihre Freiheit und ihr Recht auf Selbstbestimmung raubt, aktiv zu schützen.

    Das Allermindeste wäre ein simpler technischer Filter, der Begriff wie "Schwuchtel" oder "Drecksschwuchtel", wie sie mir in nur wenigen Monaten bei Facebook in sehr gutbürgerlichen, deutschen "Freundeskreisen" immer wieder begegnet sind, sofort identifiziert, die betreffenden Kommentare nicht veröffentlicht und die Verfasser in ein entsprechendes Hassregister aufnimmt - mit Kontensperrung nach mehrmaligem Verstoß.

    Hier gilt es, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass verbale und psychische Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender ein perverses, krankmachendes und auf vorgestrigen Gesinnungen beruhendes Verbrechen ist und kein Kavaliersdelikt!

    Gerade dort, wo Jugendliche soziale Kontakte knüpfen, müssen gewalttätige Eingriffe in ihre sexuellen Persönlichkeitsrechte mit allen Mitteln unterbunden und gleichzeitig eine Kultur der Vielfalt gefördert werden. Facebook & Co. dürfen keine Instrumente heterrornormativer Kontrolle bleiben, die sie nach meinen bisherigen Erfahrungen durch die oben beschriebene Taten- und Verantwortungslosigkeit der Betreiber sind.
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