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  • 15. Juli 2010 29 2 Min.

Präsidentin Cristina Kirchner öffnet als erste Staatschefin eines südamerikanischen Landes die Ehe für Schwule und Lesben.

Nach einer 15-stündigen Debatte hat der argentinische Senat am Donnerstagmorgen trotz heftiger Proteste der katholischen Kirche für die Gleich­behandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht gestimmt.

33 Senatoren stimmten für die Eheöffnung, 27 votierten dagegen. Die Abgeordnetenkammer hatte bereits im Mai den Gesetzentwurf verabscheidet (queer.de berichtete). Die Abstimmung im Senat war mit Spannung erwartet worden, da die Mitte-Links-Regierung unter Präsidentin Cristina Kirchner keine Mehrheit im Senat hat und auf Stimmen aus dem Oppositionslager angewiesen war. Der jetzt verabschiedete Gesetzentwurf beinhaltet die vollständige Gleich­behandlung von Homo-Paaren, etwa auch das Adoptionsrecht. Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Argentinier sich für die Öffnung der Ehe aus. Nur beim Adoptionsrecht ist eine knappe Mehrheit gegen die Gleich­behandlung.

Größter Gegner der Gesetzesinitiative war die katholische Kirche. Der einflussreiche Kardinal Jorge Bergoglio erklärte sogar, der Teufel persönlich stecke hinter diesem Ansinnen (queer.de berichtete). Am Mittwoch gingen nach einem Aufruf der Glaubensgemeinschaft, der mehr als 90 Prozent der Argentinier angehören, Zehntausende von Homo-Gegnern auf die Straße. Vor dem Senatsgebäude in Buenos Aires trugen die Demonstranten Transparente mit Aufschriften wie "Sagt ja zur Familie" und "Wir wollen Papa und Mama". Die meisten Teilnehmer stammten aus den ländlichen Gebieten und wurden auf Kosten der katholischen Kirche in die Hauptstadt gebracht. Die Kirchenleitung hatte zuvor in katholischen Schulen sowie in sozialen Netzwerken im Internet für eine Teilnahme geworben.

Youtube | Christina Kirchner kritisiert die panikartige Ablehnung des Gesetzes durch die katholische Kirche

Erinnerungen an Inquisition

Präsidentin Cristina Kirchner hat bereits angekündigt, das Gesetz unterschreiben zu wollen. Sie versteht den Widerstand von Homo-Gegnern nicht, wie sie bei einer Pressekonferenz erklärte: "Das Gesetz zwingt doch niemanden, einen gleichgeschlechtlichen Partner zu heiraten", sagte die 57-Jährige. "Es macht mir Angst, Ausdrücke wie 'Krieg gegen Gott' oder 'Projekt des Teufels' zu hören. Mich erinnert das an die Zeiten der Inquisition."

Argentinien ist das erste Land Südamerikas, das die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat. Bislang bietet lediglich Uruguay eingetragene Partnerschaften im ganzen Land an. (dk)

-w-

#1 Timm JohannesAnonym
  • 15.07.2010, 10:33h
  • Eine sehr schöne Meldung aus Argentinien.

    Damit ist Argentinien das erste Land in Südamerika und das erste Land in Lateinamerika das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnet. Weltweit ist es mittlerweile das 10. Land.

    Herzlichen Glückwunsch an Argentinien !!!
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 15.07.2010, 11:08h
  • Tja, so sehen demokratische Laizisten mit Rückgrat aus! Die haben in Lateinamerika eine große Tradition, die zeitweise durch spätfaschistische (CIA-)Putschgeneräle und Revoluzzer-Romantik verdrängt wurde.

    Im Gegensatz zu unserem schönen Land schüchtert klerikaler Protest dort nicht ein, sondern feuert die fortschrittlichen Kräfte geradezu an. Man erinnert sich nämlich noch gut an die frommen Hauskapläne der Folterknechte, von denen zumindest einer in Argentinien auch schon hinter Gitter wanderte.

    www.tagesschau.de/ausland/argentinien2.html

    Vielleicht ist mancher Senator in Buenos Aires privat sogar ein bissel machistisch und homophob, aber solange das zu dem Grundsatz führt: "Lasst uns die Schwuchteln heiraten lassen, damit sich die Pfaffen ordentlich ärgern!" solls mir recht sein....
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#3 alexander
  • 15.07.2010, 11:12h
  • BRAVO !!!

    diese präsidentin füllt ihren job phantastisch aus und hat eine beispielhafte zivilcourage !

    allein ihre art diese kriminelle, manipulative kirche in ihre schranken zu verweisen hat einen orden verdient !

    und, diese frau kann man vorzeigen, obwohl sie noch 2 jahre älter ist als unsere bundesstasitrulla !

    vor allem ist sie glaubhaft !
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