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https://queer.de/?12456
  • 15. Juli 2010 52 2 Min.

Für Weihbischof Matthias Heinrich ist die Ehe nur zum Kindermachen da.

Töne aus der katholischen Kirche werden schriller: Weihbischof Matthias Heinrich hat die Ehe als "geschützte Marke" bezeichnet, die Homo­sexuelle (und offenbar alle Kinderlosen) nichts angehe.

In einem Artikel für die Berliner Boulevardzeitung B.Z. erklärte der 56-jährige Theologe, der unlängst vom Land Berlin eingebrachte Bundesratsantrag auf Öffnung der Ehe sei eine "Mogelpackung", die eine "geschützte Marke" kaputt machen könne. Denn die "meisten Menschen" verstünden die Ehe als eine "dauernde Gemeinschaft von Mann und Frau..., die grundsätzlich auch auf die Zeugung und Erziehung von Kindern ausgerichtet ist".

Wahrheitswidrig erklärte Heinrich weiter, dass "unser Grundgesetz" das selbe Verständnis der Ehe habe wie er. Dabei hat das Bundes­verfassungs­gericht seit 2002 mehrfach festgestellt, dass der in der Verfassung festgelegte Schutz der Ehe nicht gegen Schwule und Lesben gerichtet ist. Und seit 2009 sind gleich­geschlechtliche Ehen in Deutschland legal - wenn auch nur für Trans­sexuelle und nur unter bestimmten Voraussetzungen (queer.de berichtete).

Homo-Ehe gegen "Kultur des Lebens"

Die Ungleichbehandlung von Homo- und Heterosexuellen begründet Heinrich mit seinem katholischen Glauben: "Nach biblischer Auffassung hat Gott den Menschen geschaffen als Mann und Frau. Das ist die Grundlage der ehelichen Gemeinschaft", doziert der Weihbischof. "Nur so kann und darf der Mensch mitwirken an der Weitergabe des Lebens. Ehe und Familie dienen also der Kultur des Lebens." Ein Kind, das bei Schwulen und Lesben oder Alleinerziehenden aufwächst, sei daher quasi verkrüppelt, weil ihm "eine entscheidende Erfahrung der Menschlichkeit [fehlt], die nun einmal aus einer weiblichen und einer männlichen Dimension besteht."

Der Lesben- und Schwulenverband zeigte sich entsetzt von den Aussagen Heinrichs: "Lesben und Schwule stehen genau wie Heterosexuelle in ihren Beziehungen füreinander ein. Dennoch werden sie z.B. im Steuerrecht und im Adoptionsrecht nach wie vor benachteiligt", erklärte der Berlin-Brandenburger LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert. "Es ist unanständig vom Weihbischof, die Existenz von Regenbogenfamilien zu leugnen und diese als 'Mogelpackung' zu bezeichnen." Er zitierte dabei Studien, die besagen, dass Schwule und Lesben Kinder genauso gut erziehen können wie Heterosexuelle. Das stellte 2008 auch das Bundesjustizministerium fest (queer.de berichtete).

In Berlin hat sich neben der katholischen auch die evangelische Kirche gegen die Gleichstellung von Homosexuellen im Eherecht ausgesprochen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 und überhauptAnonym
  • 15.07.2010, 15:39h
  • Bis daß der Tod euch scheidet.

    "Kultur des Lebens" ?
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#2 carolo
  • 15.07.2010, 15:39h
  • Wenn hier irgendwem "eine entscheidende Erfahrung der Menschlichkeit" fehlt, dann offenbar diesem ewiggestrigen Pfaffen in seiner fundamentalistischen Irrlehre.

    Und wer hier angesichts systematischer Unterdrückung und Hetze im Namen von "Liebe und Barmherzigkeit" eine Mogelpackung unters gläubig verdummte Volk bringen will, steht wohl auch ußer Frage.

    Jagt sie davon, diese Bande von Lügnern, Schwindlern und Kinderschändern!
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 15.07.2010, 15:48h
  • Achja unsere katholischen Amtsbrüder....wer glaubt Ihnen denn noch ?

    Diese angeblich zölibatären Männer, die heimlich sich einen runterholen oder heimlich in den Puff/in die Sauna gehen oder eine Freundin/einen Freund haben.

    Solche Männer, von denen einige selbst schwul sind und dies aber nicht offen zeigen, sollten besser die Klappe halten und sich jeden Kommentares in der Öffentlichkeit enthalten.

    Da lobe ich mir lieber die lutherische Bischöfin Eva Brunne in Stockholm, die offen mit ihrer Partnerin zusammenlebt und gemeinschaftlich ein Kind im Bischofssitz in Schweden erzieht.

    ---
    Nee was ist mir als Lutheraner jedesmal schlecht, wenn sich katholische Amtsbrüder aus der Kirchenleitung zu Wort melden; dann lieber der Schwedischen Kirchenleitung zuhören, wo Kirchliche Trauungen für homosexuelle Paare ermöglicht wurden.
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