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  • 16. Juli 2010 19 2 Min.

Zog persönliche Konsequenzen aus der Missbrauchs-Affäre in der Kirchengemeinde Ahrensburg: Maria Jepsen

Die homofreundliche Hamburger Bischöfin Maria Jepsen ist von ihrem Amt zurückgetreten, weil sie ihre Glaubwürdigkeit beschädigt sieht.

Von Carsten Weidemann

Tagelang wehrte sich Maria Jepsen gegen Vorwürfe, einen Missbrauchsfall in der evangelischen Kirche vertuscht zu haben - jetzt ist die Hamburger Bischöfin von ihrem Amt zurückgetreten. "Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt. Von daher sehe ich mich nicht in der Lage, die frohe Botschaft so weiterzusagen, wie ich es bei meiner Ordination und bei meiner Bischofseinführung vor Gott und der Gemeinde versprochen habe", sagte die 65-Jährige am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Der Rücktritt löste landesweit Bedauern aus - insbesondere bei Schwulen, Lesben und Menschen mit HIV und Aids. So verabschiedeten die Teilnehmer der Hamburger Veranstaltung "Trauer und Tod lassen das Leben und Lieben neu entdecken" - Zu den Anfängen von Aids-Seelsorge und Memento e.V.", an der Jepsen eigentlich teilnehmen wollte, eine spontane Solidaritäts-Erklärung. "Bischöfin Jepsen hat sich in besonderer Weise stets für Menschen engagiert, die sexuelle Diskriminierung erfahren und unter sexualisierter Gewalt gelitten haben", heißt es in der von Pastor Gunter Marwege verbreiteten Stellungnahme: "Ganz besonders verdankt ihr die Aids-Seelsorge seit ihrer Gründung im Jahr 1994 eine entschiedene und liebevolle Unterstützung."

Maria Jepsen gilt als eine der offensten Theologen im Führungszirkel der evangelischen Kirche. Ihre Wahl zur Bischöfin 1992 galt damals als Sensation: Nie zuvor hatte bei einer lutherischen Bischofswahl weltweit eine Frau gesiegt.

Jepsen wurde in den vergangenen Jahren häufig für ihre liberalen Ansichten kritisiert. So erklärte die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen vor wenigen Jahren, dass die homofreundlichen Ansichten Jepsens nicht mit der biblischen Botschaft zu vereinbaren seien (queer.de berichtete). Jepsen hatte damals erklärt, dass es in der Bibel keine Verbotsschilder gebe "für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle".

Zuletzt hatte Jepsen Ende Mai bei einem Gottesdienst in der Hamburger St. Georgskirche die von christlichen Kirchen über Jahrhunderte durchgeführte Verfolgung von Schwulen und Lesben heftig kritisiert. (queer.de berichtete).

-w-

#1 bastapapsta
  • 16.07.2010, 20:45h
  • "Kirchen laufen Sturm gegen Antrag auf Ehe-Öffnung"

    "Auch die Sprecherin der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg sieht die Ehe als "traditionelles Kulturgut" - und damit als exklusiv heterosexuelle Einrichtung."

    www.queer.de/detail.php?article_id=12431

    Wo ist bzw. war da die Gegenstimme der "homofreundlichen" Frau Jepsen ???

    "Jepsen hatte damals erklärt, dass es in der Bibel keine Verbotsschilder gebe "für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle". "

    Aha, also als die evangelische Kirche ( neben der katholischen)

    Warum hat sie die Aüsserung der Sprecherin von der evangelischen Kirche nicht kritisiert ??
    Kein Wort kam da von ihr. Erst die grosse Klappe haben, aber wenn Ranghöhere was sagen brav kuschen....

    Auch die evangelische Kirche sehe ich nicht als Alternative...
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#2 schwulenaktivist
  • 16.07.2010, 20:51h
  • Ich bin zu weit entfernt von der geschätzten Bischöfin Jepsen, um einen Stein werfen zu können. Doch das Thema Missbrauch ist wohl endgültig zur modernen Hexenjagd ausgeartet.

    Ich erinnere daran, dass es früher auch Hexen-Kinder gegeben hat, die auf den Scheiterhaufen gezerrt wurden. Glücklicherweise wird ein solches Schicksal den Kindern heute erspart werden. Und kein Kind kann schon "zurücktreten" ...
    Aber immerhin finden sich auch heute 11jährige Knaben, die 10- und 9jährige Kinder "sexuell missbrauchen". Mädchen können das nicht... (Presse)
    Das wirkliche Übel ist die Tatsache, dass alle moralisch Empörten sich nirgendwo in der Prävention engagieren, denn Kinder haben in deren Augen überhaupt keine Sexualität.
    Also werden laufend Täter und Opfer produziert, um diese dann später abstrafen zu können, möglichst noch mit einer Unverjährbarkeit, wie sie in der Schweiz kürzlich installiert worden ist! Die Lust am Bestrafen ist wohl ebenso unredlich, wie die Lust am Kind, das können Homosexuelle noch immer täglich erfahren!

    Derweil gibt es Tausende von Kindersoldaten und KinderarbeiterINNEn - aber dabei kann ja dann keines davon nur irgendwann an Sexualität denken...
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#3 VerschwörerAnonym