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- 19. Juli 2010 2 Min.

Kai Gehring
Die Grünen werfen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) vor, sich zu wenig für junge Lesben und Schwule einzusetzen.
"Die Bundesregierung vernachlässigt und ignoriert die Belange homosexueller Jugendlicher", sagte der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring der "WAZ" (Dienstagsausgabe) mit Blick auf eine Anfrage (PDF) der grünen Bundestagsfraktion an die Bundesregierung. Sie wurde gestellt, weil der "13. Kinder- und Jugendbericht" auf die spezielle Lebenssitiation von schwulen und lesbischen Jugendlichen kaum eingegangen sei.
Die Antwort der schwarz-gelben Regierungskoalition ist noch nicht öffentlich. Aus ihr gehe aber hervor, dass der Bund "keine Maßnahmen ergreift, um der Gewalt gegen lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche entgegenzuwirken", sagt Gehring.
Auch stelle sich die Regierung unwissend: So lägen dem Bund der Antwort zufolge angeblich "keine statistischen Daten zur Rate der Suizidversuche bei lesbischen und schwulen Jugendlichen vor." Die Grünen verweisen aber auf eine ältere Antwort der Regierung, die solche Zahlen enthält.
2007 hatte die Bundesregierung noch geantwortet: "Einer Studie der Berliner Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport von 1999 zufolge hatten 18 Prozent der schwulen oder lesbischen Jugendlichen bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich, mehr als die Hälfte hatte bereits an Selbst- mord gedacht. Damit ist das Suizidrisiko bei gleichgeschlechtlich orientierten Jugendlichen viermal höher als bei Jugendlichen mit heterosexueller Orientierung." (PDF)
"Das Desinteresse und die Ignoranz gegenüber fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen ist beschämend und nicht hinnehmbar", sagte der 33-jährige Gehring, der seit 2005 im Bundestag sitzt und offen schwul lebt. Er fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Präventionsstrategien gegen Mobbing. (nb/pm)














