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  • 21. Juli 2010 30 2 Min.

Volker Beck sucht die Diskussion

Reggae-Künstler wie der umstrittene Sänger Sizzla, der in einigen Liedern zum Mord an Schwulen aufruft, könnten sich nicht auf kulturelle Unterschiede und ihre Sozialisation berufen. Das sagte der grüne Bundestags­abgeordnete Volker Beck im Interview mit den Machern des Reggae-Forums "Reggae Town", das jetzt veröffentlich wurde.

Die meisten Künstler aus Jamaika seien nicht homophob, Sizzla und einige Kollegen hingegen nutzten "Klischees und Vorurteile, um daraus Prominenz und Gewinn zu ziehen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag. "Es handelt sich hier um Großverdiener, die auf dem Rücken von Minderheiten Geld machen". Das dürfe man ihnen nicht durchgehen lassen.

Das Forum "Reggae Town" positioniert sich nach eigenen Angaben "seit längerem aktiv, selbstkritisch und selbstbewusst gegen homophobe Aufrufe in jamaikanischen Songtexten" – auch wenn der eine oder andere Teilnehmer, wie in Foren üblich, ein wenig von der Meinung abweicht. Die Diskussion zwischen Reggae- und Schwulen-Szene hatte sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft, zumal es zu Demonstrationen, Einreiseverboten und erzwungenen Konzertabsagen kam. Gegen einen Auftritt von Sizzla im Wuppertaler U-Club gab es im letzten Jahr sogar einen Buttersäureanschlag (queer.de berichtete). "Gewalt ist nie eine Lösung. Ich setze auf Argumente und auf rechtsstaatliche, präventive Mittel", sagte dazu Volker Beck im Interview mit Foren-Moderator Malte Mackenrodt.

Fort- und Rückschritte


Sizzla will am Chiemsee auftreten

Und es gebe ja auch Erfolge: "Ich fand es (…) zum Beispiel beeindruckend, dass Shaggy bei seinem großen Benefizkonzert im Januar in Kingston seinen Kollegen Bounty Killer der Bühne verwies, als der mal wieder zum Schwulenbashing ansetzte", so Beck. "Das zeigt Zivilcourage und macht auch deutlich, dass nicht 'der Reggae' schwulenfeindlich ist, sondern nur einige wenige Interpreten."

In den letzten Jahren habe es gute Gespräche mit Künstlern und Branchenvertretern gegeben, so Beck weiter. "Umso mehr ärgert mich dann eine Presseerklärung des 'Reggae Chiemsee Summer', die Sizzla 'bewusst eingeladen' haben, gerade weil er wegen seiner homophoben Äußerungen kritisiert werde." Das sei "eine Solidarisierung mit dem Falschen". Ende August soll der Sänger dort auftreten (queer.de berichtete), vor rund 25.000 Musikfans.

Auf die Frage von Mackenrodt, wie die Reggae-Szene weiter an einer Entspannung der Situation arbeiten könne, sagte Beck: "Ich hoffe, dass die Fanszene selbst Aktionen startet um sich mit den homophoben Künstlern auseinander zu setzen – und Druck macht auf unverantwortliche Veranstalter wie dem 'Chiemsee Summer'". Fans könnten hier "glaubwürdig Stellung beziehen" und deutlich machen, dass ihre Musik nicht in Verruf gebracht werden solle. (nb)

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#1 KonstantinEhemaliges Profil
  • 21.07.2010, 18:10h
  • diese rastas sind viel zu bekifft, um sachliche argumente zu verstehen. hat man hier ja schon oft genug erlebt!
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#2 Malte_MackenrodtAnonym
  • 21.07.2010, 18:44h
  • Vielen Dank für die schnelle Veröffentlichung, und die Verlinkung des vollen Interviews nebst Nennung unserer unkommerziell und ehrenamtlich arbeitenden Seite. Wir freuen uns über jede_n Besucher_in und hoffen, auf diese Weise zu einem Fortschritt in der Diskussion beitragen zu können.
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#3 Stammzahn_Kiki
  • 21.07.2010, 22:10h
  • ich finde das sehr gut das sich jetzt auch die Politik dazu äußert aber Vorsicht oft wird auch ganz gern wider alle Reggae Künstler unter ein Hut gesteckt, es ist auch nicht nur der Reggae Künstler an sich sondern auch teilweise die Soundsystems die Lieder spielen ohne es zu merken oder darüber Gedanken zu machen.
    Blöd erweise wird aber nicht bedacht das es schon Leute gibt die sich dagegen angaschieren wie z.b.
    www.reitschule.ch/reitschule/stopmurdermusic/
    oder Soundsytem wie auch Künstler die gegen Homophobie vorgehen und Leute rausschmeißen .

    in dem Sinn
    www.youtube.com/watch?v=pLR5pJINNB4
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