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- 23. Juli 2010 2 Min.

Kai Hähner muss auch Kritik aus der eigenen Partei ertragen.
In Sachsen regt sich Widerstand von allen Seiten gegen die Äußerungen von Kai Hähner (CDU), der in einer E-Mail Schwulen "Abnormalität" vorgeworfen hatte. Auch Parteifreunde distanzieren sich.
Der Lokalpolitiker hatte in dem Schreiben, aus dem queer.de am Donnerstag zitierte, den CSD-Organisatoren mit einer Klage gedroht, da Kinder und Jugendliche durch die Veranstaltung zur Homosexualität "verleitet" werden könnten. Die SPD und die Linkspartei in Sachsen zeigten sich am Freitag empört: "Erzkonservative CDU-Mitglieder sind in Sachsen leider keine Seltenheit", erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel. Hähner habe aber eine Grenze überschritten: "Er stellt sich demonstrativ gegen die legitimen Rechte von Minderheiten und bedroht obendrein Toleranz, Vielfalt und Aufklärung mit Klagen." Nicht die Lebensweisen von Lesben und Schwulen seien anormal, sondern die Einstellungen Hähners, erklärte Friedel.
Für die Linkspartei handelt es sich bei der Mail Hähners schlicht um "unerträgliche homophobe Äußerungen". Die Aussagen zeigten, dass der Hass auf Nicht-Heterosexuelle nach wie vor Realität in Deutschland sei, erklärte Fabian Blunck, Sprecher der Linken-Landesarbeitsgemeinschaft Queer Sachsen. Es müsse geprüft werden, ob hier der Tatbestand der Volksverhetzung greife. "Dass Kai Hähner kein politisches Amt mehr bekleiden sollte, liegt auf der Hand", sagte Blunck.
Parteifreund Kretschmer: Äußerungen "indiskutabel"

Michael Kretschmer (CDU)
Auch der sächsische CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer distanzierte sich von den Äußerungen seines Chemnitzer Parteifreundes. Kretschmer erklärte gegenüber MDR 1 Radio Sachsen, Hähners Aussagen seien "indiskutabel". Der 35-Jährige unterstrich, dass es sich dabei allein um die Privatmeinung Hähners handle und nicht die der sächsischen Christdemokraten. Auch andere ostdeutsche CDU-Politiker haben Unmut über Hähner geäußert.
Kritik kam auch von den Jungliberalen: Die Aussagen seien ein "Angriff auf eine liberale und tolerante Gesellschaftsordnung, erklärte Marcus Viefeld, Chef des FDP-Jugendverbandes in Sachsen.
Hähner und CSD Leipzig überrascht
Hähner selbst gab sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa "überrascht, was das für Wellen geschlagen hat". Die nicht als öffentliche Äußerung gedachte interne Mitteilung habe er "bewusst provokativ geschrieben, um eine Reaktion zu bekommen".
Der CSD in Leipzig erklärte, er habe auf die Äußerungen von Hähner zunächst "deeskalierend" reagiert und das Gespräch gesucht, da sich "Vorurteile nur durch Aufklärung und Diskussion, aber niemals durch (mediales) Bloßstellen abbauen lassen". Dass die Geschichte publik wurde, sei "äußerst unangenehm". Allerdings entzünde sich die öffentliche Empörung "zu Recht". (dk)
Nachtrag, 18.20h: Hähner, CSD Leipzig
Links zum Thema:
» Erklärung des CSD Leipzig
Mehr zum Thema:
» CDU-Politiker: CSD "verleitet" Jugendliche (22.7.2010)















Der wird auch so schnell nicht reagieren. Er glaubt sich im Recht. Prinzipiell steht jedem seine PERSÖNLICHE Meinung zu. Aber in einem Amt muss man: 1.) für die Wähler sprechen und 2.) nachdenken können (bevor man die Klappe aufmacht oder - noch viel wichtiger, etwas niederschreibt).
Anscheinend kann er beides nicht. Gut, dass sich auch „Parteifreunde“ von ihm abwenden. Ich glaube, selbst der durchschnittliche CDU-Wähler ist nicht so homophob wie der Herr Hähner.
Ist das Foto eigentlich ein offizielles? Oder habt ihr ein extra hübsches ausgegraben? Das Bild sieht ja aus, als ob man auf der Wache eins von ihm geschossen hat, vielleicht nachdem er wie George Michael Kontakt zur Exekutive hatte...