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- 28. Juli 2010 2 Min.

Demo der Pius-Brüder beim CSD Stuttgart (2008)
Die katholische Pius-Bruderschaft ruft für Samstag "Katholiken, und überhaupt alle Christen" auf, anlässlich des CSDs in Stuttgart gegen Schwule und Lesben auf die Straße zu gehen.
Seit 2007 protestierten die Traditionalisten in einer "Mahnkundgebung für Gottes Gebote" gegen die CSD-"Kernaussage", die nach Ansicht der Pius-Brüder lautet: "Es gibt weder Gott noch Gebote, alles ist erlaubt!". Der Protest sei nach Angaben der Eiferer nach wie vor nötig, da Homosexuelle nicht weniger als die "die Zerstörung der Sitten und Werte in unserer Heimat" betrieben, schreiben die Pius-Brüder in ihrer Demo-Einladung.
Den CSD-Besuchern wollen die Eiferer so die Augen öffnen: "Es soll den Menschen klar werden: Handlungen und Taten können lebenszerstörend sein - auch wenn sie vordergründige Befriedigung zu geben scheinen - , namentlich jene, die Gottes Gebote missachten".
Im vergangenen Jahr haben die rund 100 demonstrierenden Christen ein Verbot von Homosexualität gefordert (queer.de berichtete). Nach Ansicht der Hardliner soll der Paragraf 175 in der Nazi-Fassung von 1935 wieder eingeführt werden.
Schön wär´s

CSD-Plakat 2010
Die Politparade des CSDs in Stuttgart startet dieses Jahr am Samstag um 16 Uhr in der Böblinger Straße (U-Bahn-Station Schreiberstraße). Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Schön wär's". Damit soll darauf hingewiesen werden, dass Schwulen und Lesben nach wie vor Rechte vorenthalten werden. Diese Diskriminierung sei in der Öffentlichkeit kaum bekannt. So können sich gleichgeschlechtliche Paare in Baden-Württemberg nicht generell im Standesamt verpartnern - in den 15 anderen Ländern ist das möglich. Schirmherrin ist Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).
Die Pius-Bruderschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Sie ist aber 1988 wegen illegalen Bischofsweihen aus der Mutterkirche ausgeschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm der deutsche Papst die Exkommunikation zurück, obwohl radikale Ansichten der Organisation bekannt waren. So leugnet ein Teil der Pius-Brüder den Holocaust. (dk)
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