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  • 04. August 2010 21 2 Min.

Sizzla will am am 29. August beim Chiemsee Reggae Summer in Oberbayern auftreten.

J-FLAG unterstützt den LSVD und andere Homo-Gruppen in ihrem Kampf gegen homophobe Texte in der jamaikanischen Dancehall-Musik.

Die 1998 gegründete Homo-Gruppe, die wegen des bestehenden Homo-Verbots nicht offen auf der Insel auftreten kann, dankt Partnern in Nordamerika und Europa für die gemeinsame Kampagnen "Stop Murder Music". Sie wendet sich gegen bestimmte Interpreten von Dancehall-Reggae, die in ihren Liedern zur Ermordung von Homo­sexuellen aufrufen. Dazu gehören etwa Sizzla, Elephant Man oder Bounty Killer. "J-FLAG unterstützt die Anstrengungen des LSVD und anderer Gruppen, die anstreben, dass sich Künstler wegen Anstiftung zur Gewalt verantworten müssen, wenn sie Hass in ihren homophoben Texten verbreiten", so J-FLAG in einer Stellungnahme. Die Texte dürften nicht dazu beitragen, "andere Kulturen zu beeinflussen".

Veranstalter sehen Proteste gegen Dancehall als "Zensurbestrebungen"

Viele deutsche Veranstalter haben allerdings mit den Mordaufrufen kein Problem oder leugnen diese schlicht. So wertet der Chiemsee Reggae Summer den für Ende August geplanten Auftritt von Sizzla als Beitrag im Kampf gegen "verfassungswidrige Zensurbestrebungen". Die kritisierten Liedtexte seien "komplett aus dem Zusammenhang gerissen ... und nicht 1:1 aus dem jamaikanischen Patois (jamaikanisches Kreolisch, Red.) übertragbar".

Dabei hat Sizzla - und das verschweigen die deutschen Veranstalter - erst vor wenigen Monaten den "Reggae Compassionate Act" aufgekündigt (queer.de berichtete). Seither singt er wieder Lieder mit Textzeilen wie "Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe". Sizzla begründet diese Aussagen mit der Bibel, in der Homosexualität verurteilt werde.

Auch wenn sich J-FLAG für ein Auftrittsverbot der Hass-Sänger ausspricht, lehnt die Gruppe weitere Boykottaufrufe gegen Jamaika ab (queer.de berichtete). Dieser würde auf der Insel dazu missbraucht werden, Schwule und Lesben zu verunglimpfen, fürchten die Aktivisten. (dk)

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.08.2010, 15:37h
  • Da kann der LSVD froh sein, daß er in Übersee so einen Unterstützer gegen Homophobie gefunden hat!
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#2 FloAnonym
  • 04.08.2010, 17:54h
  • Manche behaupten ja gerne, diese Boykotte würden den Menschen in Jamaika gar nichts bringen.

    Diese werden hier eines besseren belehrt. Wenn selbst jamaikanische Schwule Auftrittsverbote hier in Europa befürworten und fordern, zeigt das ja wohl, was man damit bewirken kann. Und mal ganz abgesehen davon: selbst wenn das nicht so wäre, ist das kein Grund solchen Faschisten hier auch noch ein Forum zu bieten.

    "Viele deutsche Veranstalter haben allerdings mit den Mordaufrufen kein Problem oder leugnen diese schlicht."

    Ja klar, denen geht es ja nur um Kohle. Die würden wahrscheinlich auch Nazibands auftreten lassen, wenn die Kohle stimmt und wenn das nicht gesellschaftlich viel stärker geächtet wäre als homophober Reggae.

    Ich wüsste auch mal gerne wie man Textzeilen wie z.B. "Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe" aus "dem Zusammenhang reißen" kann. Zumal die betreffenden Interpreten ja auch im direkten Gespräch ihre Homophobie bestätigen.

    Und dann immer dieses hilflose Schreieb nach Zensur: jeder, der das anführt, sollte erst mal lernen, was demokratische Rechte sind und was Zensur wirklich heißt!!

    Freiheitsrechte wie freie Rede heißen nämlich nicht, dass man alles darf. Man darf z.B. nicht zum Mord aufrufen und dass dann als freie Rede verkaufen wollen. Das wäre geradezu eine Pervertierung der Grundrechte. Denn Rechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihren Rechten eingeschränkt werden. Ansonsten hätten wir Anarchie und das Recht des Stärkeren.

    Was wir brauchen ist zweierlei:
    1. Die Gesellschaft muss noch mehr darüber aufgeklärt werden, damit diese homophoben Reggae-Sänger genauso geächtet werden wie Nazibands.

    2. Da es immer rückgratlose Veranstalter geben wird, die sich für sowas nicht interessieren und nur Geld im Auge haben, brauchen wir auch rechtliche Regelungen, die Auftritte von Hass-Sängern (egal ob Nazibands oder homophober Reggae und egal gegen wen sich der Hass richtet) ein für allemal verbieten. Und das am besten europaweit.

    Hass, Gewalt- und Mordaufrufen darf kein Forum gegeben werden!!

    Das hat auch nichts mehr mit freier Rede o.ä. zu tun, sondern ist eine Pervertierung von Grundrechten. Insofern ist die Unterbindung auch keine Zensur!
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#3 ManggeiProfil
  • 04.08.2010, 18:47hÜbersee
  • Auszug aus Chiemsee Reggea Summer Homepage:

    Sizzla beim Chiemsee Reggae SummerSizzla Kalonji ist unbestritten eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Figuren in der Reggae- und Dancehall-Szene. Beim Chiemsee Reggae Summer feiert der Jamaikaner 2010 seinen einzigen Festival-Auftritt in Deutschland.

    Der Chiemsee Reggae Summer distanziert sich ganz klar von Homophobie und homophoben Texten, Lieder mit homophobem Inhalt werden nicht aufgeführt.
    >>>>> Das geht auch ganz klar aus der Presseerklärung hervor, die nach Buchung des Künstlers Sizzla Kalonji veröffentlicht wurde: „Wir sind für Kunstfreiheit, wir sind für Meinungsfreiheit, den Respekt vor anderen Kulturkreisen und wir sind gegen verfassungswidrige Zensurbestrebungen. Selbstverständlich achten wir und alle auftretenden Künstler darauf, dass beim Chiemsee Reggae Summer die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland eingehalten werden.“>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Und wer protestieren will , der verlässt halt am Sonntagabend um 21 Uhr das
    Chiemsee Reggae Summer Festival
    >>Sonntag, 29.08.2010 Sizzla 21:30 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
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