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  • 06. August 2010 13 2 Min.

Sex, Drogen und Gewalt: Jockel und Stefan leben in einer Wagenburg in Berlin-Kreuzberg

Zeitgleich zu "Postcard to Daddy" erscheint auch Michael Stocks sexy Debütfilm "Prinz in Hölleland" wieder auf DVD - ein schwules Punker-Drama um Drogen und Sex.

Von Carsten Weidemann

Berlin, Anfang der 1990er. Jockel und Stefan sind ein Paar, wie viele sind sie aus der Provinz gekommen, um hier ein freieres und geiles Leben zu führen. Sie wohnen auf dem Bauwagenplatz, haben Affären, gehen beide auch mal mit Mitbewohner Micha ins Bett, hängen zwischen den Junkies am Kottbusser Tor herum. Jockel hat gerade das Heroin entdeckt - und zwischen Highsein und Entzugserscheinungen verliert er allmählich Stefan, die Freiheit und das Glück aus den Augen.

Sein Freund, der Narr Firlefanz, erinnert an das Märchen vom Prinz in Hölleland, der den schönen, tapferen Müllersbuschen liebt, aber vom Pulver des bösen Zauberers Ätschibätschi auf den falschen Weg gebracht wird. Diese Geschichte geht gut aus und der König gibt am Ende seine Einwilligung zur Heirat. Das wahre Leben von Jockel und Stefan hält dagegen kein Happy-End parat.


Ein dreckiges, direktes, aber auch sehr poetisches Szene-Drama

Der Debütfilm von Michael Stock ("Postcard to Daddy") ist ein dreckiges, direktes, aber auch sehr poetisches Szene-Drama - entstanden nach dem Fall der Mauer als alternatives Filmprojekt einiger Bewohner einer Wagenburg, die auch als Darsteller fungierten. Fassbinder-Star Harry Baer und Sängerin Andreja Schneider haben Gastauftritte. Die ungeschönte Sprache und unverblümte Erotik war damals neu im deutschen Film. Dass mit Berliner Filmförderung solche "Ergüsse auf Zelluloid gebannt werden" konnte, erzürnte eine Kritikerin des katholischen Filmdiensts. Bravo titelte: "Homo­sexuelle Liebe zerbricht am Rauschgift". Doch zwischen den USA und Japan war man überall von dem kleinen sexy Indie-Film aus Germany begeistert.

"Prinz in Hölleland" ist gleichzeitig ein szenegeschichtliches Dokument, denn der Film zeigt Kreuzberg, wie es einmal war. Und lädt ein in vergangene Orte wie das Café Anal oder die legendäre O-Bar...

Prinz in Hölleland, Spielfilm, Deutschland 1993, Regie: Michael Stock, Schauspieler: Michael Stock, Stefan Laarmann, Harry Baer, FSK: 16, Sprache: Deutsch, Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Länge: 90 min, Salzgeber Medien

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Galerie:
Prinz in Hölleland
6 Bilder
-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.08.2010, 11:52h
  • Kreuzberg kenne ich noch aus dem Song "Cut off the top" von den Beatsteaks. Da ruft jemand am Ende des Songs "Kreuzberg, Kreuzberg"! Und vor allem sind ja die Nächte in Kreuzberg - einem Blödelbardenschlager zufolge - sehr lang!
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#2 SchrottboykottAnonym
#3 UweBerlin
  • 06.08.2010, 12:45hBerlin
  • Ja in Kreuzberg gab es vor Jahren schon geniale Bars, Klein-Discos wie die Oranienbar, Cafe Ana, Drama.
    Leider alles nicht mehr vorhanden und Berlin entwickelt sich zu einer teuren Touristenstadt, weil sich die fertigende Industrie nach Osteuropa nebenan verabschiedet hat.

    Aus der guten Lage inmitten Europas hatte Diepgen leider politisch nichts Gutes gestaltet in seiner Amtszeit.
    Wowereit holt zumindest eben besagte Touristen und etwas Modeszene heran. Viel mehr bleibt auch nicht.

    In Sachen Wasser Berlin bitte mitmachen bei

    www.berliner-wassertisch.net/
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