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- 13. August 2010 2 Min.

Ž. wollte nach eigenen Angaben den Angegriffenen eine Lektion erteilen
Die Belgrader Polizei hat einen jungen Mann verhaftet, der zwei deutsche Touristen mit einem Messer angegriffen und ausgeraubt haben soll - offenbar aus Schwulenhass.
Die Beamten sind überzeugt, dass Kristijan Ž. den 18-jährigen Dominik M. und seinen minderjährigen Begleiter in der Nacht zum Donnerstag im Touristenresort Ada Ciganlija, einer Flussinsel im Stadtzentrum von Belgrad, brutal überfallen hat. Bei der Verhaftung in der Wohnung des mutmaßlichen Täters fanden die Beamten die Tatwaffe und die Beute des Überfalls.
Der 18-jährige Ž. hatte den beiden Jungen Goldketten, Handys und Geld entwendet. Dominik M. erlitt bei dem Übergriff eine schwere Messerverletzung im Rücken und gebrochene Rippen. Mittlerweile habe sich seine Lage stabilisiert, berichtet "B 92". Die Ärzte bewerten es offenbar als Erfolg, dass das Gewaltopfer inzwischen mit ihnen kommunizieren kann. Der jüngere Begleiter erlitt leichte Verletzungen und konnte das Krankenhaus verlassen.
Die beiden Deutschen hätten ausgesehen "wie Mitglieder der schwulen Bevölkerung", sagte der mutmaßliche Täter zu seiner Motivation bei der Vernehmung durch die Polizei, berichten örtliche Medien. Ž. gab demnach weiter an, die beiden Jugendlichen hätten sich an der Promenade umarmt und Händchen gehalten (in einem Bericht ist auch von Küssen die Rede), als er mit Freunden an einer Bar saß. Da habe er den Beschluss gefasst, ihnen "eine Lektion" zu erteilen.
Unangekündigter Angriff
Augenzeugenberichten zufolge kam der Angriff für die beiden Opfer unangekündigt und von hinten. Passanten kamen ihnen schnell zur Hilfe, ein Rettungswagen war daher umgehend vor Ort. Der oder die Täter (laut Aussagen ist ein gemeinschaftlicher Angriff nicht auszuschließen) waren da schon längst geflüchtet.
Von dem mutmaßlichen Täter Ž. wurde bekannt, dass er wegen Gewalttaten vorbestraft ist und kürzlich einen Job als Türsteher verloren hatte. Er war bei Facebook Mitglied einer christlich-orthodoxen Gruppe, die öffentlich einen CSD in Belgrad abgelehnt hatte. Auf einem Profilfoto ist er in Drohhaltung mit einem Gewehr zu sehen.
Belgrads Bürgermeister Dragan Djilas hat die Tat verurteilt, auch örtliche Medien berichten ausführlich in besorgten bis verärgerten Ton über den Vorfall. Ob die Tatopfer selbst tatsächlich schwul sind, spielt bei der Empörung keine Rolle.
Eine Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass über die Hälfte der Bevölkerung Homosexualität als eine Gefahr für die Gesellschaft ansieht (queer.de berichtete). Der CSD im letzten Jahr wurde nach Drohungen abgesagt (queer.de berichtete), er war von Vertretern der orthodoxen Kirche als "Marsch der Schande" bezeichnet worden. Beim ersten und bisher einzigen CSD in Belgrad hatte es 2001 Ausschreitungen gegeben. (nb)















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