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- 18. August 2010 2 Min.

German Sterligow wünscht Schwulen und Lesben den Tod. (Bild: Wiki Commons / Sergey Sharapov / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL)
In einem Radiointerview erklärte der frühere Oligarch German Sterligow, dass die Bibel den Tod von Schwulen und Lesben fordere.
Sterligow, der nach dem Fall des Sowjetreiches als einer der ersten Geschäftsmänner des Landes ein Vermögen machte, wurde nach einem Bericht von UK Gay News in der Sendung "Kulturschock" gefragt, was er "nicht nur mit Atheisten, sondern auch mit Schwulen und Lesben" zu tun gedenke. Der 43-Jährige antwortete: "Wie es bei Apostel Paulus geschrieben steht: Das Blut sei auf ihnen". Dieser Bibelsatz betreffe auch heutige Homosexuelle, sagte der überzeugte Christ. Daraufhin fragte ein Gast der Radiosendung verwundert: "Heißt das, sie zu töten?" Sterligow: "Ja, klar".
Vor diesem Wortwechsel hatte Sterligow erklärt, dass er Homosexuelle nie einen Job anbieten würde: "Wenn es je ein Gesetz geben würde, dass mich dazu zwingt, Homosexuelle einzustellen, würde ich es missachten." Für ihn würden nur "die Gesetze Gottes" gelten, die über den "Gesetzen der Menschen" stehe: "Wenn sie übereinstimmen, achte ich [die Gesetze der Menschen]. Wenn nicht, spucke ich auf sie."
Sterligow ist ein Anhänger der russisch-orthodoxen Kirche und in Russland für seine kompromisslosen Ansichten bekannt. Anfang der 1990er zu Reichtum gekommen, gab er vor fünf Jahren sein gewohntes Leben auf, um in ein Dorf zu ziehen und als Kleinbauer zu seinen Unterhalt zu bestreiten. Er fordert die russische Gesellschaft auf, dem Gewinnstreben abzuschwören und eine nationalistische Agrargesellschaft auf Grundlage der Bibel zu errichten.
Homo-Aktivist bereitet Klage vor
Homo-Aktivist Nikolai Baew erklärte, er plane eine Klage gegen Sterligow, weil dieser zur Gewalt gegen Schwule und Lesben aufrufe: "In seinen eigenen vier Wänden kann er seine homophoben und ausländerfeindlichen Ideen predigen. Aufrufe zur Gewalt in der Öffentlichkeit sind aber in Russland verboten", sagte der Aktivist.
Es gibt mehrere Stellen in der Bibel, die von fundamentalistischen Christen als Entschuldigung für die Diskriminierung oder Ermordung von Schwulen herangezogen werden. Im Römerbrief des Paulus heißt es etwa, dass "Mann mit Mann Schande getrieben" haben. Wahrscheinlich hat sich Sterligow aber in seinem Zitat auf das 3. Buch Mose (Levitikus) bezogen, in dem es heißt: "Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen." Weniger radikale Christen sehen in diesem Satz, der für die Schwulenverfolgung in christlich kontrollierten Ländern mitverantwortlich ist, nicht eine Verurteilung von Homosexualität sondern von sexueller Gewalt. (dk)
Links zum Thema:
» FAZ-Bericht über Sterligow (2009)














