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  • 18. August 2010 21 2 Min.

Bürgermeister Marcelo Ebrard steht wegen seiner Unterstützung der Ehe-Öffnung in der Kritik.

Ein katholischer Kardinal behauptet, Bürgermeister Marcelo Ebrard habe Verfassungsrichter bestochen, um die Ehe-Öffnung durchzusetzen - nun setzt sich der Sozialdemokrat mit einer Verleumdungsklage zur Wehr.

Kardinal Juan Sandoval Íñiguez hatte am Sonntag erklärt: "Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Richter von Ebrard bestochen worden sind, ebenso wie von internationalen Organisationen" (queer.de berichtete). Er benutzte dabei einen mexikanischen Ausdruck, der Korruption als Fütterung von Nutztieren umschreibt. Der Erzbischof von Guadalajara, der 1994 zum Kardinal ernannt worden war, reagierte mit dieser Aussage auf die Entscheidung des höchsten mexikanischen Gerichts, die in Mexiko-Stadt beschlossene Ehe-Öffnung für verfassungsgemäß zu erklären.

Leticia Bonifaz Alfonzo, juristische Beraterin des Bürgermeisters, erklärte, dass der Kardinal das Recht auf freie Meinungsäußerung missbraucht habe. Er solle entweder Beweise für seine Anschuldigung vorlegen oder müsse als Lügner überführt werden. Zuvor hatte Bürgermeister Ebrard den Kardinal ultimativ aufgefordert, sich zu entschuldigen.

Katholische Kirche unterstützt Kardinal


Kardinal Juan Sandoval Íñiguez glaubt, die Öffnung der Ehe gefährde heterosexuelle mexikanische Familien.

Die katholische Kirche stellte sich dagegen demonstrativ hinter ihren Kardinal. In einer Pressemitteilung bekundete die mexikanischen Bischofskonferenz ihre "Solidarität" mit Sandoval Íñiguez. Man werde ihn auch weiterhin in seinem Kampf gegen die Homo-Ehe unterstützen. "Wir bedauern, dass wir als intolerant dargestellt werden, wenn wir unsere Meinung sagen", heißt es in dem Text. "Wir haben unseren Widerstand gegen die Entscheidung des obersten Gerichtshofs geäußert und berufen uns dabei auf das Recht auf freie Meinungsäußerung."

Die rund neun Millionen Einwohner zählende mexikanische Hauptstadt hatte bereits 2007 eingetragene Partnerschaften mit begrenzten Rechten eingeführt. Im Dezember 2009 beschloss der Stadtrat schließlich, Schwulen und Lesben das Eherecht nicht länger zu verweigern (queer.de berichtete). Auch andere Regionen in Mexiko müssen die in der Hauptstadt geschlossenen Ehen anerkennen. Bürgermeister Ebrard gilt als einer der Architekten des Gesetzes. Der Politiker der Partido de la Revolución Democrática (PRD) ist ein aufsteigender Star der Linken. Der 50-Jährige will 2012 bei Präsidentschaftswahl antreten und Nachfolger des konservativen Homo-Gegners Felipe Calderón werden. (dk)

-w-

#1 XDAAnonym
  • 18.08.2010, 16:40h
  • Lügen verstößt gegen die 10 Gebote, aber spätestens seit Mixa weiß auch der Letzte, dass es die kath. Kirche die 10 Gebote nicht wirklich ernst nimmt.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 18.08.2010, 16:53h
  • "Wir haben unseren Widerstand gegen die Entscheidung des obersten Gerichtshofs geäußert und berufen uns dabei auf das Recht auf freie Meinungsäußerung."

    Ja, genau da liegt das Problem.

    Demokratische Meinungsäußerung und antidemokratische Verbreitung menschenfeindlicher Gesinnungen sowie die Beförderung von Hass und Diskriminierung sind zwei völlig verschiedene Dinge, die endlich per Gesetz explizit und unmissverständlich auseinander gehalten werden müssen.

    In manchen Ländern geht es in dieser Hinsicht voran, in anderen nicht.
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#3 Katrin
  • 18.08.2010, 17:21h
  • Ich stelle verblüfft fest, dass die katholischsten Länder auch die progressivsten in Homofragen sind. Dabei meine ich nicht die absolute Position auf einer Skala, sondern was in den letzten 10-20 Jahren erreicht wurde.
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