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- 18. August 2010 3 Min.

Trotz vieler Vorurteile stets gut gelaunt: Dr. Laura Schlessinger
Über Jahre hat die konservative Biologin Laura Schlessinger in ihrer Radiosendung gegen Schwule und andere Minderheiten gehetzt – nach einem taktlosen Wortschwall ("Nigger, Nigger, Nigger") ist ihre Talkshow nun abgesetzt worden.
Von Dennis Klein
"Die große Mehrheit der homosexuellen Bevölkerung hat es wie ein Raubtier auf kleine Jungs abgesehen." – "Wenn Sie schwul oder lesbisch sind, ist das ein biologischer Fehler, der verhindert, dass Sie normal mit dem anderen Geschlecht umgehen können." – "Schwule sind abartig." Drei Zitate aus der Radiosendung "Dr. Laura Program", die seit 1994 ausgestrahlt wird. Bis jetzt die Show wochentäglich auf mehr als 200 Radiosendern – doch bald ist Schluss.
Jahrelange Proteste von Homo-Aktivisten haben die Radioshow nicht verhindern können. Aber nun hat sich Schlessinger selbst ein Bein gestellt: In ihrer Sendung vom 10. August beschwerte sich eine schwarze Anruferin darüber, dass ihr weißer Ehemann ständig rassistische Ausdrücke gebraucht, darunter auch das "N-Wort". Schlessinger antwortete unbedarft: "Schwarze Typen sagen das doch auch die ganze Zeit. Schalten Sie doch [den Fernsehsender] HBO ein und hören einem schwarzen Komiker zu. Alles, was sie hören, ist Nigger, Nigger, Nigger." Laut Schlessinger ist es unfair, dass Menschen "mit nicht genug Melanin" das Wort nicht gebrauchen dürften. In der Sendung sagte sie den sonst gewöhnlich mit einem Piepston unterlegten Begriff elf Mal. Ihrer Anruferin riet sie, etwas lockerer zu sein und rassistische Sprüche nicht so ernst zu nehmen.
"Ich habe etwas falsch gemacht"

Auf ihrer Website gibt Dr. Laura am liebsten Ratschläge für weibliches keusches Verhalten.
In den Vereinigten Staaten, in denen es in der Vergangenheit immer wieder zu Rassenunruhen gekommen ist, war das doch zu starker Tobak. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich die Radiokommentatorin auf ihrer Website: "Ich habe etwas falsch gemacht", verkündete sie demütig. Doch ihre Show ist sie nun los. Bei Larry Kings CNN-Talkshow sagte Schlessinger wenige Tage später, dass sie ihren Vertrag "nicht verlängern" werde – und präsentierte sich – nicht zum ersten Mal – als Opfer: "Als ich mit dem Radio angefangen habe und etwas Kontroverses sagte, haben die Leute mit mir debattiert. Heute wollen sie mich mundtot machen", maulte Schlessinger. Sie wolle aber auch nach der Radioshow weiter für ihr "Recht auf freie Meinungsäußerung" kämpfen, etwa in ihrem Internetblog.
"Dr. Laura" gilt als eine der ältesten Stimmen des konservativen "Talk-Radios". Ihre Positionen begründet die Tochter eines Juden und einer Katholikin stets mit der Religion. Von 1998 bis 2003 bezeichnete sie sich als orthodoxe Jüdin, später schien sie sich mehr auf evangelikale Christen zu berufen. So beschimpfte sie im Dezember 2006 einen Rabbi, der gefordert hatte, auf dem Flughafen Seattle neben einem Weihnachtsdekoration eine siebenarmige Menora als Symbol für das zur Weihnachtszeit stattfindende jüdische Lichterfest zu stellen. Schlessinger fand das so ungehörig, dass sie ankündigte, in ihrer eigenen Wohnung einen Weihnachtsbaum aufzustellen.
Sehnsucht nach der "guten alten Zeit"

Erfolgreichster Rechts-Talker ist der Studienabbrecher Rush Limbaugh
Die "Talk Radio"-Sendungen laufen praktisch immer nach dem selben Muster ab: Auf hunderten Radiosendern beschweren sich meist ältere männliche Kommentatoren darüber, wie schlecht die Welt geworden ist und träumen sich in die "gute alte Zeit" vor Homo-Rechten oder schwarzen Politikern zurück. Der bekannteste und populärste ist Rush Limbaugh, der 2009 einen Vertrag über 400 Millionen Dollar(!) mit einer Radiokette abgeschlossen hat. Schlessinger war lange Zeit die Nummer zwei im Talk-Radio. In den letzten Jahren hat sie viele ihrer Zuhörer jedoch an den "Fox News Channel" verloren. Dennoch verdiente sie mit ihrer Radiosendung und diversen Ratgeber-Büchern stattlich.
Es wird spekuliert, dass Schlessinger versuchen wird, als Fernsehkommentatorin Schritt zu fassen. Allerdings ist ihr das vor zehn Jahren schon einmal misslungen – dank des Einsatzes vieler Homo-Aktivisten: Der Konzern Paramount Television ("Raumschiff Enterprise", "MacGyver") plante damals eine Nachmittagstalkshow mit Schlessinger. In der Aktion Stop Dr. Laura protestierten tausende öffentlichkeitswirksam gegen die Biologin, die Schwule als "biologischen Fehler" bezeichnet. Paramount wurde die Sache zu heiß – die Sendung wurde sofort abgesetzt.













Aber: Wieso ruft eine Schwarze auch bei der Eule an, da kann man sich doch schon denken, dass nur Mist dabei rauskommt.