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  • 21. August 2010 59 2 Min.

Will im Steuerrecht weiterhin diskriminieren: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (Bild: Medienmagazin pro / flickr / by 2.0)

Koalitionskrach in Berlin: Anders als Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lehnt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Gleichstellung homo­sexueller Lebenspartner mit Ehepaaren bei der Einkommensteuer ab.

Das jüngste Urteil des Bundes­verfassungs­gerichtes, wonach Eingetragene Lebenspartnerschaften bei der Erbschaftssteuer nicht mehr benachteiligt werden dürfen (queer.de berichtete), betreffe nicht die Einkommensteuer, sagte Schäuble dem Magazin "Focus". Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte sich bereits gegen eine weitere Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern mit heterosexuellen Eheleuten ausgesprochen (queer.de berichtete).

Nach Ansicht des Bundesfinanzministers lässt das Verfassungsgericht im Steuerrecht weiterhin Unterschiede zu, wenn dafür besondere Gründe vorliegen. "Ein solcher Differenzierungsgrund ist beim Ehe­gatten­splitting die Förderung der Ehe, insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern", sagte Schäuble: "Denn auch heute noch entfallen 90 Prozent der Splittingwirkung auf Ehepaare mit Kindern."

Anderer Meinung als Schäuble ist sein Parteifreund Peter Müller. Dem "Spiegel" sagte der saarländische Ministerpräsident, es gehe beim Splitting um die gemeinsame Besteuerung von Ehepartnern als Wirtschaftsgemeinschaft. "Unter diesem Blickwinkel gibt es natürlich gute Argumente dafür, dass auch gleichgeschlechtliche Paare in den Genuss des Ehegattensplittings kommen."

Ein Splitting-Vorteil für die rund 66.000 Homo-Ehen in Deutschland würde nach Berechnungen des Steuerwissenschaftlers Frank Hechtner von der FU Berlin kein besonders großes Finanzloch reißen. Die Steuerausfälle lägen bei etwa 145 Millionen Euro im Jahr. "Dieser Betrag erscheint im Vergleich zum gesamten Splittingvorteil von 33 Milliarden Euro recht gering", sagte Hechtner dem "Focus".

Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage sprechen sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland für eine völlige Gleichstellung schwul-lesbischer Partnerschaften mit der Ehe aus. Auf die Frage: "Soll man homosexuelle Partnerschaften rechtlich in allen Punkten mit der Ehe gleich stellen?" antworteten 66 Prozent mit Ja, 29 Prozent mit Nein. Befragt wurden 1.004 Bundesbürger am 18. und 19. August. (cw)

-w-

#1 ClementineAnonym
  • 21.08.2010, 13:18h
  • 10 % Ehegattenplitting ohne Kinder sind 10 % zuviel! Wir brauchen kein EGS für Homopaare, vielmehr ein KIndersplitting. Wer Kinder hat soll steuerliche Vergünstigungen bekommen, egal in welcher Konstellation die Eltern leben, aber kein EGS für kinderlose Paare, egal ob hetero oder homo.
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#2 aufpasserAnonym
  • 21.08.2010, 13:20h
  • Bevor jetzt hier jemand wieder die Union verteufelt: queer.de sollte auch erwähnen, dass sich Saarlands Ministerpräsident Müller (ebenfalls CDU) FÜR das Splitting ausgesprochen hat!

    Anm. d. Red.: Wir haben den Bericht bereits ergänzt.
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#3 KlofrauAnonym
  • 21.08.2010, 13:20h
  • Ach Gott: Schäuble, der Ewig-Gestrige, hat mal wieder aus der Gruft gesprochen. Folgende Worte erbrach er:

    "Ein solcher Differenzierungsgrund ist beim Ehegattensplitting die Förderung der Ehe, insbesondere im Hinblick auf ihre bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern"

    - ah ja ... deswegen erhalten ja auch kinderlose Ehepaare weiterhin problemlos das Splitting. Interessante Argumentation. Schäuble findet die Homo-Ehe scheiße und ist der Meinung, das Rechtsinstitut der Hetero-Ehe sei schon allein deswegen förderungswürdig, weil es so weihevoll klingt und eine so tolle Tradition hat. Mit Verlaub, das ist keine Argumentation, das ist Bullshit.

    Weiter geht's:

    "Denn auch heute noch entfallen 90 Prozent der Splittingwirkung auf Ehepaare mit Kindern."

    Schön. Und die anderen 10 Prozent erhalten die kinderlosen Ehepaare dann einfach so, aus Versehen - oder was? Rafft der Typ noch irgendetwas?

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    Wenn Homopaare das Splitting bekämen, würde jedes Paar (ich habe das mal ausgerechnet) im Schnitt pro Jahr ca. 2200 EUR mehr in der Tasche haben. Also pro Monat ca. 183 EUR.

    Aber das sind ja nur Peanuts, gell, Herr Schäuble? Wenn sich unsere "Leistungsträger" die Milliarden in die Taschen stopfen, was erdreisten sich da einige Berufsschwule, sich wegen der paar Kröten im Jahr in den Schlüpfer zu pieseln?

    Ich halte Schäubles Äußerungen für eine Unverschämtheit - für einen dreisten Schlag ins Gesicht all jener Schwuler und Lesben, die sich über diesen Steuervorteil sehr freuen würden, weil sie eben nicht hunderttausende im Jahr verdienen.

    Wenn ich darüber nachdenke, dass ich dieser Verbrecherregierung auch nur einen Cent mehr als nötig schenke, nur weil ich schwul bin und in einer ELP lebe, kommt mir die Galle hoch!

    Wo bleibt der Widerspruch von Schnarrenberger???
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