Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?12644
  • 27. August 2010 34 2 Min.

Das umstrittene Textbuch wird von Schülern der Sekundarstufe verwendet.

Eine polnische Homo-Gruppe hat die Regierung aufgefordert, ein Schulbuch zurückzuziehen, in dem Homosexualität als Krankheit dargestellt wird, die geheilt werden kann.

Die Organisation Stowarzyszenie "Pracownia Różnorodności" (Arbeitskreis für Diversity) beklagt, dass im Buch "Auf dem Weg ins Erwachsenenalter" der Mensch als gebürtiger Heterosexueller dargestellt wird, der durch schlechte, krank machende Einflüsse - etwa Vergewaltigung oder Porno-Konsum - zum Schwulen oder zur Lesbe mutiert. Auch wird ausführlich besprochen, dass nach christlichem Glauben homo­sexuellen Handlungen sündhaft seien.

"Das Buch schweigt aber über die Probleme der Homophobie und der Diskriminierung", erklärte Diversity-Sprecher Przemek Szczeplocki. "Dagegen verbreitet es die These, dass jemand seine Homosexualität einfach ablehnen kann und so zur 'Normalität' zurückkehrt." Damit trage dieses Buch, das im Familien- und Sexualkundeunterricht verwendet wird, zur Ablehnung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft bei. Zwar sei die "moderne" Ausgabe aus dem Jahr 2009 etwas liberaler, da es Homosexualität nicht mehr mit Inzest oder Kinderschändung gleichsetzt, allerdings verbreite es nach wie vor die selben diskriminierenden Thesen.

Bildungsministerium: Kein Grund zum Handeln

Ein Sprecher des Bildungsministeriums wies die Kritik der Homo-Gruppe am Schulbuch zurück. Man sei nicht verantwortlich für die schulischen Inhalte, so Grzegorz Zurawski: "Lehrer haben die Freiheit, ihre Textbücher selbst auszuwählen", erklärte der Sprecher. Homo-Aktivisten sollten sich daher lieber an Lehrerverbände oder Textbuchverlage wenden. "Wir können nicht einfach ein Buch verbieten, weil eine Gruppe von Menschen mit den dort dargestellten Theorien der Wissenschaftler ein Problem hat", so Zurawski.

Polen gehört zu den homophobsten Ländern in der EU. Laut einer Studie der Zeitung Rzeczpospolita vom März 2010 sprachen 79 Prozent der Bevölkerung gegen die Öffnung der Ehe und 93 Prozent gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus. (dk)

-w-

#1 FloAnonym
  • 27.08.2010, 13:39h
  • "Lehrer haben die Freiheit, ihre Textbücher selbst auszuwählen"

    Aha, auch wenn da erwiesenermaßen falsches drin steht?

    "Polen gehört zu den homophobsten Ländern in der EU."

    Es war ein historischer Fehler, Polen in die EU aufzunehmen, bevor sich da einiges geändert hätte. Jetzt ist natürlich der Druck weg, Dinge zu ändern. Die EU meint ja immer, wenn sie die Staaten aufnimmt und damit den Reformdruck aufgibt, würden sich die Dinge von selbst oder aus Dankbarkeit ändern.

    Die EU hat uns das eingebrockt, dann soll sie jetzt auch dafür sorgen, dass sich Polen endlich an EU-Regeln hält.

    Und vor allem darf der Fehler nicht noch mal gemacht werden, es wird ja schon bei weiteren homophoben Staaten über eine Aufnahme nachgedacht. Dann wären die Homophoben in der EU stark genug, um EU-weit (also auch hier) Dinge zu unserem Nachteil zu ändern und jeglichen weiteren Fortschritt zu blockieren. Schon jetzt sind die Homohasser in der EU mächtiger als manchen klar ist.
  • Direktlink »
#2 vingtans
  • 27.08.2010, 14:02h
  • mein freund ist gebürtiger pole,ich war schon öfter mit ihm in katowice und hab auch freunde dort...

    was dieser artikel nicht erwähnt ist das es eine junge,offene und tolerante generation von polen gibt!
  • Direktlink »
#3 MinkAnonym
  • 27.08.2010, 14:13h

  • Ich mache im Sept
    2 W Urlaub in Polonia. Bin mal gespannt...
  • Direktlink »