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- 27. August 2010 2 Min.

Wen lacht sich die Graugans heute an? (Bild: Mike Lawrence / flickr / by-sa 2.0)
Vögel lieben und leben gerne gleichgeschlechtlich, ohne auf Nachwuchs verzichten zu müssen, so das Fazit australischer Wissenschaftler, die erstmals an einer allgemeine Theorie über Homosexualität unter Vögeln arbeiten.
Professor Geoff MacFarlane von der University of Newcastle im Bundesstaat New South Wales hat insgesamt 93 Vogelarten untersucht. Er und seine Kollegen kamen zu dem Zwischenergebnis, dass nur fünf Prozent des sexuellen Verhaltens von Vögeln aufs gleiche Geschlecht ausgerichtet ist. Bei manchen Arten geht's aber eher zu Sache: So bestehen rund 20 Prozent aller Graugans-Paare aus zwei Männchen.
Generell hat demnach ein Männchen mehr Interesse an homosexuellen Handlungen, wenn es sich nicht um den Nachwuchs kümmern muss. Das traf vor allem auf Männchen in polygynischen Beziehungen zu - also bei "Vielweiberei". Manche Männchen stellen sicher, dass Weibchen befruchtet werden und dann die Jungen aufziehen - aber vertreiben sich ihre freie Zeit dann mit gleichgeschlechtlichen Spielchen. Das schwule Verhalten nimmt ab, je mehr sich ein verschiedengeschlechtliches Vogelpaar bei der Aufzucht des Nachwuches die Pflichten teilt. Bei Weibchen konnte bislang nur selten homosexuelles Verhalten beobachtet werden.
Schwule Allianzen
In manchen Arten werden nach Angaben von MacFarlane sogar "schwule Allianzen" gegründet. Mehrere Männchen schließen sich hier zusammen, um ihr Territorium gemeinsam zu verteidigen. Dabei zeigen die gleichgeschlechtlichen Paare das selbe Verhalten wie verschiedengeschlechtliche: Sie können auch ein Nest zusammen bauen, Junge großziehen (die natürlich von außen kommen) und viele Jahre miteinander verbringen.
MacFarlane erklärte, er wolle nun herausfinden, ob diese Verhaltensweisen auch in Primaten auftauchen. Die Ergebnisse sollen in Kürze in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour" veröffentlicht werden.
In der öffentlichen Debatte um Homosexualität unter Tieren sind in den vergangenen Jahren immer wieder Pinguine genannt worden, die in Zoos gleichgeschlechtliche Interessen zeigten. So stand der Bremerhavener Zoo 2005 in der Kritik, weil dieser weibliche Pinguine einfliegen ließ, um ein schwules Paar auseinander zu bringen (queer.de berichtete). Die Umpolungsversuche scheiterten jedoch. In den USA ist zudem ein Kinderbuch über schwule Pinguine auf Platz 1 der Liste der meistgehassten Bücher (queer.de berichtete). Konservative Aktivisten versuchten wiederholt, das Buch aus Bibiliotheken entfernen zu lassen. (dk)















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