Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=12677
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Homosexualität selten Thema in Sexualkunde


#1 joshiProfil
  • 02.09.2010, 16:46hBerlin
  • na was will man von dieser heteronormativen gesellschaft auch anderes erwarten? und das bildungssystem hängt ja nicht nur in diesem fall in den 30er jahren des vorigen jahrhunderts fest und bewegt sich eher richtung kaiserzeit als umgekehrt,man denke nur daran das jetzt 1.&2. klasse und 3.&4. klasse zusammen unterrichtet werden, das ist wie nach dem krieg....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 eMANcipation*Anonym
  • 02.09.2010, 16:57h
  • Wie man sieht, ist die deutsche Gesellschaft im Jahr 2010 so weit entfernt von sexueller Gleichberechtigung wie nie zuvor seit Ende der 1970er Jahre.

    Es ist ein unfassbarer Skandal, dass in der aktuellen Wiederholungsbefragung menschliche Sexualität von A bis Z mit Heterosexualität gleichgesetzt und zum ersten Mal seit Beginn der Untersuchungsreihe nicht einmal mehr auf homosexuelle Erfahrungen eingegangen wird.

    DAS ist also das Ergebnis unseres angeblichen Kampfes um Gleichberechtigung und Gleichstellung! Ich nenne es einen gigantischen Rollback und Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten!

    Hier wird deutlich, wie die so genannte Sexualwissenschaft, öffentlich finanziert, statt objektiver wissenschaftlicher Arbeit nichts anderes macht als ihre heterosexistischen Herrschaftsdiskurse zu kultivieren und sexuelle Herrschaftsverhältnisse zu zementieren, indem sie Homosexualität vollständig ausgrenzt und allen teilnehmenden Jugendlichen eine heterosexuelle Orientierung unterstellt.

    Kann es eigentlich eine perversere Form des sexuellen Missbrauchs an dieser Altersgruppe geben, deren Identitätsfindung unter den herrschenden Verhältnissen ja in den allermeisten Fällen gerade erst in vollem Gange ist? Eben dieses Recht auf Selbstfindung wird ihnen aber schon im Ansatz dieser "Studie" umfassend verwehrt!

    Was erlauben sich die Verantwortlichen eigentlich, eine solche Erhebung dazu zu missbrauchen, sexuell begründeten Rassismus zu befördern und Schwule und Lesben als nichtexistent zu behandeln?

    Empirische sexualwissenschaftliche Grundlagenforschung kann es wohl kaum gewesen sein, sonst müsste man im Jahre 2010 allermindestens das anerkennen, was schon Kinsey sehr deutlich belegt hat: Menschliche Sexualität ist mitnichten gleich Heterosexualität.

    Immerhin bleibt uns damit der für 2010 zu erwartende weitere Tiefpunkt gefühlter und effektiver sexueller Freiheit von homosexuell empfindenden jungen Männern, wie er sich als Trend in den letzten Befragungen der Reihe immer deutlicher verfestigt hat, erspart.

    Wenn wir allerdings spätestens jetzt nicht aufwachen und ein Ende dieses sexuell begründeten Rassismus gerade auf Seiten öffentlicher Institutionen einfordern, die von uns allen finanziert werden und die genau mit ihrer hier vorgeführten widerlichen, heterosexistischen Ignoranz wesentlich mitverantwortlich sind für das viermal höhere Suizidrisiko junger Homosexueller, können wir uns jede auch nur ansatzweise Gleichberechtigung endgültig abschminken!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 holger
  • 02.09.2010, 17:13h
  • kann ich nur bestätigen.

    obwohl ich zu beginn es schuljahres, in dem für meinen sohn sexualkunde auf dem lehrplan stand, die lehrerin darauf aufmerksam gemacht habe, auch das thema homosexualität anzusprechen, tat sie es nicht.

    nach meinem eindruck, lag der grund einzig und allein in der person der lehrerin. sie schämte sich schlicht.

    ich denke, kein einzelfall
  • Antworten » | Direktlink »
#4 eMANcipation*Anonym
  • 02.09.2010, 17:20h
  • Antwort auf #3 von holger
  • Dass die massive psychische und strukturelle Gewalt gegenüber jungen Schwulen und Lesben in unserem Erziehungs- und Bildungswesen skandalös ist, steht außer Frage.

    Bei der vorliegenden "Studie" liegt der eigentliche Skandal aber in diesem Machwerk selbst.

    Es handelt sich dabei nämlich um das widerlichste Stück von sexuell begründetem Rassismus, das mir seit langem untergekommen ist.

    Homosexualität kommt praktisch überhaupt nicht vor, abgesehen von ein paar Nebensätzen, in denen sie mit "Tabuthemen" wie sexuelle Gewalt und Prositution gleichgesetzt wird.

    Dabei sorgen die Urheber dieser lachhaften "Studie", die noch nicht einmal grundsätzliche Erkenntnisse der Sexualwissenschaft berücksichtigt, zielstrebig selbst dafür, dass es auch bei diesem "Tabu" bleibt.

    Inzwischen sind wir also im 21. Jahrhundert so weit, dass noch nicht einmal mehr homosexuelle Erfahrungen anerkannt, respektiert und als solche abgefragt werden!

    Bringen wir es auf den Punkt: Hier geht es nicht um Wissenschaft, sondern um die Ausgrenzung und Unterdrückung von Homosexualität und Homosexuellen !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#5 LorenProfil
  • 02.09.2010, 18:44hGreifswald
  • Eine Studie zum Thema "Jugendsexualität", die Homosexualität komplett ausspart, ist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wird. Sie tabuisiert und signalisiert, dass Homosexualität nicht wünschenswert, homosexuelles Erleben und Empfinden etwas ist, worüber nicht zu sprechen ist. Für die Befragten, die homosexuell empfinden, ein Schlag ins Gesicht und eine bewusste Zuweisung in die "Schmuddelecke".
    Wie die Würde der homosexuellen Befragten hier mit Füßen getreten wird, ist beschämend. Dass dies steuerfinanziert geschieht, skandalös.
    Welche politischen Absichten sich hinter diesem Vorgehen verbergen, darüber darf spekuliert werden, hält man es doch nicht für unwichtig, die Einstellung der Befragten zu Schönheitsoperationen abzufragen, während Einstellungen, eigenes Empfinden oder Erleben von Homosexualität keine Zeile wert sind.
    Wie gesagt, beschämend und skandalös.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 anfrageAnonym
  • 02.09.2010, 19:25h
  • da sind eigentlich nur noch die näheren umstände rund um die sog. "studie" von interesse.

    wer ließ für wen (bis hin zu den einzelnen befragern) wieviel kohle fließen und warum.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 alexander
  • 02.09.2010, 19:45h
  • da wird ein solcher schmarrn mit steuergeldern finanziert !!!
    man sollte die verantwortlichen zur rechenschaft ziehen !

    ein zufall ist das nicht !

    (eigentlich eine lachnummer, wenn der hintergrund nicht so widerlich wäre !)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MichaelAS
  • 02.09.2010, 20:17h
  • Ich habe heute eine nette Mail an die BzGA gesendet. Mal sehen was sie mir antworten und wie sie sich rausreden...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stromboliProfil
  • 02.09.2010, 20:33hberlin
  • Antwort auf #1 von joshi
  • " Die BzgA ordnet Homosexualität in der Analyse wie Selbstbefriedigung und Prostitution als Tabuthema ein."
    kicher... Selbstbefriedigung und Prostitution ein Tabuthema ...
    ich würd mir gern mal den fragebogen anschauen!
    Nun , fragen nehmen oft auch die antworten vorweg; hier scheint das "tabu" sich verselbstständigt zu haben!

    Ansonsten ist die schwule partytitanic auf ihren gesellschaftlichen eisberg gestoßen... schauen wir nun zu, wie die tunten sich um die verbliebenen rettungsbote kloppen.. die erste klasse ist schon abgefahren richtung heterogenormten heimathafen.

    Ach, gabs da noch welche die sich aufregen , wenn hier ständig "gejammert" wird dass die verantwortlichen schlafen?
    Die schweinerei die uns da von einer "aufklärungsbehörde" vermittelt wird , wird nur getoppt von der betriebsblindheit, die unter uns selbst herrscht! &
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#10 Widerstand!Anonym
  • 02.09.2010, 23:18h
  • Zuerst ignorieren sie dich,

    dann lachen sie über dich,

    dann bekämpfen sie dich und

    dann gewinnst du.

    Scheint so, dass wir schon wieder auf die erste Stufe zurückgefallen sind.

    Angst vor dem "Lachen" der anderen und Unfähigkeit zu einem wirklichen Kampf, an dem die scheintoten Verbände mit ihrer Anbiederungsstrategie noch nie interessiert waren, sind als Hauptursachen auszumachen.
  • Antworten » | Direktlink »
#11 LorenProfil
  • 03.09.2010, 00:08hGreifswald
  • Antwort auf #9 von stromboli
  • Das Problem ist leider, dass die mit dieser Befragung konfrontierten homosexuellen Jugendlichen sich wohl mehrheitlich noch in einer recht labilen Phase ihrer Identitätsbildung befinden und von daher kaum in der Lage sind, "sich um die verbliebenen rettungsboote (zu) kloppen"
    Sie müssen dann ggfs. im Meer der aufgezeigten Ignoranz ersaufen - die erhöhte Rate versuchter oder vollzogener Suizide erzählt da ihre eigene traurige und zugleich empörende Geschichte (über die sich aber kaum jemand aufregt, auch nicht hier im Forum, mit Ausnahme von z.B. "eMANcipation").
    Wer schreibt eigentlich die Geschichte derjenigen, die es nicht bis zur Party schaffen und schon gar nicht auf die Rettungsboote? Sie werden geflissentlich totgeschwiegen und taugen Statistikern nicht mal als "Zahlenmaterial".

    Ein Grundfehler vom LSVD beispielsweise besteht m.E. darin, sich in der Arbeit zu einseitig auf Lebenspartnerschaftsfragen zu fokussieren und daran eigene Erfolge zu messen und andere Probleme der Diskriminierung zu sehr schleifen zu lassen, was dann aber gerade auf Kosten der Schwächsten unter uns geht, nämlich der Nachwachsenden (und die wohnen nicht nur in Großstädten mit entsprechenden Angeboten, sondern auch und vor allem auf dem platten Land ohne Angebote, reale Identifikationsangebote u.ä., ausgesetzt dem Ressentiment oder der Ignoranz der "Normalos"). In Deutschland werden viele Probleme zur Zeit zu Recht an Bildung und Erziehung festgemacht. Auch in Sachen Emanzipationspolitik sollte man Kindergarten und Schule verstärkt als Orte der Prophylaxe von Diskriminierung erkennen und Druck auf Bildungspolitiker ausüben, um dieses Thema in Aus-und Fortbildung der Fachkräfte vor Ort, in Lernmaterialien etc. endlich verpflichtend aufzunehmen. Jede und jeder homosexuelle Jugendliche, die oder der sich wegen befürchteter oder erfahrener Diskriminierung das Leben nimmt oder dieses versucht, gereicht der "Bildungsrepublik Deutschland" und auch der Emanzipationspolitik der Interessenverbände von LGBTI zur Schande.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#12 joshiProfil
#13 LorenProfil
#14 eMANcipation*Anonym
#15 vingtans
  • 03.09.2010, 01:32h
  • also dieses dämliche gequatsche über "heteronormatives verhalten" nervt und beleidigt!
    die menschen die mir im leben am wichtigsten sind und die mich lieben wie ich bin sind sind meistens hetero,und ihnen aufgrund ihrer sexualität eine gewisse ignoranz vorzuwerfen ist einfach nur gemein und weltfremd,schämt euch!
    ohne heten wär unsere bewegung nichts!!!!

    zur studie: also ich hatte in meinem ganzen schulleben nicht einmal sexualunterricht, abgesehen von 3 stunden im bio unterricht. und ich denke das reicht auch.

    sexuelle aufklärung und erziehung ist gewiss wichtig,aber ich halte die schule nicht dafür geeignet, die schule und der klassenraum ist eben semi öffentlich und da ist man eben nicht offen für fragen, die man sich als 12 jähriger eventuell sowieso nicht traut zu fragen.

    "generation porno"? von wegen...und das ist gut so! ich finde sex ist etwas intimes,einem anderen menschen kann man ja nicht körperlich näher sein als durch sex und bin froh darüber das meine generation das immer mehr so sieht wie ich.
    Prüderie? Nein! aber sex soll nicht zu einem blossen hedonistischen triebakt werden.

    wenn ich mir gayromeo anschau, wo der alters durschnitt bei etwa anfang 30 ist und es mit bzw boypoint vergleich, wo der altersdurschnitt etwa anfang bis mitte zwanzig ist, stellt man vor allen durch boypoint forum fest,dass meine generation wieder wert auf das emotionale legt, yipie
  • Antworten » | Direktlink »
#16 beobachter-2Anonym
  • 03.09.2010, 02:57h
  • Ja, was wäre da zu tun? Vor 20 Jahren gab es die ersten Schulprojekte schwuler Initiativen, wie weit sind die denn heute gekommen? Gehen die turnusmäßig in jede Klasse ab 7? Oder bereiten sie alle Lehrer darauf vor, die das zur Aufgabe haben, Sexualkunde auch über Homosexualität? Wenn nicht, warum nicht? Hat man etwa nur auf AIDS-Mittel sich verlassen, um das ins Werk zu setzen?

    Was bitte hat denn homosexuelle LIEBE zu tun mit sexuell übertragbaren Krankheiten, nicht mehr und nicht weniger als die Hetenfickerei auch, und die wird damit ja nicht belastet. Als schwuler junger Mensch zu lieben, muß sich ÜBERHAUPT NICHT orientieren an Bräuchen der schwulen Unterwelt, Subkultur, wo rumgefickt wird mit Wildfremden im Dunkeln, krankmachend.

    Promiske, Ihr seid schuld, daß Jungs in den Schulen verzweifeln, daß unsere Aufklärung dort noch immer nicht hinkommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#17 MIZAnonym
  • 03.09.2010, 08:53h
  • Antwort auf #16 von beobachter-2
  • Sei mir nicht böse, Beobachter2, aber das will sich mir gar nicht erschließen. Warum ist meine Fickerei daran schuld, dass Aufklärung bei Jugendlichen nicht ankommt??? Hä??? Was ist das denn für ein Kappes!!??
    Du solltest vielleicht erst nachdenken und dann Deinen Kommentar posten!
    Ich bin doch immer wieder erstaunt, war für einen Bödsinn man hier zuweilen lesen kann.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#18 StefanMAnonym
  • 03.09.2010, 09:14h

  • Wow, so gut und lesenswert und sogar einstimmig sind die Kommentare hier selten.

    Homosexualität in meiner Schulzeit, Abi 96 in einer Großstadt:

    - Röhm-Putsch in Geschichte
    - Thomas Mann in Deutsch-Lk (Schwulsein als unerwünscht, Verfall)
    - In Soziologie ein schwules Paar in einer zu analysierenden Folge von Arabella (ok, aber dämlich; kein Pflichtfach)
    - Ein megatuntiger, peinlicher und nach eigener Angabe heterosexueller Kunstlehrer
    - Alles zur Hiv-Aufklärung in Sexualkunde in Bio, bis auf Analsex; keinerlei Eingang auf Schwulsein
    - Biobuch wertete Schwulsein noch als unnormale Krankheit
  • Antworten » | Direktlink »
#19 predigerAnonym
#20 stromboliProfil
  • 03.09.2010, 09:41hberlin
  • Antwort auf #11 von Loren
  • loren, dein beitrag hats beispielhaft umgesetzt und auf den punkt gebracht: was sind die identifikationsangebote die (uns) angeboten, die WIR (!) bieten?
    Da geht ein riss durch unsere eigene szene beim blick aufs "erreichte" und anzustrebende.

    Es fehlt grundsätzlich die auseinandersetzung ( im sinne des wortes!) mit der uns umgebenden welt!
    Und es muss erarbeitet werden wie tief diese welt in uns einwirkt, deformiert und zerstört!
    Das mag einigen hier unangenehm sein, steht es doch diametral zu ihren lebensentwürfen und bildern. Für die mag es dann zwar aushaltbar vieleicht sogar einträglich sein; denen, die drauf angewiesen sind angebote zu erhalten, wie heranwachsende in schulen oder leuten auf dem land, fehlt der notwendige halt! Was bleibt sind die "lösungen" die die gesellschaft uns dann aufzwingt; für wohlverhalten winkt ein zweitklassiges grundrecht!
    Und die these des sich auflösens in der gesellschaft findet ihr spiegelbild in umfragen oder statistiken.. Eine heteronormierte gesellschaft spiegelt sich eben heteronormativ! Da ist kein platz und auch keine notwendigkeit für andere lebensentwürfe, ausser vieleicht als "tabubeladene" freakshow. Und da täuschen auch unsere regenbogen incl. familien nicht drüber hinweg; entweder totale kopie, oder freaknummer fürs TV!

    Wäre die tabuisierung von selbstbefriedigung und prostitution in den köpfen der befragten nur ein übliches problem adoleszenzer unsicherheiten, könnte man zur tagesordnung übergehen; so aber steckt mehr der repressiven grundstimmung unserer zeit dahinter!
    Wenn online spiegel verträumt die gescholtene porno-generation als eigentlich asexuell kuschelnde kinder entdeckt und jubelt, dass doch offensichtlich nicht alles an moral und "selbstverantwortung " verloren.. dann kennt man den mainstream der gedankenflüsse: zurück ins biedermeier der sexualaufklärung.
    Lieber das den orgasmus vermeidende petting ( auch eine erfindung einer biedermeiergeneration die glücklich in die aufregenden 60 ziger endete), als ein sinnlich glückliches erfahren und suchen nach erfüllung im sexuellen.
    Selbst wir hier argumentieren mit häme oder spott, wenn es um bräuche, praktiken und toys geht, die explizit der lust dienen... scham?
    Was wollen wir denen als aufklärung bieten, dass über das hinaus geht, dass die BzgA selbst zu leisten in der lage ist... nähmlich NICHTS!

    Und da kehren wir zurück zu unserem grunddilemma , unserem verhältnis zu heten und heteromormen!
    Warum lamentieren, wenns uns doch so gut geht mit unseren sonstigen hetenfreunden die nett zu uns sind! Sind wir nicht angekommen, akzepiert? Oder spüren wir dahinter die tägliche anstrengung des sich ständig beweisen müssens... ?
    Wir haben alle einen freund oder freundin die nicht schwul ist, die uns wohlgesonnen, verständnisvoll.. na gut!
    Haben wir aber auch gelernt mit heten und der sie umgebenden alltäglichen "sicherheit" umzugehen.. merken wir, wenn die uns im laufe der zeit als "ihresgleichen" sehen.. _ich hab gar nicht mehr gemerkt das du schwul bist _... ! Das ist die "nette form der vereinnahme!
    Den unterschied nicht merken wollen! Ich habe diese entwicklung gerade bei von mir sehr geschätzten heterosexuellen freunden beiderlei geschlechts erlebt: ausblendung wichtiger alltäglichkeiten wie die frage nach der verbrachten nacht.. oder der "berührtheit" beim chaos herannahender trennung, bis hin zur frage , ob ichs nicht doch mal mit dem anderen geschlecht versuchen sollte, da ich doch so anpassungsfähig und zuhörbereit sei...!
    Es ist political correct keine unterschiede mehr zu sehen, und wenn unterschiede, dann werden sie eingebnet. Sind wir nicht ohnehin in allem ähnlich; verlieben wir uns nicht und trennen wir uns nicht wie die heten.. wo soll da ein unterschied feststellbar sein.

    Warum also sollte ein heranwachsender zweifel an seiner identität haben? Nur weil ihn ein "IRGENDETWAS" zu einer minderheit macht?

    Die art wie wir dargestellt werden entspricht einer gesellschaftlich gewollten vorstellung:
    Wenn die protagonisten einer soap das schwule darstellen, ist der gewollte spannungsbogen dramatisch weil nur so interessant für den eigentlich uninteressierten hetero ( das auch eine erfahrung wert: der hetero ist erst mal desinteressiert ausser im vergleiche ziehen... ) ! Und das drama hat implizierende untertöne die "rückschlüsse " auf verhaltensnormen scheinbar zulassen... Während mann /frau an der gegenseitigen liebeserwartung leiden und von folge zu folge scheitern ( mit angedrohtem happy end...) muss sich das partnerschaftgebilde durch den dschungel von drogenrausch und promiskuität hin in eine hiv-infektion hinein steigern ( wobei sich eine liebsorgende freundin als rettungsanker anbietet, wenn schon nicht die "grosse liebe" so doch die sicherheit einer einseitigen liebenden!) ... dass sind role modelle par exellence für den heranwachsenden schwulen... ! Von uns beklatscht als endlich wahrgenommen werden!
    Da brauchts nicht mal wüstenstorm , um den unsicheren in den sicheren hafen der heteronormalität zu locken...

    Eine wirklich seriöse sicht auf uns gibt es nicht, nicht mal seitens uns selbst!
    Deshalb wirds zeit (!) , unsere aufklärung in die eigenen hände zu nehmen, einen gegenentwurf zu leben!
    Das kann/könnte auch einem schnarchverein wie dem liberalen lsvd wieder leben einhauchen, die es beim hinterherrennen der "Lebenspartnerschafts fragen" hat schleifen lassen.
    Was auch fragen aufwirft: kann vereinsmeierei einbindend wirken auf solitär rumschwirrende schwuppen , die zwar am aktuellen anlass ansprechbar , aber unwillig, sich langfristig in ein konzept einbinden lassen zu wollen.
    Das ist kein angriff auf den lsvd an sich, sondern eine grundsätzliche problematik!
    Also auch die mit/arbeitsangebote entsprechend sich ändern sollten!

    Und einer der ersten arbeitskreise sollte sein: schwule und heteronormativität die sie umgibt und beeinflusst!

    Nur wenn wir antworten auf unsere eigen fragen haben , können wir auch antworten auf fragen anderer beantworten... an dem punkt sind wir noch lange nicht angekommen!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#21 herve64Ehemaliges Profil
  • 03.09.2010, 09:44h
  • Antwort auf #16 von beobachter-2
  • Selten habe ich so einen Schmarrn gelesen. Das Problem ist doch weiterhin, dass Schwulsein im Unterricht immer noch entweder pathologisiert wird und wenn überhaupt nur verschämt herüber gebracht und dabei als "Abweichung" oder Krankheit dargestellt wird anstelle ganz unverblümt als Alternative zum klassischen Familienbild Papa-Mama-Kind-elektrischer Eierkocher, wozu man sich mitunter eben auch Klischeebildern wie dem des ständig sexgeilen schwulen Mannes bedient, damit den Schuljungs auch grundsätzlich eine gehörige Portion Angst um die Jungfräulichkeit ihres Rektaltrakts oder ihres Kosakenzipfels eingeimpft wird.

    Man mag ja von Promiskuität halten was man will, aber denjenigen, die sie betreiben, dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass es keine anständige Sexualaufklärung im Schulunterricht gibt, das geht entschieden zu weit!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#22 predigerAnonym
  • 03.09.2010, 09:57h
  • Antwort auf #15 von vingtans
  • das ist schön, dass du aufgeschlossene freunde und verwandte hast. bei der kritik an heteronormativität geht es aber nicht darum, jedem einzelnen heterosexuellen ignoranz vorzuwerfen, das wäre natürlich totaler unsinn. es geht nicht um die ebene der individuen, sondern um die feststellung, dass gesellschaftliche strukturen und organisationen die welt allein aus heterosexueller perspektive betrachten, heterosexualität mit bestimmten privilegien ausstatten und alles abweichende tabuisieren und/oder abwerten. und dass das alles passiert, ist wohl schwer zu übersehen, oder?

    du hast vermutlich recht damit, dass es jugendlichen schwer fallen wird, in der schule über intime dinge zu reden - erst recht, wenn sie bereits lernen mussten, dass sexualität mehr oder weniger stark tabuisiert wird. da ist es die aufgabe der lehrer, die entsprechende vertrauensvolle atmosphäre herzustellen - ein guter lehrer sollte das hinbekommen, auch wenn es zugegebenermaßen schwierig ist.

    genauso schwer fällt es nämlich vielen jugendlichen, in der familie oder mit freunden über intimes zu reden. und wo es nicht schwer fällt, da ist davon auszugehen, dass freunde oder verwandte nicht immer wirklich eine hilfe sind - ganz besonders, wenn es um das thema homosexualität geht. von einem freund zu hören, homosexualität sei krank und pervers, ist im zweifelsfall noch schlimmer, als es in einem biobuch zu lesen. wer, wenn nicht die schule, soll also diese aufgabe übernehmen?

    ich habe neulich von einem schulprojekt von pro familia gehört, ein gemischt hetero-homosexuelles team. das scheint, wie ich höre, ziemlich gut zu funktionieren. die erreichen aber natürlich nicht alle klassen, sondern gehen nur auf gezielte einladung in die schulen.

    ich fürchte, lehrer sind da leider oft einfach komplett überfordert. wer nicht schon selber probleme mit dem thema hat, der weiß evtl. nicht, wie z.b. mit den entsprechenden abwehrreaktionen in der klasse umgehen soll. es braucht m.e. schon wirklich gute pädagogen, um einen sinnvollen aufklärungsunterricht hinzubekommen. deutschland hat da noch einen weiten weg vor sich.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#23 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.09.2010, 10:14h
  • Von der Porno- zur Kuschelgeneration - da hat es die Jugend ja ganz weit gebracht (Vorsicht: das ist ironisch gemeint)!

    Ich kann mir aber ganz gut vorstellen, daß unsere Jugendlichen mehr über Homosexualität in der Schule im Sexualkundeuuntericht wissen will, es gibt ja auch noch genug Vorurteile. Besonders bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund läuft es denen beim Thema Homosexualität immer noch eiskalt den Rücken hinunter! Deshalb muß sofort dagegen Abhilfe geschaffen werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#24 ninjatoon72Profil
  • 03.09.2010, 12:52hOldenburg
  • Also wenn ich mich an meinen Sexualkundeunterricht erinnere muss ich leider feststellen, dass mir nur erklärt wurde wie ich ein Ei befruchten kann. Es fielen Worte wie Penis, Vagina und Orgasmus. Von Sex in dem Sinne wurde eigentlich nicht wirklich gesprochen. Selbst beim Thema Heterosexualität hatten viele Lehrer schon ihre Schwierigkeiten. Im Unterricht wird auch nie Lust oder Sex als soziale Bindung thematisiert. Wie sollen den Menschen (Lehrer) über Sexualität aufklären, wenn sie selber schon ein Problem mit ihrer eigenen Sexualität haben.
    Wenn man sich Sexualität immer nur über den Zusammenhang mit Fortpflanzung erklären möchte, braucht man sich auch nicht wundern, wenn man Homosexualität dabei nicht auf den Schirm bekommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#25 KONTEXT!Anonym
#26 eMANcipation*Anonym
  • 03.09.2010, 13:49h
  • Antwort auf #20 von stromboli
  • Könnte es irgend jemand besser auf den Punkt bringen als ein Presseorgan, das für Freiheit durch und durch steht?

    Financial Times Deutschland:

    "JUGEND MIT TUGEND - DEUTSCHE VERLIEREN IHRE UNSCHULD SPÄT ABER SICHER"

    news.google.de/news/more?hl=de&q=jugendsexualit%C3%A4t+2010&
    um=1&ie=UTF-8&ncl=dgixwk1fGzuJrmMC3OzSXRJQNeMpM&ei=bNuATNjjC
    8jDswbNhoGoBw&sa=X&oi=news_result&ct=more-results&cd=1&resnu
    m=2&ved=0CDoQqgIoADAB


    Überhaupt liest man heute massenhaft Schlagzeilen wie "Keusche Jugend" oder "Alles halb so wild" etc...

    Dass Homosexualität in diesem normativen Bild von der "guten, unschuldigen" Jugend nicht vorkommen darf, liegt auf der Hand. Hier soll das Rad der sexuellen Revolution (die freilich keine solche wurde) ganz gezielt zurückgedreht werden!

    Einmal mehr gilt hervorzuheben:

    Weder bei der so genannten Sexualaufklärung in den Schulen, die in den allermeisten Bundesländern Sexualität ideologisch in erster Linie mit Fortpflanzung verknüpft und Homosexualität überhaupt nur in einem einzigen Bundesland als verpflichtendes Thema festschreibt, noch bei dem vorliegenden Propaganda-Machwerk geht es um Wissenschaft oder Aufklärung.

    Ganz im Gegenteil handelt es sich um Anti-Wissenschaft und Anti-Aufklärung!

    Es geht um die Zementierung sexueller Herrschaftsverhältnisse und der zugehörigen Diskurse.

    Der Blick auf Sexualität im Allgemeinen, auf Hetero-/Homosexualität im Besonderen und die für "natürlich" gehaltene zahlenmäßige Verteilung (Mehrheit/Minderheit) sind nichts anderes als das Produkt dieser Herrschaftsverhältnisse.

    Erst wenn wir das begreifen, ist eine grundlegende und effektive Veränderung überhaupt möglich!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#27 LorenProfil
  • 03.09.2010, 14:21hGreifswald
  • Antwort auf #22 von prediger
  • Danke für den lesenswerten und differenzierten Kommentar, mit dem du nebenbei mir die Arbeit abgenommen hast, Ähnliches zu formulieren.

    Ergänzen möchte ich aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung, dass Lehrer immer in der Falle des Erziehenden und Bildungsangebote Vermittelnden und gleichzeitig des Beurteilers (Zensuren, Versetzungen, Abschlüsse etc.) sind und auch so richtigerweise von den Schülerinnen und Schülern wahrgenommen werden. Daher ist es unglaublich schwierig, gerade bei so existentiellen wie intimen Themen wie z.B. der Sexualität (vor allem da, wo es ums Erleben geht) Unterrichtssituationen zu kreieren, in denen sich die Schülerinnen und Schüler öffnen. Hier besteht ein oft nicht ganz unberechtigtes Misstrauen, da viele Kolleginnen und Kollegen zwischen Leistungs-und Persönlichkeitsbewertung unbewusst und leider manchmal auch bewusst nicht zu unterscheiden vermögen.
    Ich habe daher mit Schulgruppen als Ergänzung zur Vermittlung bloßer Fakten -nämlich da wo es ums Empfinden, Erleben, eigene Ängste etc. ging- zusätzlich außerschulische Lernorte (z.B. Pro Familia, AIDS-Hilfe u.ä.) aufgesucht, wo Fachkräfte mit den Jugendlichen in meiner Abwesenheit (ich musste als Aufsichtsführender in einem Vorraum warten, und zwar stundenlang, da ein solcher "Ausflug" den ganzen Vormittag dauerte) in Phasen, in denen Mädchen und Jungen gemeinsam, aber auch in Phasen, in denen die Geschlechter getrennt wurden, mit den Schülerinnen und Schülern "heiße Themen" (wie mir dieselben später andeuteten) besprachen, aber auch Kondombenutzung etc. praktisch erprobten usw. Dass über den Ablauf von Seiten der Fachkräfte Stillschweigen bewahrt wurde und nichts bewertet oder gar benotet wurde, versteht sich ebenso, wie dass ich selbstverständich nicht Schülerinnen und Schüler hinterher befragt habe. Dass keine andere Lehrkraft meinem Beispiel folgte, habe ich darauf zurückgeführt, dass eine massive Furcht vor Kontrollverlust (und damit auch Macht) sie daran hinderte.
    Die Rückmeldungen der Jugendlichen waren immer durchweg positiv, die Klassenatmosphäre war hinterher spürbar entspannt, meinem persönlichen Verhältnis zu Schülerinnen und Schülern hat diese Herangehensweise an die "heißen Themen" alles andere als geschadet und auch Erziehungsberechtigte haben nie negativ reagiert.

    Heute gibt es z.B. in Köln auch engagierte Lesben und Schwule, die auf Wunsch in Schulen kommen und mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten, was ich sehr begrüße, obgleich nach meinen Erfahrungen das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten (warum nicht ins schwul-lesbische Jugendzentrum gehen, sofern vorhanden?) die Neugier und Lernbereitschaft noch mehr steigern und Schwellenängste bei homosexuellen Schülerinnen und Schülern "nebenbei" abbauen helfen kann.
    Aus meinen Erfahrungen als Lehrkraft wie in der Lehrerausbildung kann ich Lehrkräften nur raten, sich einfach mal zu trauen und eingefahrene Lehrgleise zu verlassen, sich selbst auch mal zurückzunehmen und sich im richtigen Moment überflüssig zu machen und andere Fachkräfte einzubeziehen. Man gibt dann zwar ein wenig Kontrolle ab, aber man gewinnt auch ein wenig im Schüler-Lehrer-Verhältnis.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »
#28 FloAnonym
  • 03.09.2010, 14:21h
  • Das wundert mich überhaupt nicht.

    Wenn man mal sieht, wie die Politik oft genug jede Aufklärung über Homosexualität verhindert, damit nur ja genug neue Schwulenhasser nachkommen.

    Das beste Beispiel sind CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen. Von der EU herausgegebenes Informaterial für Lehrer (das bereits gedruckt und von Steuerzahler bezahlt (!) wurde) wurde von CDU und FDP zurückgezogen und eingestampft.

    Angeblich sei es "ungeeignet". Was genau daran ungeeignet ist und wieso es in zig anderen Staaten offensichtlich wohl geeignet ist, können die bis heute nicht beantworten. Und wie die FDP diese Verschwendung von Steuergeldern mit ihrem Programm vereinbaren will, kann mir auch bis heute keiner aus der FDP erklären...
  • Antworten » | Direktlink »
#29 Liedel
  • 03.09.2010, 15:30h
  • @StefanM

    Abi96? Ein guter Jahrgang

    Aber sonen Typen wie du ihn beschreibst hatte ich mal in der sechsten. Tuckig ohne Ende, veranstaltete jedes Jahr Bühnenshows, bei denen ein Haufen Jungs in Badehöschen aufmarschierte und ihre Muckis zeigten.
    Mich hatte der Typ immer an die Kasse abkommandiert. Der Clou: ich hatte da immer Zettel mit Kartenreservierungen für irgendwelche Pseudo- Freundinnen liegen, konnten ab 10 Minuten vor Vorstellungsbeginn verkauft werden, "falls bei ihr was dazwischenkommt". Die drei Mal, wo ich das machte, kam IMMER was dazwischen. Eine hieß "Irena Böhme" und stand nicht im Telefonbuch, das weiß ich noch.

    Der arme Mensch hat es trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen bis heute (mittlerweile ist er 67) nicht geschafft...obwohl es natürlich immer alle wussten und die ganze Kacke und so weiter, ihr wisst schon.
    Da er es trotz aller Bigotterie irgendwann zum Schulleiter brachte, genießt er heute eine fette Beamtenpension. Daher natürlich: kein Mitleid
  • Antworten » | Direktlink »
#30 LorenProfil
  • 03.09.2010, 15:48hGreifswald
  • Antwort auf #28 von Flo
  • Ich stimme dir zu, dass das Einstampfen der Unterrichtsmaterialien zu verurteilen ist. Das entlässt die Lehrkräfte aber nicht aus ihrer Verantwortung, diesem Thema den ihm gebührenden Raum im Unterricht zu geben. Da geht es dann auch um die Einstellungen, die jede Lehrkraft zu diesem wie anderen Themen hat. Wer die Welt in ihrer Vielfalt in die Schule bringen will, findet auch Wege, dies unabhängig von zugelassenen oder unterdrückten Lehrmaterialien zu tun, sofern sie oder er dies für notwendig hält, sich traut und über ein wenig Phantasie verfügt. Das mag auch mal Auseinandersetzungen mit Schulleitung, Schulaufsicht etc. nach sich ziehen (ich weiß, wovon ich rede), aber von Fachleuten mit abgeschlossenem Hochschulstudium und Zweitem Staatsexamen erwarte ich, dass sie ihr Handeln auch pädagogisch begründen und ihre Unterrichtsplanung didaktisch vertretbar gestalten können (und "Welterfahrung" kann selbstverständlich jenseits von Lehrmaterialen "organisiert" werden). Lehrkräfte, die vorhandene pädagogische Freiräume nicht nutzen können oder wollen und ständig darauf warten, "von oben" sanktionierte Materialien anzubieten, laufen zudem Gefahr, letztlich Menschen aus der Schule zu entlassen, die sich ebenfalls ständig daran orientieren, was "von oben" kommt. Dem Erziehungsziel des mündigen Staatsbürgers wird dann m.E. nicht entsprochen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#31 RealistAnonym
  • 03.09.2010, 19:43h
  • Antwort auf #15 von vingtans
  • Naja, ich weiss was das Problem ist: Du bist Jung und hast nie die Zeiten erleben müssen, in denen Schwulsein mit Klogeruch und Heimlichkeit verbunden war. Und Du musstest nie am eigenen Leib erleben als Verbrecher behandelt und eingesperrt zu werden. NUR WEIL DU SCHWUL BIST!

    Daher verstehst Du auch nicht, was wir mit Heteronormativen Verhalten meinen - nämlich das, was uns dieses System aufzwängt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #15 springen »
#32 eMANcipation*Anonym
  • 03.09.2010, 23:00h
  • Antwort auf #31 von Realist
  • Hallo, ich bin auch noch jung (viele andere hier sind mindestens jung geblieben ) und habe Kontakte zu noch Jüngeren.

    Heteronormativität ist, wenn homosexuelle Jugendliche auch heute noch einem viermal höheren Suizidrisiko ausgesetzt sind,

    wenn sie sich verleugnen und verstecken oder ihre Homosexualität unterdrücken müssen, weil sie sonst den "sozialen Tod" in ihrer Peer Group fürchten und in der Schule gemobbt werden (siehe u. a.
    www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,614381,00.html
    ),

    wenn nur 16% der männlichen Jugendlichen Homosexualität für etwas Normales halten (Dr.-Sommer-Studie 2009),

    oder wenn die gefühlte Freiheit für gleichgeschlechtliche Kontakte unter männlichen Jugendlichen Mitte des zurückliegenden Jahrzehnts auf einem absoluten Tiefpunkt seit Ende der 1970er Jahre angekommen ist (BZgA Wiederholungsbefragungen zur Jugendsexualität 1980-2005)

    und in der aktuellen Erhebung dieser Art die Bundeszentrale für gesundheitliche "Aufklärung" (!) selbst diese einzige Frage, die sexuelle Vielfalt anerkennt, auch noch aus dem Fragenkatalog gestrichen hat (siehe Ausgangsthema dieses Threads) !

    Und wenn die politisch Verantwortlichen dabei weiterhin tatenlos zusehen und es nicht für nötig halten, das zu tun, was in anderen EU-Ländern immerhin schon getan wird - auf dringende Handlungserfordernisse wird ja auch in diesem Forum immer wieder hingewiesen.

    Aus meiner Sicht muss die Botschaft unserer Community glasklar und unmissverständlich sein:

    KEINE schwule oder lesbische Wählerstimme mehr für irgend jemanden, der gerade Kinder und Jugendliche nicht umfassend UND einklagbar vor allen Formen des Rassismus und der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit - dazu gehört selbstverständlich auch Sozialrassismus in Gestalt von Hartz IV etc. - schützt und ihr Grundrecht auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit ganz konkret im Alltagsleben verteidigt!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#33 joAnonym
#34 stromboliProfil
#35 joAnonym

» zurück zum Artikel